Sonntag, 19. April 2026
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Cyber-Angriffe bleiben Bedrohung Nummer eins

Im Guten wie im Schlechten: Kaum etwas bleibt, wie es war. Haben sich Banken und Sparkassen sowieso schon im Dauerkrisenmodus eingerichtet, zeigt das jรคhrliche Risikobarometer der Allianz Global Corporate & Specialty, welche nichtfinanziellen Risiken (NFR) die Branche weltweit derzeit am meisten fรผrchtet. Die Untersuchung belegt: ihre Bedeutung wandelt sich rasant โ€“ und es kommen immer mehr dazu. Eine Krisenpause rรผckt in weite Ferne.

Neues Jahr, neue Sorgen

Wer denkt รผberhaupt noch an Covid? Die Angst vor dem erneuten Ausbruch einer Pandemie spielt unter Bankern lรคngst eine untergeordnete Rolle. Was aktuell die Stimmung merklich eintrรผbt, sind die Neueinsteiger in die Top-5-Rangliste der Sorgenmacher. Zunรคchst ist die anhaltende Energiekrise zu nennen. Strom und Wรคrme haben ihren Preis. Aber wie weit steigt er noch an? Und kommt es zu Versorgungsengpรคssen oder gar -ausfรคllen? Die Energiefrage ist fรผr 21 Prozent der Befragten von Bedeutung. Noch weit รถfter fรคllt das Stichwort โ€žmakroรถkonomische Rahmenbedingungenโ€œ, denn sie unterliegen aktuell groรŸen Verรคnderungen. Im Euroraum stellt besonders die Inflation ein kaum zu kalkulierendes Risiko dar, ebenso wie potenziell sinkende Staatsausgaben oder Zinsverรคnderungen als Reaktion darauf.

Gut ein Drittel treibt die Sorge vor solchen volkswirtschaftlichen Negativentwicklungen um. Bereits im vergangenen Jahr empfanden 26 Prozent der Befragten regulatorische Entwicklungen und instabile politische Verhรคltnisse als bedrohlich fรผr ihr Geschรคft. An dieser Zahl hat sich nichts geรคndert: Die Zahl derer, die Handelskriege, die Nahost-Krise, den Ukraine-Krieg, Sanktionen, Protektionismus, aber auch einen mรถglichen Zerfall des Euroraumes befรผrchten, ist konstant geblieben. Leicht abgenommen hat der Anteil der Studienteilnehmer, die allgemein Geschรคftsunterbrechungen fรผrchten, zum Beispiel durch Stรถrungen von Lieferketten. Nur noch rund jeder Fรผnfte sieht darin ein Risiko, gegenรผber 30 Prozent im letzten Jahr.

Bedrohung aus dem Cyberspace wรคchst

Unangefochten an der Spitze der Rangliste stehen die Bedrohungen aus dem Cyberspace, wenngleich nicht mehr รผber die Hรคlfte der Befragten das so sehen, wie noch bei der letzten Allianz-Umfrage. Immerhin รผber 40 Prozent erwarten nach wie vor groรŸe Probleme fรผr ihre Unternehmen durch die immer raffinierteren Angriffe auf Daten und Systeme. Dass es sich hier nicht um Alarmismus handelt, untermauert die jรผngste Einschรคtzung des Bundesamtes fรผr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das BSI spricht von einer nie dagewesenen Bedrohungslage bei Cyberangriffen sowohl durch Staatliche als auch nichtstaatliche Akteure. Besonders das Abfischen von Kundendaten, um Unternehmen damit zu erpressen, nimmt zu.

Der Einsatz von Kรผnstlicher Intelligenz spielt den Kriminellen dabei in die Hรคnde. Und darunter leiden nicht nur kleinere und mittlere Unternehmen. Fรผr Aufsehen sorgte in diesem Sommer das Eingestรคndnis der Deutschen Bank, dass bei ihr und Tochter Postbank Kontodaten von Kunden geraubt wurden. Das alles mahnt: In Sachen Risikomanagement sollte es fรผr Banken und Sparkassen kein Nachlassen geben. Das Gegenteil ist der Fall. Obwohl die NFR zunehmend an Bedeutung gewinnen, wenden deutsche Geldhรคuser nur etwa zehn bis 15 Prozent ihres Budgets im Risikomanagement fรผr die Abwehr dieser โ€žรคuรŸeren Gefahrenโ€œ auf, wie eine Benchmark-Studie der KMPG zeigt. Immer mehr neue Bedrohungen erfordern jedoch rund um die Uhr Wachsamkeit und auch die notwendigen Ressourcen. Und auch altbekannte Problemlagen รคndern laufend ihr Gesicht. Dienst nach Vorschrift wird fรผr die Cyber-Abwehr-Einheiten der Finanzindustrie daher auf lange Sicht ein Fremdwort bleiben.

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