Sonntag, 10. Mai 2026
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Mega-Landesbank

Fusionen in unserer Branche sind im Jahr 2018 keine Revolution. Die Genossen kรถnnen ein Lied davon singen. Von 11.942 Volks- und Raiffeisenbanken im Jahr 1949 waren Ende 2017 lediglich 915 รผbriggeblieben. Nicht nur bei den Primรคrinstituten, gerade bei den Zentralbanken, Rechenzentren und Verbundunternehmen ist der Genossenschaftsbereich deutlich smarter aufgestellt als das Sparkassenlager. Die letzte Schlรผssel-Fusion brachte eine Zentralbank hervor. Die Verschmelzung von WGZ und DZ Bank war kein leichtes Unterfangen, zumal es mehr als einen Anlauf und mehr als ein Scheitern brauchte.

Deutlich schwerfรคlliger fallen Fusionen bei den Landesbanken aus. Was wenig wundert, denn eine Fusion einer Bayerischen mit einer Baden-Wรผrttembergischen Zentralbank wรคre eine รผber politische Grenzen hinweg. Zu sehr verlรถren die Landespolitiker den Zugriff auf Finanzierungen fรผr ihr Bundesland. Doch genau dieser politische Zugriff hat einige Landesbanken immer wieder zu finanziellen Experimenten genรถtigt.

Experten mahnen seit Jahren eine Konsolidierung an. In Teilen hat diese stattgefunden. Meist jedoch, wie zuletzt bei WestLB und Sachsen LB, nach einer โ€“ sagen wir mal โ€“ wirtschaftlich schwierigen Zeit. Und dass Not kein guter Berater fรผr Fusionen ist, ist landlรคufig bekannt.

Im Rahmen der Suche nach einem Investor fรผr die NordLB bringt sich aktuell DSGV-Prรคsident Helmut Schleweis mit einem Vorschlag fรผr eine Super-Landesbank ein โ€“ auch um eine Beteiligung aus dem privaten Sektor zu verhindern. Was die Landesregierung in Niedersachsen als willkommenen Vorschlag kommentiert (wen wundertโ€™s), wird in Stuttgart kritisch gesehen. โ€žMit uns hat noch keiner geredetโ€œ, lautet ein Kommentar aus der Landesregierung. Immerhin liegen 40 Prozent der LBBW beim Land und 20 Prozent bei der Stadt Stuttgart.

Schleweisโ€™ Plan: Zuerst NordLB und Helaba verschmelzen, dann Deka, LBBW und Berlin Hyp. Das Rezept fรผr eine Super-Landesbank, welche nach der Konsolidierung auf eine Bilanzsumme von rund 500 Milliarden Euro kommen soll. Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Mega-Landesbank โ€“ stรผnden da nicht die diametralen politischen Interessen im Weg.

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Grรผnder des BANKINGCLUB. In seinem Editorial โ€žQuer durch die Bankโ€œ bezieht er regelmรครŸig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zรคhlt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugรคnglich zu machen.

AuรŸerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbรผcher und Buchbeitrรคge.

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