Samstag, 14. Mรคrz 2026
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Disruption oder nicht: Fintech, quo vadis?

Den ca. 300 Fintechs wรคre es lieber, die Banken verharrten in ihrem Dornrรถschen-Schlaf. Doch eine Bank nach der anderen nimmt sich vor, die Augen langsam zu รถffnen. Taten sollen folgen, so die vollmundigen Versprechen. Und gehen die Banken nicht unter, dann haben sie das disruptive Treiben der kleinen smarten Fintechs รผberlebt. Wenn Sie beim Lesen dieser Kurzfassung von Dornrรถschen Grรผnder eines Fintechs sind, werden Sie sich sagen: โ€žIst ja nur ein Mรคrchen.โ€œ Sie werden in die Hรคnde spucken und weiter am eigenen Erfolg und dem Untergang der Banken arbeiten. Als Banker werden Sie sagen: โ€žJetzt ist die Zeit reif, zum Gegenschlag auszuholen.

Der Autor dieser Zeilen ist hin- und hergerissen. Wenn mir ein Grรผnder mit leuchtenden Augen von seinem Geschรคftsmodell berichtet und mir erklรคrt, wie er kundengerechtes Banking betreiben will. Oder wenn er mir vorrechnet, wie viele Milliarden Euro demnรคchst รผber sein Portal investiert werden, dann lasse ich mich langsam infizieren und denke, Banken werden es nicht einfach haben.

Tage spรคter dann treffe ich Kai Friedrich, CEO der Consorsbank, der durchaus zugibt, dass die Fintechs die Banken gerade vor sich hertreiben. Dabei haben Banken ein groรŸes Potenzial, den Kunden auf Augenhรถhe mit bedingungsloser Serviceorientierung zu begegnen, trotzย  aller Kritik der Fintechs. Wahrlich, ein steiniger und langer Weg, haben Banken doch auch noch BCBS 239 oder auch Anakredit umzusetzen. Vielleicht haben es die Fintechs im Rest der Welt einfacher und nur hier in der DACH-Region besonders schwer. Auch in Gesprรคchen mit anderen Banklenkern wird mir derzeit klar, dass Bank noch lange kein Auslaufmodell ist. So startet die Deutsche Bank nun mit gleich drei Innovations-Labs durch.

Wir Banker sind zwar in den Augen vieler Kunden immer noch bรถse, aber das Konstrukt Bank ist fรผr die meisten immer noch alternativlos. Jedoch ticken Generation Y und Z vielleicht wirklich anders. Aber kรถnnen wir am Verhalten von heute 15- Jรคhrigen wirklich auf deren Verhalten mit 37 schlieรŸen? Sicherlich machen die heute fast alles am Smartphone. Aber vielleicht gehen die mit 37 auch mal mit dem Immobilienwunsch zu einem Berater. Und wenn sie nicht gehen, dann per Videoschaltung zum Spezialisten.

Ich bleibe neugierig, beobachte den Markt und lasse mich nicht mehr so schnell รผberzeugen, dass Banken dem Untergang geweiht sind.

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Grรผnder des BANKINGCLUB. In seinem Editorial โ€žQuer durch die Bankโ€œ bezieht er regelmรครŸig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zรคhlt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugรคnglich zu machen.

AuรŸerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbรผcher und Buchbeitrรคge.

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