Autoren: Jon Christoph Berndt vs. Sven Henkel
Euro: 19,99
255 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-9817231-0-6
Printamazing
Vier junge Mรคnner, ein Pickup, Werkzeug, Holz, Feuer. โWer, wenn nicht wirโ, ist der Slogan dieser Jรคgermeister-Werbung aus dem Jahr 2013. Und das โWirโ in diesem Zusammenhang ist eine Zielgruppe des Krรคuterlikรถrs, die das Getrรคnk vor einigen Jahren vielleicht hรถchstens aus Hรถflichkeit bei Opas 90. Geburtstag zu sich genommen hรคtte. Dies ist nur eines von vielen Beispielen, bei denen die Marke neu erfunden, dabei der traditionelle Anstrich beibehalten und somit eine erfolgreiche Benchmarke ausgebildet wurde. Weitere positive wie negative Beispiele finden sich in โBenchmarken. Wie Unternehmen mit der Kraft der Marke ganz nach vorn kommen โ und die anderen auf Abstand haltenโ von Jon Christoph Berndt, Politologe und Unternehmensberater, und Sven Henkel, Professor fรผr Customer Behavior und Sales.
โIhre Marke ist das, was man hinter Ihrem Rรผcken รผber Sie erzรคhlt.โ
Die beiden Autoren haben dafรผr nicht nur den Markenauftritt verschiedener Unternehmen von auรen analysiert, sie haben auch vor Ort beobachtet, was die jeweiligeย Marke besonders macht. Vertretern dieser Firmen haben Sie dabei immer die gleiche Frage gestellt: โWas macht die Benchmarke aus?โ Die Antworten und Ansichten der Verantwortlichen finden sich etwa alle 25 Seiten, bieten damit Abwechslung im Lesefluss und Einblicke in die Praxis.
Ein Debattenbuch
Aber brauchen wir tatsรคchlich noch ein Buch รผber Markenbildung fรผr Unternehmen? Gibt es im Marketing- und PR-Bereich nicht schon genรผgend Literatur โ seien es wissenschaftliche Studien, Praxisberichte oder Ratgeber?
Klar, die gibt es. Aber mindestens zwei Grรผnde sprechen dafรผr, dem Werk von Berndt und Henkel Beachtung zu schenken. Der augenfรคlligste ist sicher das Grundkonzept des Buchs. Die beiden Autoren wechseln sich von Kapitel zu Kapitel mit ihren Analysenย ab. Ok, alles schon gesehen. Der erfrischende Zusatzaspekt ist jedoch, dass der eine die Ausfรผhrungen des jeweils anderen in Sprechblasen am Rand des Textes immer wieder kommentiert. Auf diese Weise wird der Leser nicht nur regelmรครig zu einem Schmunzeln hingerissen, sondern auch dazu gezwungen, รผber das gerade Gelesene nachzudenken. Zu recht bezeichnet der Verlag die Publikation daher auch als โDebattenbuchโ.
Der zweite Grund fรผr die Notwendigkeit eines solchen Buchs fรคllt einem jeden ins Auge, der in der Fuรgรคngerzone oder im Supermarkt auf Werbeplakate und Verpackungsdesigns blickt. Der Bedarf an Hilfestellungen scheint ungebrochen und wird wohl auch immer bestehen bleiben. Den Urhebern der Negativbeispiele im Buch mรถchte man jenes gerne im Freiversand zukommen lassen, damit sie einmal รผber ihr abstruses (aber manchmal gleichzeitig erfolgreiches) Marketing nachdenken und zumindest ein paar der gegebenen Tipps beherzigen.
Philipp Scherber war von Januar 2016 bis Oktober 2019 Redakteur bei BANKINGNEWS und bekleidete anderthalb Jahre die Funktion des stellvertretenden Chefredakteurs. Wรคhrend seines Studiums der Geschichte und Medienwissenschaft sammelte er praktische Erfahrungen im TV- und Online-Journalismus. An der Universitรคt zu Kรถln verantwortete er von 2012 bis 2016 das Online-Rezensionsjournal www.lesepunkte.de.

