Samstag, 25. April 2026
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Overbanked

Deutschland gehen die Banken aus. Grรผnde dafรผr gibt es viele: die Reduzierung von Kosten oder die Steigerung von Synergien etwa. Manchmal geht es aber einfach nur um GrรถรŸenwahn.

Von den 11.942 Genossenschaftsbanken aus dem Jahre 1949 sind 2017 keine acht Prozent รผbriggeblieben, Sparkassen sind auf 390 Institute zusammengeschmolzen. Die Bundesbank verzeichnete letztes Jahr einen Rรผckgang sรคmtlicher Finanzinstitute um 3,4 Prozent. Das ist zwar weniger als im Vorjahr 2016 โ€“ und verschweigt jene 19 Institute, die im Jahr 2017 in Deutschland hinzugekommen sind โ€“ ist aber dennoch Wasser auf den Mรผhlen derer, die in Studien von einem mรถglichen Rรผckgang auf nur noch 150 Institute sprechen.

Deutsche Banken haben vor allem im Vergleich mit den Wettbewerbern aus รœbersee ein Ertragsproblem. Als รœbeltรคter hierfรผr wird gerne der stark diversifizierte Bankenmarkt ausgemacht. Die Marktmacht der Sparkassen und Genossen im Privat- und Firmenkundengeschรคft ist den GroรŸen, vor allem der GrรถรŸten, ein Dorn im Auge.

Fusionen und Konsolidierungen helfen nicht immer. Weder den Kleinen noch den GroรŸen. Und so kommt die erneute Diskussion รผber eine Fusion von Commerzbank und Deutsche Bank zu Unzeiten. Eine Fusion zur Kurspflege wird am Ende sogar den Eignern nur kurzfristig Freude bereiten. Natรผrlich wird es dazu nie eine offizielle Stellungnahme geben, aber die Fusion zwischen den Grรผnen und Gelben ist doch kulturell bis heute nicht zu 100 Prozent verarbeitet.

Auch bei โ€žkleinenโ€œ Fusionen reicht es bis zum offiziellen Verschmelzungsdatum oft nur fรผr eine Entscheidung der Vorstandsposten und der zweiten Ebene. Der Rest erfolgt dann nach dem guten, alten Trial-and-Error-Prinzip. Da hilft es auch nicht, wenn renommierte Institute seit Jahren รผber Fusionen forschen und deren Ergebnisse fast immer fatal ausfallen. GM und Opel, Daimler und Chrysler, AOL und Time Warner sind nur drei Beispiele einer langen Liste von Fusionen, deren Ergebnisse Sie kennen.

Uwe Berghaus hat die vor zwei Jahren vollzogene Fusion von DZ und WGZ hautnah miterlebt und begleitet. Wie weit der Prozess der Integration fortgeschritten ist, erlรคutert er im groรŸen Vorstandsinterview.

Ihr Thorsten Hahn

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Grรผnder des BANKINGCLUB. In seinem Editorial โ€žQuer durch die Bankโ€œ bezieht er regelmรครŸig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zรคhlt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugรคnglich zu machen.

AuรŸerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbรผcher und Buchbeitrรคge.

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