Montag, 22. Juni 2026

Apple Pay: Auch Deutschland darf endlich von der „verbotenen Frucht“ kosten

Der deutsche Kunde muss warten. Diese Regel gilt nicht nur, wenn sich EVG und Deutsche Bahn mal wieder nicht einigen können, sondern auch nicht selten bei neuen Online-Diensten. Nachdem das Bezahlsystem Google Pay bereits seit dem 26. Juni 2018 von deutschen Kunden genutzt werden kann, hat endlich auch Apple Pay Deutschland erreicht, mit geringfügiger Verspätung nur ein paar Wochen nach dem offiziellen Start – in Kasachstan und Saudi-Arabien.

Tatsächlich warten deutsche Apple-Kunden bereits seit der US-Einführung des Bezahlsystems im Oktober 2014 mit Geduld darauf, endlich auch von der „verbotenen Frucht“ kosten zu dürfen. Warum sich Apple so lange Zeit gelassen hat, das Bezahlsystem in Deutschland einzuführen, und bei welcher Partei die Schuld liegt, ist nicht abschließend geklärt. In jedem Fall ließ eine Einigung zwischen dem US-Unternehmen und den hiesigen Banken lange auf sich warten. Auf unserem zweitägigen Fachkongress Next Generation Payment 2019 berichtet Rüdiger Mause, Business Owner Solution Lines bei der Hanseatic Bank,  die sich schon im August über Twitter zu Apple Pay bekannt hat, von den Erfahrungen des Hauses als Partner des Bezahldienstes.  Außer der Hanseatic Bank unterstützen auch die Deutsche Bank, die HypoVereinsbank, Comdirect, Fidor und Fintechs wie N26 und boon, bunq, Vimpay und Edenred den neuen Dienst. Gezahlt werden kann laut der Apple-Website bereits bei 41 Partnern, zu denen u.a. Supermarktketten wie Aldi und Netto und Fast-Food-Ketten wie Burger King, McDonalds und Starbucks zählen.

Doch welchen Effekt wird die Einführung von Apple Pay auf die Bezahlgewohnheiten in Deutschland haben? Vielleicht stammt die „verbotene Frucht“ des Mobile Payment ebenfalls vom biblischen Baum der Erkenntnis und führt bei den bargeldverliebten Deutschen zu einem Umdenken. Mit dem Start von Google und Apple Pay stellt das Jahr 2018 sicherlich eine Zäsur in der Geschichte des mobilen Bezahlens in Deutschland dar. Wie diese weitergeht, hängt jedoch nicht nur von der Akzeptanz bei den deutschen Kunden, sondern auch vom Verhalten der heimischen Banken ab.

Daniel Fernandez ist seit 2025 Chefredakteur der BANKINGNEWS. Seine journalistische Laufbahn begann er 2017 in der Redaktion als Volontär. Er studierte English Studies an der Universität Bonn (B.A. 2016) und vertiefte seine akademische Ausbildung mit einem Master in English Literatures and Cultures, den er ebenfalls in Bonn abschloss. Erste redaktionelle Erfahrungen sammelte er parallel zum Studium als freier Werbetexter.

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