Wie sparen Frauen und wie sparen Männer? Welche Unterschiede zeigen sich im Besitz von Aktien und Wertpapieren? Und wie wird die eigene Absicherung im Alter wahrgenommen?
Die neue repräsentative Umfrage „Female Finance-Studie 2026“ vom Bundesverband deutscher Banken legt neue Zahlen für das Finanz- und Anlageverhalten, die aktuelle finanzielle Lage sowie Absicherung und das allgemeine Finanzwissen vor. Dabei wird deutlich: Frauen sind nach wie vor finanziell schlechter aufgestellt als Männer und sind im Alter sowie im Sparen benachteiligt.
Finanz- und Anlageverhalten von Männern und Frauen
Während vor drei Jahren noch 50 Prozent der befragten Frauen regelmäßig Geld zur Seite legten, sind es heute 53 Prozent. Die Zahl der Frauen, die selten oder nie sparen, ist dabei von 21 auf 16 Prozent runtergegangen. Derselbe Trend lässt sich bei den befragten Männern erkennen: 2026 sparen 57 Prozent einen Teil ihres frei verfügbaren Geldes (2023: 54 %).
Auch die Sparbeträge sind bei sowohl Frauen als auch Männern gestiegen. Allerdings legen Frauen nach wie vor geringere Beträge zurück. So spart ein Drittel der befragten Frauen monatlich über 200 Euro, während es bei den befragten Männern 44 Prozent sind. Gründe dafür sind vor allem auch Differenzenim monatlich frei verfügbaren Geld. Somit stehen Männern aktuell im Durchschnitt mit 1.600 Euro 300 Euro mehr zur Verfügung als Frauen (1.300 Euro).
Das spiegelt sich auch im Aktienbesitz wider: 31 Prozent der Frauen geben an, Aktien, Aktienfonds oder andere Wertpapiere zu besitzen (2024: 25 %). 16 Prozent der Befragten besitzen keine Aktien mehr, während 53 Prozent angeben, noch nie Wertpapiere besessen zu haben. Gründe dafür sind neben persönlich eingeschätzter fehlender Kenntnisse (30 %) nicht ausreichend verfügbares Geld (27 %) sowie die Unsicherheit von Wertpapieren (26 %). Im Vergleich: 47 Prozent der befragten Männer geben an, Wertpapiere zu besitzen. Außerdem spielen bei den befragten Männern weniger fehlende Kenntnisse für den Nicht-Besitz eine Rolle (23 %); häufiger sind ihnen Wertpapiere „zu unsicher“ (30 %).
Einschätzung der eigenen finanziellen Lage
Auch die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage schätzen Frauen schlechter ein als Männer. Insgesamt 66 Prozent der Frauen beurteilen ihre finanzielle Lage als (sehr) gut (Männer: 72 Prozent). Die Kluft ist damit im Vergleich zu 2024 leicht gewachsen (Frauen: 68 %, Männer: 73 Prozent).
Größere Unterschiede gibt es in der wahrgenommenen Absicherung im Alter. Mit 66 Prozent schätzen zwei Drittel der befragten Männer ihre finanzielle Situation im Alter als (sehr) gut ein, während es bei den befragten Frauen nur 54 Prozent sind. Frauen nennen im Vergleich zu Männern häufiger ein niedrigeres Einkommen und eine geringere Arbeitszeit als Ursachen für eine unzureichende finanzielle Absicherung im Alter. Grund dafür ist auch die unbezahlte Care-Arbeit im Haushalt und in der Kinderbetreuung, deren Großteil weiterhin von Frauen erbracht wird.
Leichte positive Entwicklung beim Finanzwissen
Mit womöglich gestiegenem Finanzbewusstsein in der Gesellschaft steigt auch das Interesse von Frauen an Finanz- und Wirtschaftsthemen von 24 Prozent im Jahr 2024 auf 32 Prozent im Jahr 2026. Allerdings zeigen sich insbesondere hier deutliche Unterschiede zu den befragten Männern: 2026 geben 60 Prozent an, sich für Finanz- und Wirtschaftsthemen zu interessieren.
Während Frauen ihr Finanzwissen allgemein schlechter einschätzen als Männer, wächst zumindest der Anteil an Frauen, die sich „regelmäßig“ um ihre finanziellen Angelegenheiten kümmern. 87 Prozent der befragten Frauen geben an, sich für ihre Finanzplanung mehr Zeit zu nehmen (2024: 82 %).
Projekte von verschiedenen Organisationen und Banken tragen zum gestiegenen Finanzbewusstsein, insbesondere bei Frauen, bei und zeigen, dass Finanzbildung essenziell ist. Sandra Glasebach, Vanessa Verhoeven und Katharina Wald von der Stadtsparkasse Düsseldorf etwa initiierten das Projekt Female Finance „WOMANage dein Leben“ und begleiten Frauen mit Veranstaltungsreihen in eine sichere und finanziell unabhängige Zukunft. Im Interview mit BANKINGNEWS sprachen sie im vergangenen Jahr über die Langzeitplanung der weiblichen Finanzen, die Resonanz ihres Angebots und wie es ihnen gelingt, Frauen zu erreichen, die sich bisher wenig mit dem Thema auseinandergesetzt haben.
Alle Ergebnisse der Studie: Female Finance-Studie 2026
Maria Scherban absolvierte ihr redaktionelles Volontariat beim BANKINGCLUB und arbeitet seit Mitte 2025 als Redakteurin. Zuvor schloss sie ihren Master of Arts an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ab.

