Die Anzahl der Bankfilialen in Deutschland geht Jahr fรผr Jahr zurรผck. Je nachdem, auf welche Studie man zurรผckgreift, werden die Rรผckgรคnge auf Werte zwischen fรผnf und 15 Prozent pro Jahr beziffert. Trotzdem springt das reine Schlieรen von Filialen eigentlich zu kurz. Vielmehr bedarf es einer klaren Strategie, welche Rolle dem stationรคren Vertrieb in einer omnikanalen Bankenwelt zuteilwerden soll.
Wie diese โneue Rolleโ aussieht, wird einerseits davon abhรคngig sein, welche operative Vertriebsaufgabe langfristig in Filialen noch zu verrichten ist. รber Modelle lรคsst sich verlรคsslich prognostizieren, welche Kundenstruktur mit welchen Bedarfs- und Verhaltensmustern eine Bank oder Sparkasse in Zukunft stationรคr zu versorgen hat. Technologische Entwicklungen wie zum Beispiel das Angebot digitaler Self-Services und erwartetes Kundenverhalten sind antizipierbar. Dazu gehรถrt zum Beispiel die Verschiebung in der Kanalnutzung. Im Ergebnis wird ein signifikant geringerer Ressourcenbedarf im stationรคren Kanal erwartet. Damit reduziert sich automatisch auch die Anzahl der Standorte.
Gleichzeitig muss die โneue Rolleโ der Filiale so gestaltet sein, dass sie einen relevanten Beitrag zum Vertriebserfolg zu leisten imstande ist โ gerade in Abgrenzung beziehungsweise in Ergรคnzung zu nicht-stationรคren Kanรคlen. Der Schwerpunkt der Filiale muss auf Aufgaben liegen, die fรผr den Kunden online nicht komfortabler abbildbar sind. Die Filiale muss sich zum erlebbaren Kompetenzcenter fรผr anspruchsvollere Fragestellungen entwickeln und Mehrwert generieren. Im Idealfall nicht auf rein bankfachliche Themenfelder verkรผrzt, sondern als Teil eines kundenzentrierten รkosystems.
Die einzelne Filiale an sich wird grรถรer โ kleine Filialstandorte verschwinden. Und nur die Leistungsqualitรคt der Filiale entscheidet รผber die Kundenzufriedenheit, nicht die Anzahl der Filialen im Geschรคftsgebiet. Eigentlich eine gute Entwicklung.
Sie mรถchten wissen, welche Vertriebsaufgabe Ihr stationรคrer Kanal in einer omnikanalen Welt kรผnftig erbringen muss? Dann schreiben Sie mir gern unter abj@horn-company.de.
Bis dahin: Bleiben Sie vorne und vor allem gesund.
Ihr Alexander Bethke-Jaenicke
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Alexander Bethke-Jaenicke ist geschรคftsfรผhrender Partner bei Horn & Company.
Er gehรถrt seit Jahren zu den anerkannten Top-Beratern der Financial Services Industrie. Dr. Alexander Bethke-Jaenicke greift in der Berater-Kolumne โDER TEMPOMACHERโ die aktuellen Themen der Branche auf und gewรคhrt uns spannende Einblicke in seinen Berateralltag. Auf der letzten Seite der BANKINGNEWS hat er einen festen Platz. Meinungsstark und launisch. Angriffslustig und direkt. Und vor allem: Immer mit dem Anspruch, vorne zu sein โ ganz โDER TEMPOMACHERโ eben.


