Im vergangenen Jahr war die Prognose fรผr die aktuelle Stimmung eher verhalten (Schulnote 3,0). Tatsรคchlich bewerten die rund 500 Befragten die Situation jetzt allerdings positiver (2,7). Nach der Zukunft befragt, bleibt der Durchschnitt erhalten โ mit einem markanten Anstieg derjenigen, die die Aussichten mit โsehr gutโ bewerten.
Oliver Kรผchle, Partner bei Horn & Company, erklรคrt diesen Optimismus so: โDie Banken sind ganz รผberwiegend gut durch die Coronakrise gekommen โ auch weil sich viele Befรผrchtungen nicht bewahrheitet haben, macht sich nun Optimismus breit. Es scheint auch so, als ob Bankbeschรคftigte, die sich intensiv mit Nachhaltigkeit auseinandersetzten, besonders positiv gestimmt sind.โ
Wir wollten wissen, wer den Unternehmen im Zuge der digitalen Transformation gefรคhrlich werden kรถnnte. Gefahren sehen die Befragten vor allem auรerhalb der Finanzbranche.
Die vier groรen Tech-Konzerne stehen ganz oben auf der Liste: Rund 58 Prozent der Befragten sehen hier eine potenzielle Bedrohung. Fintechs werden mit 38 Prozent weit weniger als Gefahr wahrgenommen.Wie verรคndert sich das Arbeiten in der Finanzbranche? 73,6 Prozent stimmen der Aussage zu, interdisziplinรคr und kollaborativ zu arbeiten. Zur Fehlerkultur stimmen 65,3 Prozent zu: Fehler sind Lernchancen. Diese Antwort spiegelt sich darin, dass eine Mehrheit von 60,1 Prozent eine Minimum-Viable-Product-Strategie einem 110-Prozent-Konzept bevorzugt. Hier zeigt sich ebenfalls, dass Banken mutiger und innovativer werden. Weniger Zustimmung findet die Aussage โGeschwindigkeit ist wichtiger als Kostenโ, der nur 44,2 Prozent zustimmen.
Sonderteil: Nachhaltigkeit
Der Sonderteil der aktuellen Umfrage widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit. Christoph Sorhage, Principal bei Horn & Company, sieht hier ein Phรคnomen, das gekommen ist, um zu bleiben: โNachhaltigkeit ist ungebrochener Treiber fรผr gesellschaftliche Verรคnderungen und gewinnt zunehmend an Bedeutung fรผr Kunden und Mitarbeiter. Daher rรผckt das Thema auch zunehmend in den Fokus von Politik und Aufsicht, die dem Finanzsektor eine Schlรผsselrolle bei der Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele beimessen und Finanzdienstleister zum Handeln zwingen.โ
Die Zahlen belegen diese Meinung. Wenig รผberraschend ist das Buzzword โnachhaltigโ in der Branche รผberwiegend positiv belegt, รผber 85 Prozent der Befragten sehen hier รผberwiegend Chancen. Knapp Zweidrittel sehen hier ein wichtiges Thema, knapp ein Drittel erwartet einen regelrechten Tsunami. Nur rund 5 Prozent halten Nachhaltigkeit fรผr einen Hype, der sich wieder legen wird. Positive Auswirkungen hat Nachhaltigkeit auf das Produktportfolio und auf das Image.
Dabei sehen sich die Befragten bereits gut aufgestellt und betrachten Nachhaltigkeit รผberwiegend bereits als Teil der Unternehmens-DNA. Daher beschรคftigen sich die Institute bereits umfassend mit dem Thema Nachhaltigkeit, um ihre strategische Positionierung und die geschรคftspolitische Ausrichtung an die verรคnderten Marktanforderungen zu รผberprรผfen und anzupassen. Gleichzeitig legen die weiterfรผhrenden Umfrageergebnisse offen, dass Banken und andere Institute noch erhebliche Umsetzungsaufwรคnde vor sich haben, um den steigenden regulatorischen Anforderungen zur Offenlegung der eigenen ESG-Position sowie dem Management von ESG-Risiken gerecht zu werden.
Details zu den Umfrageergebnissen finden Sie hier:
horn-company.de/publikationen/umfrage/nachhaltige-finanzindustrie-umfragergebnisse/



