Montag, 20. April 2026
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Schwedischer Investor bei Bieterkampf um Schufa ausgestochen

Volksbanken und Sparkassen haben von ihren Vorerwerbsrechten Gebrauch gemacht und eine Mehrheit am Kreditauskunftsdienst Schufa erworben. Sie erhรถhten ihre Unternehmensanteile von 46,9 auf insgesamt 53,6 Prozent. Damit setzen sich die Banken gegen den schwedischen Wettbewerber EQT durch. Dieser hatte seine Plรคne im Verlauf der letzten Monate dargelegt und eine รœbernahme vorbereitet. 

Die Ausrichtung der Aktiengesellschaft Schufa Holding AG bleibt nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) unangetastet. Sie unterstรผtzt den โ€œeingeschlagenen Weg zu einem innovativen und kundenorientierten Dienstleisterโ€, wie Daniel Quinten, Vorstandsmitglied des BVR bekrรคftigt. 

Sensible Daten

Die mรถgliche รœbernahme durch EQT hatte im Vorfeld fรผr einige Kritik gesorgt. Insbesondere die Ungewissheit im Umgang mit den sensiblen Daten des Unternehmens wurde angefรผhrt. SchlieรŸlich verfรผgt die Schufa รผber eine riesige Datenbank, die Informationen von รผber 68 Millionen Bรผrgern beinhaltet. Ein Verkauf an eine auslรคndische Investorengruppe hรคtte langfristig zu ernsten Interessenskonflikten fรผhren kรถnnen. 

Zwar hatte EQT wiederholt unterstrichen, die Schufa im Sinne von Transparenz und Verbraucherschutz weiterzuentwickeln zu wollen. Gleichwohl blieb die Frage, auf welchem Weg das avisierte Wachstum und die attraktiven Renditen zu erreichen wรคren, weitgehend unbeantwortet. Gerade durch den Bedeutungszuwachs von digitalen Transaktionen, wie etwa Apples Einstieg in das BNPL-Geschรคft demonstriert, weckt der unmittelbare Zugriff auf Kundeninformationen Begehrlichkeiten. 

Wirtschaftsstandort Deutschland

Eine stรคrkere Gewinnorientierung seitens der Schufa durch EQT hรคtte einen laschen Umgang mit Kundendaten und letztlich auch den Missbrauch begรผnstigt. Aus dieser Perspektive gewรคhrleistet die Entscheidung der Volksbanken und Sparkassen, Mehrheitseigner zu werden, der Schufa ein grรถรŸtmรถgliches MaรŸ an Neutralitรคt und Sicherheit. Doch die รœbernahme bietet nicht nur im Sinne des Verbraucherschutzes Vorteile. 

Auch der Wirtschaftsstandort Deutschland profitiert nach Ansicht von Daniel Quinten von โ€žeiner Auskunftei, die bei Banken, Handel und Verbrauchern hierzulande eine hohe Akzeptanz und Vertrauen genieรŸtโ€œ.ย Diese wechselseitige Beziehung auszubauen, liegt nun noch stรคrker im Verantwortungsbereich der Volksbanken und Sparkassen.

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