Donnerstag, 05. Mรคrz 2026
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IWF-Prognose: Graue Wolken am Horizont

Im Vierteljahresbericht Economic Outlook Projections kommt der Internationale Wรคhrungsfonds (IWF) zu dem Schluss, dass die bisherige Prognose fรผr das Jahr 2022 gesenkt werden muss. Die Weltwirtschaft werde sich demnach langsamer von der Covid-Pandemie erholen als bisher angenommen. 

Insgesamt korrigieren die Experten unter der Fรผhrung von Pierre-Olivier Gourinchas ihre Kalkulation vom Januar um 0,8 Punkte fรผr das laufende Jahr und um 0,2 Punkte fรผr das Folgejahr. Das globale Wachstum betrรคgt 2022 somit lediglich 3,6 Prozent. Zudem verweist der IWF darauf, dass weitere Senkungen nicht ausgeschlossen sind. 

Folgen des Ukraine-Kriegs

Hauptursรคchlich fรผr die Kurskorrektur des IWF sind die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Beide Staaten werden den Einschรคtzungen nach mit schweren wirtschaftlichen EinbuรŸen rechnen mรผssen. Der Ukraine wird aufgrund von Zerstรถrung und Vertreibung ein Rรผckgang von mindestens zehn Prozent vorhergesagt. Doch auch die russische Wirtschaft wird infolge der Sanktionen einen Einbruch von etwa 8,5 Prozent verkraften mรผssen. 

Neben den beiden Kombattanten, die direkt vom Krieg betroffen sind, haben auch weitere Staaten mit den Folgen zu kรคmpfen. Auf europรคischer Seite sieht der IWF ibesonders Deutschland und Italien als Leidtragende des Konflikts. Sie werden durch die hohe Abhรคngigkeit von russischen Energieimporten belastetet. 

Gefahren hoher Inflation

Infolge der hohen Energiepreise erwartet der IWF auch eine anhaltend hohe Inflation, die punktuell historische Werte erreichen kรถnnte. In den USA und bei einigen EU-Mitgliedern kletterte die Teuerungsrate bereits so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr. Gourinchas sieht hier die Notenbanken in der Pflicht, mit einer strafferen Geldpolitik gegenzusteuern. 

In seinem Ausblick prognostiziert der IWF den Industriestaaten eine Preissteigerung von 5,7 Prozent. Schwellen- und Entwicklungslรคndern sagt die Sonderorganisation der Vereinten Nationen sogar 8,5 Prozent voraus.  

Gerade Entwicklungslรคnder trifft die gegenwรคrtige Situation hart. Nicht nur haben sie begrenzte Mรถglichkeiten, gegen die Folgen der Inflation anzukรคmpfen. Auch die Beeintrรคchtigung der internationalen Lieferketten macht sich โ€“ etwa im Bereich Lebensmittel โ€“ deutlich bemerkbar und kรถnnte die Stabilitรคt einzelner Lรคnder gefรคhrden. Insofern kann der Bericht des IFW als Warnung begriffen werden. Es zeichnen sich graue Wolken am Horizont ab.

Milan Herrmann ist ehemaliger Redakteur beim BANKINGCLUB.

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