Donnerstag, 26. Februar 2026
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VoP-Pflicht startet EU-weit

Die Verification of Payee-Pflicht startet EU-weit: Ab dem 9. Oktober 2025 mรผssen Banken Instant Payments ohne Zusatzkosten anbieten, inklusive automatischer Empfรคngerprรผfung in Sekunden. Das bringt mehr Sicherheit fรผr Kundinnen und Kunden, aber auch technische und operative Herausforderungen fรผr Banken.

Stichtag 9. Oktober 2025: Seit Anfang dieser Woche mรผssen Banken im Euroraum Echtzeitรผberweisungen kostenlos anbieten. Ab heute sind sie auรŸerdem dazu verpflichtet, Empfรคngerรผberprรผfungen (Verification of Payee, VoP) fรผr Instant Payments sowie SEPA-รœberweisungen allgemein anzubieten. Die EU-Verordnung zur Echtzeitรผberweisung (EU Nr. 2024/886) erwartet von Kreditinstituten, vor jeder รœberweisung zu prรผfen, ob die IBAN mit dem Namen des Zahlungsempfรคngers รผbereinstimmt โ€“ kostenlos und in nur wenigen Sekunden. Seit dem 5. Oktober ist auรŸerdem das VoP Scheme Rulebook vom European Payments Council (EPC) wirksam, das zur Standardisierung und Interoperabilitรคt bei der VoP-Prรผfung zwischen europรคischen Banken beitragen soll.  

Match or No Match? 

Nach Eingabe einer รœberweisung prรผft die Bank automatisch die Daten des Empfรคngers. Dabei sendet die Bank des Requesting Payment Service Providers (PSP) eine Prรผfanfrage mit IBAN und Empfรคngernamen an die Empfรคngerbank, also den Responding PSP. Das Ergebnis der VoP-Prรผfung wird รผber ein Ampelsystem angezeigt: 

  • Grรผn (โ€žMatchโ€œ): Name und IBAN stimmen รผberein.ย 
  • Gelb (โ€žClose Matchโ€œ): Es gibt teilweise รœbereinstimmung beim Namen, zum Beispiel bei Tippfehlern โ€“ die Bank zeigt den korrekten Empfรคngernamen an und die Daten mรผssen verglichen werden.ย 
  • Rot (โ€žNo Matchโ€œ): Name und IBAN stimmen nicht รผberein.ย 
  • Prรผfung nicht mรถglich: Daten mรผssen nochmal รผberprรผft und eingegeben werden.ย 

Auf Basis dieser Rรผckmeldung entscheidet der Zahler selbst, ob er die รœberweisung freigibt oder abbricht. Banken legen individuell fest, wie strikt sie bei gelben oder roten Abweichungen vorgehen.  

Mehr Sicherheit fรผr Verbraucherinnen und Verbraucher 

Mit der Empfรคngerรผberprรผfung sollen vor allem Betrugsmaschen und allgemein Falschรผberweisungen reduziert werden. Fรผr Kundinnen und Kunden bedeutet das: Im Rahmen des Sicherheitschecks mรผssen sie genau auf die Richtigkeit des Empfรคngernamens achten. Darunter fallen Betrugsmaschen wie CEO Fraud (vorgeblicher Anruf oder E-Mail der Geschรคftsleitung) oder Romance Scams (emotional motivierte Zahlungsaufforderungen). 

Ab dem 9. Oktober 2025 gelten die Regelungen fรผr alle Staaten im Euro-Raum, ab dem 9. Juli 2027 dann fรผr die gesamte EU.  

Fรผr viele Institute in Deutschland geht die Einfรผhrung der Empfรคngerรผberprรผfung mit technischen Herausforderungen einher. Gleichzeitig sorgt die Neuerung bei vielen Kundinnen und Kunden noch fรผr Unsicherheit

Herausforderungen fรผr Banken 

Auch beim alljรคhrlichen Next Generation Payment-Kongress vom BANKINGCLUB Anfang September stand Verification of Payee thematisch im Vordergrund. Bianca Krach, Senior Expertin fรผr Firmenkundenlรถsungen im Transaction Banking bei der DZ BANK AG, sprach รผber die Herausforderung, die strengen regulatorischen Vorgaben umzusetzen und gleichzeitig Kundenanforderungen zu berรผcksichtigen: โ€žVoP ist ein Zusammenspiel aus Technologie, Regulatorik und dem Nutzerverhalten.โ€œ Sie hob dabei die Vorreiterrolle der DZ BANK fรผr ihre Firmenkunden hervor. 

David Ballaschk, Senior Payment Expert bei der Deutschen Bundesbank, prรคsentierte die Sicht als Regulator und blickte circa ein Monat vor der Deadline eher kritisch auf die Kommunikationsbemรผhungen der Banken โ€“ diese hรคtten seiner Ansicht nach frรผher starten sollen. Die Deutsche Bundesbank etwa hat eine FAQ-Seite zu Echtzeitรผberweisungen und zur Empfรคngerรผberprรผfung verรถffentlicht, um hรคufige Fragen von Kunden und Bรผrgern zu beantworten. 

In der Paneldiskussion zu VoP und Pre-Validation diskutierten Zahlungsverkehr-Experten neben dem aktuellen Stand, den Kundenbedรผrfnissen und weiteren Herausforderungen die Fraud-Lage. Michael Hรผlsiggensen, Head of DACH Market bei SurePay, betonte: โ€žVoP wird in vielen Fraud Cases helfen, aber es ist kein Allheilmittel.โ€œ  

Wie genau die Empfรคngerรผberprรผfung ankommt und welche Schwierigkeiten sich ergeben, wird sich im Laufe der nรคchsten Tage und Woche noch herausstellen. Optimistisch zeigte sich Hans-Rainer van den Berg, CEO bei euro-V: โ€žIn Deutschland wird es sehr gut aussehen. Die Banken sind vorbereitet. Sie unterscheiden sich in der Qualitรคt, wie sie die Anfragen bearbeiten โ€“ das wird von Bank zu Bank verschieden sein.โ€œ 

Die Einfรผhrung von Verification of Payee markiert einen wichtigen Schritt zu erhรถhter Sicherheit im europรคischen Zahlungsverkehr, fรผr Verbraucherinnen und Verbraucher, Unternehmen und Banken gleichermaรŸen. 

Maria Scherban absolvierte ihr redaktionelles Volontariat beim BANKINGCLUB und arbeitet seit Mitte 2025 als Redakteurin. Zuvor schloss sie ihren Master of Arts an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universitรคt Bonn ab.

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