Immer mehr Deutsche bevorzugen im Urlaub die Kartenzahlung oder Zahlung per Smartphone. Das geht aus der aktuellen Sommerumfrage der norisbank hervor. Demnach zahlen 54 Prozent der Befragten auf Reisen am liebsten bargeldlos. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung und ein deutlicher Anstieg gegenüber 2019, als lediglich 39,9 Prozent Karte oder Smartphone als bevorzugtes Zahlungsmittel nannten.
Besonders ausgeprägt ist der Trend bei jüngeren Reisenden. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen bevorzugen 57,6 Prozent bargeldlose Zahlungsmittel. Auch bei den 35- bis 49-Jährigen liegt der Anteil mit 56,9 Prozent über dem Durchschnitt. Bei den über 50-Jährigen bleibt Bargeld zwar mit 50,6 Prozent knapp vorne, der Abstand zur Kartenzahlung ist jedoch gering.
Kartenzahlung überzeugt mit Transparenz und Sicherheit
Wer im Urlaub bargeldlos bezahlt, greift meist zur Karte. Unter den Befragten, die Karte oder Smartphone bevorzugen, nennen 80,2 Prozent die Karte als ihr bevorzugtes Zahlungsmittel. Dabei liegt die Kreditkarte mit 45,4 Prozent deutlich vor der Giro- oder Debitkarte (30,9 Prozent). Mobile Bezahlverfahren über das Smartphone spielen mit 10,9 Prozent bislang eine untergeordnete Rolle.
Ausschlaggebend für die Beliebtheit der Kartenzahlung ist dabei nicht allein der Komfort. Viele Reisende schätzen vor allem die bessere Kontrolle über ihre Ausgaben. 17,1 Prozent nennen die Nachvollziehbarkeit von Zahlungen über den Kontoauszug als wichtigsten Vorteil. Weitere 16,9 Prozent schätzen, dass sie sich im Urlaub nicht um ausreichende Bargeldbestände kümmern müssen. Zudem sehen viele Verbraucher Sicherheitsvorteile: 7,1 Prozent bevorzugen die Karte, um das Risiko eines Verlusts oder Diebstahls von Bargeld zu vermeiden.
Die Umfrage zeigt zudem, dass die Kreditkarte für viele Reisende längst zum festen Bestandteil der Urlaubsplanung geworden ist. Mehr als jeder dritte Deutsche (35,4 Prozent) würde eigens für eine Reise eine Kreditkarte beantragen. Weitere 16,9 Prozent geben an, bereits aus diesem Grund eine Kreditkarte zu besitzen.
Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung bei jüngeren Verbrauchern. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen sagen 47,4 Prozent, dass eine Kreditkarte für den Urlaub für sie infrage kommt oder bereits vorhanden ist.
Gleichzeitig verändert sich die Nutzung der Kreditkarte. Während sie früher vor allem für Flugbuchungen, Hotels oder Mietwagen eingesetzt wurde, dient sie heute zunehmend als alltägliches Zahlungsmittel im Urlaub. 57 Prozent der Kreditkartennutzer begleichen damit auch kleinere Ausgaben wie Restaurantbesuche, Getränke oder Einkäufe. 2019 lag dieser Anteil noch bei 24,4 Prozent. Für 31,2 Prozent bleibt die Kreditkarte zudem wichtig, um sie als Sicherheit bei Hotels oder Mietwagenanbietern zu hinterlegen.
Karte statt Bargeld: Der Trend zeigt sich auch im Alltag
Die Ergebnisse der norisbank-Umfrage spiegeln eine Entwicklung wider, die längst nicht mehr nur im Urlaub zu beobachten ist. Auch im deutschen Einzelhandel verliert Bargeld seit Jahren an Bedeutung. Laut der aktuellen EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel“ entfielen 2025 nur noch 50,5 Prozent aller Transaktionen im stationären Handel auf Bargeld. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 78 Prozent.
Noch deutlicher wird der Wandel beim Umsatz: Von den rund 500 Milliarden Euro, die Verbraucher im deutschen Einzelhandel ausgeben, werden inzwischen 65 Prozent per Karte bezahlt. Dabei bleibt die Girokarte das wichtigste Zahlungsmittel. Gleichzeitig setzen Kunden zunehmend auf kontaktlose Verfahren. Die Karte wird heute meist nur noch kurz an das Terminal gehalten, während das Einstecken in das Lesegerät zur Ausnahme geworden ist.
Die zunehmende Beliebtheit von Karten- und Smartphonezahlungen im Urlaub reiht sich damit in einen übergeordneten Trend ein. Was für viele Verbraucher im Alltag selbstverständlich geworden ist, setzt sich zunehmend auch auf Reisen durch.



