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1924: Gelddrucken wie Zeitungen? Die „Papiermark“ hat ausgedient

1919 – 1923: Inflation in Deutschland. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg steckte Deutschland politisch, sozial und wirtschaftlich in einer Krise. Mit der Geldherstellung kam man nicht mehr nach. Es war die Ära der sogenannten Papiermark.

Von Redaktion - 16. März 2020
1924: Inflation vorbei, die Papiermark hat ausgedient

1924. Deutschland hat die Hyperinflation überstanden. Die sogenannte Papiermark verschwand.

Die in der Novemberrevolution 1919 entstandene Weimarer Republik ist in den Geschichtsbüchern mit der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung, aber auch mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten verbunden. Kulturell erlebte man zwar eine Hochzeit – Kunst wurde massentauglicher. Politisch sah es nicht so rosig aus. Es waren bewegte Zeiten.

Besonders 1919 bis 1923 war von Stabilität nicht viel zu spüren. Der Erste Weltkrieg lastete noch schwer auf Bevölkerung, Politik und Wirtschaft. So waren diese Jahre geprägt von versuchten politischen Umstürzen, Mordanschlägen auf Politiker, Reparationszahlungen und einer Hyperinflation.

Genauer gesagt erlebte Deutschland 1922/1923 mit einer maximalen monatlichen Inflationsrate von rund 30 Prozent eine der fünf größten Inflationen der Geschichte. Spitzenreiter ist die Hyperinflation in Ungarn 1945 – 1946. Die maximale monatliche Rate lag hier bei 4,19 Billiarden Prozent.

Inflationsjahre in Deutschland: die Papiermark

Wie kam es zu dieser massiven Inflation? Offizielle Währung war die Mark. Ab 1921 war es aus technischen und organisatorischen Gründen beinahe unmöglich geworden, dem Stückgeldbedarf nachzukommen. Für Ruhrbesetzung und passiven Widerstand waren weitaus mehr Ressourcen nötig, als man zur Verfügung hatte.

Man fing an Scheine mit einem Wert von 500, 5.000 und 10.000 Mark in Umlauf zu bringen – vorher war beim 1.000-Mark-Schein Schluss. Die Situation verschlimmerte sich im Laufe des Jahres 1922 immer mehr. Rapide ging es mit der Mark bergab.

Reichsbank und Reichsdruckerei waren mit dem Neudruck überfordert. Es blieb kein anderer Ausweg, als private Druckereien mit ins Boot zu holen. Nun war die Ausgabe von privatem Notengeld in großem Umfang zulässig.

Der Wert der Scheine ging bergauf, mit der „Qualität“ ging es bergab. Ab Mitte des Jahres 1922 wurden die Noten von einer Papierrolle gedruckt – fast wie eine Zeitung also. Während der Inflationsjahre wurden sie daher inoffiziell auch Papiermark genannt.

Höchststand von 100 Billionen Mark

Die Geldherstellung wurde zu einer logistischen Herausforderung. 1923 war der Zenit erreicht: „Über 30 Papierfabriken waren in Vollbetrieb für die Papierbeschaffung tätig. Gedruckt wurden rund 10 Milliarden Geldzeichenstücke im Nennbetrage von 3.877 Trillionen Mark. 29 galvanoplastische Anstalten lieferten dazu 400.000 Druckplatten“, heißt es von der Reichsbank im Jahre 1926. Währenddessen stieg der Wert weiter. 1922 wurde bereits ein 50.000 Mark-Schein gedruckt und im Sommer 1923 gab es zum ersten Mal einen Schein mit einem Wert von über 1 Million Mark. Auch 1-Milliarde- oder 1-Billion-Scheine waren keine Seltenheit mehr.

Auf den Geldscheinen wurde der Betrag allerdings gar nicht als Zahl aufgedruckt, es war nicht genügend Platz. Zu lesen war der Nennwert daher als Wort. Im November 1923 kam es dann zum Höchststand von 100 Billionen Mark.

Das Ende der Papiermark

Mitte November wurde die Währung stabilisiert. Man führte die Rentenmark im Verhältnis 1 Billion Mark gleich 1 Rentenmark ein. Aber die Reichsbank durfte aufgrund des seit 1875 gültigen Bankgesetzes nur Noten mit der Bezeichnung Mark in Umlauf bringen. Bis zum neuen Bankgesetz 1924 lauteten sie daher noch auf Billionen Mark. Der reale Gegenwert belief sich aber nur auf 1 bis 100 Mark.

Die Scheine der ersten Billionenausgaben konnten leicht gefälscht werden. Daher wurde 1924 eine Übergangsausgabe gedruckt. Hier gab es Scheine im Wert von 5, 10, 20, 50, 100 Billionen Mark.

Nach wie vor musste auf den Buchdruck zurückgegriffen werden. Dennoch wurden die Scheine etwa in mehreren Farben gedruckt, um Fälschern Wind aus den Segeln zu nehmen. Die drei wertvollsten Banknoten wurden aus diesem Grund zusätzlich mit Portraits von Albrecht Dürer versehen.

Erst als die ersten Reichsmarkausgaben Ende des Jahres 1924 gedruckt wurden, verschwanden die Billionenausgaben. Damit war auch spätestens das Ende der Papiermark besiegelt. Die letzten Papier-Scheine mit einem Nennwert von 5 Billionen wurden am 15. März 1924 gedruckt.

Daily-Highlights: Sie möchten mehr von unseren Dailys? Dann lesen Sie hier mehr über den Ski-Through-Geldautomaten oder über die Gründung der Deutschen Bank.

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