Freitag, 17. April 2026
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Transparenz und Gerechtigkeit

Am liebsten muss in Deutschland immer alles gerecht zugehen. Und alles, was ungerecht ist, wird vom Tisch gefegt. So wie die gerechte Kopfpauschale bei der Krankenversicherung. Es gibt nichts Gerechteres, aber die Politik sagt: โ€žUngerecht!โ€œ

Es ist auch ungerecht, wenn Banken einem Kunden nur 0,25 Prozent Zinsen auf dem Sparbuch gutschreiben, jedoch acht Prozent Zinsen fรผr die genehmigte รœberziehung abverlangen. Dass sich Banken selbst bei dieser enormen Marge nicht die Taschen voll machen, dรผrfte sich indes herumgesprochen haben. Woher kommt also diese permanente Forderung nach Transparenz und Gerechtigkeit?

Die gleichen Menschen, die dies fordern, kaufen irgendwo eine Polohemd fรผr 39,00 Euro und wissen nicht, dass die Herstellung nur drei Euro (oder weniger) gekostet hat. Wie ungerecht! Vor allem fรผr die Nรคherinnen, die nicht einmal einen Euro pro Stunde verdienen. Kรผrzlich sagte mir ein Freund, dass er bei einem Autohaus 25 Prozent Rabatt bekommen habe. Ich erhielt dagegen nur 15 Prozent. Sollte man nicht alle Autoverkรคufer in Deutschland auffordern, ihre Rabattsรคtze zu verรถffentlichen?

Zusรคtzlich zur unverschรคmten Marge von ca. acht Prozent, kommen jetzt Banken auch noch auf die unverschรคmte Idee, Gebรผhren fรผr die Nutzung eines Girokontos zu verlangen. Dabei wissen wir doch, dass eine gute Dienstleistung nur gut sein kann, wenn sie kostenlos ist.

Es ist nie zu spรคt

Dennoch, liebe Banken: Ihr seid selber schuld! Wer einmal mit kostenlos anfรคngt und nicht erklรคrt, warum das funktioniert, der muss sich nicht wundern, wenn sich der Kunde jetzt รคrgert. Oder zu einem der verbleibenden 25 Gratiskonten wechselt, wenn er zudem keine echte Gegenleistung, Beratung und oder Hilfe spรผrt. Aber jetzt die Berater alle 18 Monate zu wechseln oder gleich ganz rauszuschmeiรŸen, ist keine Lรถsung. Vielmehr mรผsst Ihr mal zehn Jahre zurรผckdenken und nachschauen, was Ihr damals schon falsch gemacht habt.
Aber es ist nie zu spรคt โ€ฆ

Ihr Thorsten Hahn

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Grรผnder des BANKINGCLUB. In seinem Editorial โ€žQuer durch die Bankโ€œ bezieht er regelmรครŸig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zรคhlt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugรคnglich zu machen.

AuรŸerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbรผcher und Buchbeitrรคge.

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