Montag, 09. Mรคrz 2026
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Mehr als KYC: Identifizierung im Lebenszyklus einer Bank

BANKINGNEWS: Kรผnstliche Intelligenz (KI) wird mittlerweile in den verschiedensten Bereichen eines Unternehmens genutzt. Welchen Einsatz findet KI bei der Identitรคtsprรผfung?

Philipp Angermann: Kรผnstliche Intelligenz spielt in unserem Geschรคft bereits seit einigen Jahren eine wichtige Rolle. Viele unserer Lรถsungen basieren zumindest teilweise auf KI-Anwendungen. Sie nutzen Deep-Learning-Technologie, um Informationen aus Dokumenten in Echtzeit zu extrahieren und zu analysieren. Innerhalb weniger Sekunden erhalten Kunden Klarheit รผber die Echtheit und Gรผltigkeit des Ausweisdokuments. Mit KI-basierten Tools werden die Analyse und Verarbeitung von Nutzerdaten sowie Transaktionen automatisiert. Immer mehr Unternehmen setzen daher auf entsprechende Tools, um ihre KYC-Prozesse (Know Your Customer) zu digitalisieren und die Legitimitรคt von Zugriffen zu รผberprรผfen. Ist die Analyse unvollstรคndig, รผbernehmen unsere Betrugsexperten. Dieses Zusammenspiel aus KI und menschlicher Expertise ist zentral fรผr uns.

Cyberkriminelle greifen auch immer hรคufiger selbst auf KI-Tools zurรผck. Welche Sicherheitsrisiken entstehen dadurch fรผr Banken?

KI macht es auch Cyberkriminellen leichter, ihre schรคdlichen Aktivitรคten auszuรผben. Die globale und nationale Cyber-Bedrohungslage war noch nie so ernst wie heute. Auch Betrug im Banken- und Fintech-Sektor ist auf dem Vormarsch. So sind beispielsweise fรผr Social-Engineering-Angriffe keine tiefgreifenden technischen Kenntnisse mehr erforderlich. Mit anderen Worten: KI-Tools werden die ohnehin angespannte Cyber-Sicherheitslage weiter verschรคrfen. Unternehmen mรผssen die Kriminellen daher mit ihren eigenen Waffen schlagen. Denn mit Hilfe von KI wird es auch einfacher, neue, unbekannte Bedrohungen zu erkennen und Angriffe mit bekannten Mustern abzuwehren.

Wie kรถnnen Banken diese Risiken identifizieren, und wie sollten sie darauf reagieren?

Es gibt fรผr Banken, Fintechs und ihre Dienstleister durchaus Mittel, um sich gegen Sicherheitsrisiken zu wehren. Mehrstufige Tools und Technologien kommen dabei immer hรคufiger zum Einsatz. So werden beispielsweise sogenannte โ€žRisikosignaleโ€œ zur Identitรคtsprรผfung eingesetzt. Sie ermรถglichen einen Abgleich mit gespeicherten, verhaltensbiometrischen Daten, wie zum Beispiel dem Tippverhalten oder den Mausbewegungen des Nutzers. Wird eine Abweichung vom gewohnten Verhalten des Benutzers erkannt, weil es sich um einen Betrรผger handeln kรถnnte, greifen weitere Sicherheitsmechanismen. Die Betrugserkennung wird auch durch den Abgleich historischer Transaktionen in Form von Gerรคtesignalen unterstรผtzt.

Welche Rolle spielt die Step-up-Verifikation in diesem Zusammenhang?

Step-up-Verifikation bezieht sich auf Transaktionen oder Aktionen, bei denen ein Nutzer auf besonders sensible Daten zugreift und eine zusรคtzliche Sicherheitsstufe zum Schutz vor Betrug eingebaut wird. So kann beispielsweise eine ร„nderung der Kontaktdaten in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer Kontoerรถffnung ein Indiz fรผr eine unrechtmรครŸige Kontoerรถffnung sein. Denkbar ist auch, dass โ€žMoney Mulesโ€œ am Werk sind. Damit gemeint sind Personen, die ihre Zugangsdaten Kriminellen zur Verfรผgung stellen. Ungewรถhnlich hohe Transaktionswerte oder auffรคllige Empfรคnger sind ebenfalls verdรคchtig. In solchen Fรคllen und bei anderen Schritten, die eine hohe Sicherheitsrelevanz haben, empfiehlt sich dann eine Step-up-Verifikation. Hier muss sich der Nutzer zur Betrugsprรคvention noch einmal verifizieren, um seine Identitรคt zu bestรคtigen.

Banken mรผssen die Customer Journey nicht nur sicher gestalten, sondern auch so gradlinig wie mรถglich fรผr den Kunden. Wie lรคsst sich das bei der Step-up-Verifikation miteinander vereinbaren?

Traditionell wird dieser Schritt auch heute noch hรคufig durch einen Anruf, oder beim Zurรผcksetzen von Zugรคngen sogar mit einem physischen PIN-Brief an die Meldeadresse gelรถst. Dieser Prozess kann jedoch mit digitaler Identitรคtsverifizierung schneller und ebenso sicher gelรถst werden. Die digitale Version funktioniert weltweit standortunabhรคngig und ist rund um die Uhr verfรผgbar.

Wie kann IDnow Banken dabei unterstรผtzen, sich und ihre Kunden zu schรผtzen?

Seit unserer Grรผndung vor zehn Jahren, helfen wir groรŸen und kleinen Finanzdienstleistern dabei, die bestehenden Vorschriften im Finanzbereich einzuhalten und sich und ihre Endkunden zu schรผtzen. Dafรผr arbeiten wir mit รผber 900 Kunden und Partnern zusammen und wickeln jedes Jahr รผber 30 Millionen Identifizierungen ab. Der Ausbau des Geschรคfts unserer Kunden steht dabei unter anderem im Fokus.โ€‹ Dafรผr bietet IDnow eine Plattform mit einem breiten Portfolio an Lรถsungen zur Identitรคtsverifizierung. Diese reichen von automatisiert bis menschlich unterstรผtzt und von rein online bis zum Point-of-Sale. Wir optimieren unsere Lรถsungen stets in Hinblick auf Konversionsraten und auf ihre Sicherheit.

Was unterscheidet Sie von anderen Lรถsungsanbietern?

Wir machen nicht nur keine Kompromisse bei der Sicherheit, sondern legen auch groรŸen Wert auf intuitive Bedienung sowie schnelle Ergebnisse โ€“ das macht uns zu einem der Vorreiter in unserer Branche. Fรผr unsere Kunden, also Banken, Mobilitรคtsdienstleister oder Versicherungen, schaffen wir innovative digitale Erlebnisse, ohne bei der Benutzerverifizierung eingeschrรคnkt zu sein. Zeitgleich fรผhlen sich Endnutzer in ihrem Alltag nicht ausgebremst: Mit unseren verschiedenen Variationen zur Identitรคtsรผberprรผfung lassen sich Identitรคten auf die vom Endkunden bevorzugte Weise belegen. Unternehmen kรถnnen dadurch in wenigen Augenblicken verlรคssliche, qualifizierte Entscheidungen treffen.

Step-Up-Verifikation

Philipp Angermann

Philipp Angermann ist Director Financial Services DACH bei IDnow. In dieser Funktion verantwortet er den Ausbau der Kundenbeziehungen im deutschsprachigen Finanzsektor. Dazu zรคhlen Banken, Fintechs, und Kryptoplattformen, sowie auslรคndische Finanzdienstleister, die im DACH-Raum aktiv werden mรถchten. Zuvor war er bei IDnow als Director Marketing DACH mit einem Fokus auf dem Bereich โ€žDigitale Identitรคtenโ€œ tรคtig.

Daniel Fernandez ist seit 2025 Chefredakteur der BANKINGNEWS. Seine journalistische Laufbahn begann er 2017 in der Redaktion als Volontรคr. Er studierte English Studies an der Universitรคt Bonn (B.A. 2016) und vertiefte seine akademische Ausbildung mit einem Master in English Literatures and Cultures, den er ebenfalls in Bonn abschloss. Erste redaktionelle Erfahrungen sammelte er parallel zum Studium als freier Werbetexter.

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