Donnerstag, 05. Mรคrz 2026
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Digitaler Euro: Die Ausgestaltung bestimmt den Erfolg

Die Einfรผhrung des Digitalen Euros kann das europรคische Finanzsystem nachhaltig prรคgen โ€“ doch sein Erfolg hรคngt von der Ausgestaltung ab. Er soll sich in das bestehende Finanzsystem einfรผgen, Mehrwerte fรผr alle Beteiligten schaffen und zugleich mรถgliche Risiken im Blick behalten.

Der Digitale Euro ist fรผr Europa eine Chance, das bestehende Geldsystem weiterzuentwickeln und so die Wettbewerbsfรคhigkeit auf dem globalen Finanzmarkt zu stรคrken. Fรผr Genossenschaftsbanken ist die Ausgestaltung des Digitalen Euros als digitales Pendant zum Bargeld sowie eine nahtlose Integration in bestehende und zukรผnftige privatwirtschaftliche Zahlungsverkehrslรถsungen wie die Europรคische Zahlungsinitiative (EPI) dabei von essenzieller Bedeutung.

Stรคrkung der europรคischen Wettbewerbsfรคhigkeit

Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sieht ein hohes Potenzial eines Digitalen Euros und unterstรผtzt aktiv dessen Entwicklung und Implementierung. Darin besteht eine Chance, das heutige Bargeld an die Anforderungen eines digitalisierten Lebens anzupassen und Verbrauchern den Zugang zu digitalem Zentralbankgeld in einer zunehmend digitalen Welt zu ermรถglichen. Ein Digitaler Euro muss dabei bargeldรคhnliche Eigenschaften wie Anonymitรคt und Privatsphรคre garantieren.

รœber den Erfolg eines Digitalen Euros entscheidet dessen Ausgestaltung. Diese muss klare Mehrwerte fรผr alle Stakeholder, also Verbraucher, Wirtschaft, Handel und Banken, herausstellen und drohende Risiken effektiv begrenzen. Das umfasst vor allem Haltelimits in Hรถhe von maximal 500 Euro, um einen Einlagenabfluss und daraus resultierende negative Effekte wie eingeschrรคnkte Kreditvergabefรคhigkeit der Banken oder eine Gefรคhrdung der Finanzmarktstabilitรคt zu begrenzen.

Zahlungsmittel statt Zahlungsverkehrssystem

Damit die bestehende Rollenverteilung erhalten bleibt, darf die EZB nicht als รถffentlicher Akteur in einem privaten, vom Wettbewerb bestimmten, Zahlungsverkehrsmarkt auftreten. Eine Ausgestaltung des Digitalen Euro darf deshalb nicht รผber die Ausgabe eines Zahlungsmittels hinausgehen. Der Aufbau eines ganzheitlichen, staatlichen Zahlungssystems (analog EPI) durch die EZB ist zum Erreichen der genannten Ziele weder nรถtig noch sinnvoll. Auch mit Blick auf Pflichtleistungen, Entgelte und Kompensationen der durch Intermediรคre erbrachten Leistungen mรผssen weiterhin marktwirtschaftliche Prinzipien gelten.

Ausgestaltung bestimmt den Erfolg

Die Ausgestaltung neuer und innovativer Geldformen entscheidet รผber den Erfolg des zukรผnftigen europรคischen Geldsystems. Es muss klar sein, dass die Einfรผhrung neuer Geldformen eine fundamentale Verรคnderung eines bewรคhrten Geldsystems darstellt. Reformen dรผrfen sich nicht allein an dem orientieren, was technisch mรถglich ist. Vielmehr muss im Vordergrund stehen, wie neue Geldformen den grรถรŸten Mehrwehrt fรผr Gesellschaft und Wirtschaft schaffen. Folgende Kernbotschaften fรผr ein zukรผnftiges Geldsystem sind demnach zentral:

  • Der Digitale Euro muss mit klaren Mehrwerten fรผr alle Stakeholder, also Verbraucher, Wirtschaft, Handel und Banken, bei effektiver Begrenzung der drohenden Risiken ausgestattet sein.
  • Der Digitale Euro ist als Bestandteil privatwirtschaftlicher Lรถsungen (EPI) als Zahlungsmittel (Cashlike) fรผr europรคische Interoperabilitรคt zu konzipieren.
  • Ein Haltelimit von hรถchstens 500 Euro ist essenziell, um den Einlagenabfluss zu begrenzen und die Transformationsfinanzierung der Wirtschaft sicherzustellen.
  • Der Digitale Euro ist als gesetzliches Zahlungsmittel mit den Kerneigenschaften von Bargeld, ohne Akzeptanzpflicht (Vertragsfreiheit), auszugestalten.
  • Das Mandat der EZB muss vom Gesetzgeber konkretisiert werden, sodass kein Wettbewerb zwischen Markt und Staat bei Zahlungsverkehrs- und Bankdienstleistungen rund ums Konto entsteht.

Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass bei der Einfรผhrung eines Digitalen Euro die derzeitige Rollenverteilung der Akteure beibehalten werden muss. Denn nicht bรผrokratische Institutionen sichern die Effizienz und Innovationsfรคhigkeit im Zahlungsverkehr, sondern dies ist nur durch einen privaten Wettbewerb gewรคhrleistet.

Albert Pastรถtter ist Vorstandsmitglied bei der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Sรผdost eG.

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