Freitag, 12. Juni 2026

Instant Payments: Eine Zwischenbilanz

Echtzeitüberweisungen sind endgültig im Alltag angekommen. Nach der EU-weiten Instant-Payment-Regulierung sind Banken verpflichtet, Sofortzahlungen zu empfangen und anzubieten. Auch neue Sicherheitsstandards verändern den Markt grundlegend. Doch wie tief ist die Technologie wirklich im Alltag verankert?

2025 könnte als Jahr der Revolution der Echtzeitüberweisungen in Europa in Erinnerung bleiben. Nachdem im Februar 2024 das EU-Parlament die Verordnung 2024/886“ (Instant Payment Regulierung) beschlossen hatte, sind seit Januar vergangenen Jahres Banken in der Eurozone verpflichtet, Instant Payments empfangen zu können – ohne zusätzliche Gebühren. 

Im Oktober folgte der nächste Schritt: Alle Banken in der Eurozone müssen Echtzeitüberweisungen auch aktiv anbieten. Gleichzeitig wurde mit der Verification of Payee (VoP) eine Sicherheitsmaßnahme eingeführt, bei der die IBAN und der Name des Zahlungsempfängers automatisch abgeglichen werden. 

In Deutschland gehörte die UniCredit – Hypovereinsbank (HVB) zu einem der ersten Institute, die sowohl das Senden als auch das Empfangen von Echtzeitüberweisungen anbot. Mit der Einführung der SEPA Instant Credit Transfer (SCT INST) am 21. November 2017 führte die HVB einen ersten Test durch: Die Überweisung von Deutschland nach Italien wurde dabei in nur 2,5 Sekunden abgewickelt. 

Wie sieht die Lage im Jahr 2026 aus? Sind Echtzeitüberweisungen bei den deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen? 

Mehrheit der deutschen Verbraucher nutzt Instant Payments 

In einer Umfrage von YouGov aus Ende 2025 zeichnet sich ein deutliches Bild ab: 71 Prozent der befragten Online-Banking-Nutzer haben bereits eine Echtzeitüberweisung genutzt. Im September desselben Jahres lag der Anteil noch bei 69 Prozent. Damit ist Instant Payment für einen Großteil der deutschen Verbraucher längst keine Neuheit mehr.  

Insgesamt überzeugen Instant Payments insbesondere die jüngeren Generationen. Denn mit 81 Prozent der Gen Z und 77 Prozent der Millennials haben bei den bis 44-Jährigen eine deutliche Mehrheit, den Service mindestens einmal in Anspruch genommen. Bei der Generation der Baby-Boomer geben 39 Prozent an, Echtzeitüberweisungen schon oft genutzt zu haben (Gen X: 43 %; Millennials: 43 %; Gen Z: 48 %). Damit nutzen durchschnittlich 42 Prozent der Befragten Echtzeitüberweisungen regelmäßig – Tendenz steigend.  

Etwas mehr als die Hälfte (56 %) der Befragten gibt zudem an, SEPA-Instant-Zahlungen anderen digitalen Zahlungsmitteln, etwa PayPal, vorzuziehen, sofern diese Option verfügbar ist. Auch hier zeigt sich eine Tendenz für die Zukunft: Gen Z (68 %) und Millennials (65 %) zeigen eine stärkere Präferenz im Vergleich zur Gen X (51 %) und Generation der Baby-Boomer (47 %).   

Bedenken sind der Umfrage zufolge in der Minderheit: 60 Prozent der Befragten äußern keine Vorbehalte gegenüber Instant Payments. Lediglich 16 Prozent führen die fehlende Möglichkeit einer Rückholung als Sorge an, gefolgt von Unsicherheiten bei der Zuordnung unbekannter Zahlungen (12 %) und einem erhöhten Betrugs- oder Phishing-Risiko (11 %). 

Entwicklungen für Unternehmen 

Auch im Unternehmenszahlungsverkehr zeigen sich bereits frühe Effekte der neuen Regulierung. Im Januar 2025 lag das Volumen der über die Systeme der Deutschen Bank abgewickelten SEPA-Instant-Zahlungen im Corporate-Bereich um 13 Prozent über dem Vorjahresniveau. 

Für Unternehmen bieten Instant Payments vor allem Vorteile wie eine verbesserte Liquidität und ein geringeres Risiko von Zahlungsausfällen. Im Laufe dieses Jahres wird sich zeigen, wie sich Echtzeitüberweisungen etablieren und welche Entwicklungen sich im Unternehmenszahlungsverkehr ergeben.  

Maria Scherban absolvierte ihr redaktionelles Volontariat beim BANKINGCLUB und arbeitet seit Mitte 2025 als Redakteurin. Zuvor schloss sie ihren Master of Arts an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ab.

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