Freitag, 17. April 2026
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Geht es auch ein bisschen schlanker?

Betrachtet man die schier endlosen organisatorischen Anforderungen an Banken, fallen vor allem die Vielzahl der Themen und die enge Verschrรคnkung der Arbeitsgebiete auf. Schnelle ร„nderungen der Prozesse, verstรคrkte Regulatorik, fortschreitende Digitalisierung, erweitertes Risk-Management, gesteigerte Anforderungen an Datenqualitรคt und agile Softwareentwicklung sind nur einige davon. All diese Themen generieren oder verlangen รคhnliche aber nicht gleiche Informationen. Sie hรคngen zusammen, ohne eindeutig einer Disziplin zugeordnet zu sein. Einzeln betrachtet bergen sie Potential fรผr unendliches Chaos bzw. unendlichen Abstimmungsaufwand.

Um das zu vermeiden, sind einheitliche Konzepte vonnรถten, die eine klare Strukturierung aller Anforderungen ermรถglichen. EAM-Strukturen sind fรผr einen Bankbetrieb zu starr, auf Kollaboration basierende Modelle zu gewagt. Im Raiffeisenverband Salzburg (RVS), der Landesbank der Salzburger Raiffeisenbanken und im Salzburger Lagerhaus/Raiffeisen Warenbetriebe hat man den Ansatz einer fachlichen Unternehmensarchitektur gewรคhlt, um die unterschiedlichen Sichtweisen zu integrieren. Dazu wird der EAM-Ansatz mit seinen vier Ebenen (Technologien, Applikationen, Daten und Prozesse) um die Sicht der Bank- bzw. Ware-Funktionen erweitert und durch Security und Governance flankiert.

Durch die unternehmensstrategische und fachliche Brille betrachtet, erlaubt die Sicht auf die Bankfunktionen einen schnellen und klaren รœberblick, welche Funktionen unternehmens- bzw. erfolgskritisch und welche weniger relevant sind. Zugleich kann die organisatorisch/technische Abdeckung im IST dargestellt werden. Die Zukunftsinitiativen und ihre Auswirkungen sind ebenfalls schnell ersichtlich. Zudem bietet sie die perfekte Basis fรผr Investitionsplanung, Ausbildungsanforderungen und Diskussionen mit Outsourcing-Partnern.

Die Prozess-Sicht nimmt die Funktionen auf und zeigt IST- und SOLL-Prozesse. Dabei werden Fragen rund um OpRisk (Risiko des Prozesses), Internes Kontrollsystem mit operativen und Wirksamkeitskontrollen sowie Personalbedarfsplanung, Kapazitรคtsmanagement und Dokumentenmanagement geklรคrt sowie Projekte, agile Entwicklungen und Change Management unterstรผtzt. Die Datensicht โ€“ noch einmal unterteilt in fachliche und technische Sicht โ€“ strukturiert sich fachlich danach, in welchen Prozessen und Bankfunktionen Daten generiert, genutzt, verรคndert und gelรถscht werden. Nicht nur die Erfรผllung von BCBS 239 und der neuen DSGVO, sondern vor allem die Basis fรผr Datenqualitรคtsmanagement und Big Analytics sind hier zu Hause.

Die technische Datensicht verbindet die fachliche mit der Applikationswelt. Da in der vernetzten, gewachsenen Bank-IT selten eine klare Abgrenzung von IT-Produkten vorhanden ist, steht die agile Softwareentwicklung vor der zusรคtzlichen Herausforderung, dass gleichzeitig zur Abdeckung der neuen Anforderungen die eindeutige Trennung der zugrunde liegenden Software ermรถglicht werden muss. Dabei leistet die Technologie-Sicht wertvolle Beitrรคge, weil auch hier die Grenzen und Mรถglichkeiten technischer Neuerungen im Gesamtkontext eines Hauses aufgezeigt werden kรถnnen.

Im Zusammenspiel erlaubt die fachliche Unternehmensarchitektur schnelle Aussagen, etwa zum Business Contingency und Continuity Management, Change Management und zur Einbeziehung von Stakeholdern sowie zur Auswirkung von scheinbar โ€žkleinenโ€œ technischen ร„nderungen auf strategische Initiativen. Flankierend regelt die Governance das Zusammenspiel von Prozess- und Data Ownern, strategischen Gremien und Product Ownern. Die Security-Anforderungen รผber alle Ebenen des Unternehmens runden das Gesamtbild ab.

Durch die starke Integration der Modelle der Unternehmensarchitektur, in unserem Fall weitestgehend in der Software Adonis, kann der RVS viele Informationen aus den jeweils รผber- oder untergeordneten Ebenen รผbernehmen und somit Dokumentationsaufwand sparen. Abhรคngigkeiten und Wechselwirkungen werden schnell und einfach sichtbar. Durch einen Konnex der jeweils vorhandenen Daten kann eine groรŸe Bandbreite an ansonsten aufwรคndigen Analysen fast automatisch generiert werden. Insgesamt kann der administrative Overhead auf ein Minimum reduziert und durch integrierte Information ersetzt werden.

Die Autoren:

Michael Baldauf hat 25 Jahre Erfahrung in Banken und internationalen Beratungshรคusern, unter anderem als Leiter einer Delivery-Einheit mit 190 Banken-Fachberatern. Im Raiffeisenverband Salzburg ist er fรผr die Umsetzung der Strategie und das Change Management verantwortlich und hat die Zulassung zur Fรผhrung einer Bank in ร–sterreich.

Barbara Laimer ist die Leiterin der beiden Einheiten Prozessmanagement und Organisationsberatung im Raiffeisenverband Salzburg. Ihr Schwerpunkt ist Prozessoptimierung, Change- und Projekt-Management. Sie vertritt Salzburg in den landesweiten Prozess-Expertenteams und lehrt an der FH Salzburg in diversen Fรคchern.

 

Barbara Laimer ist die Leiterin der beiden Einheiten Prozessmanagement und Organisationsberatung im Raiffeisenverband Salzburg. Ihr Schwerpunkt ist Prozessoptimierung, Change- und Projekt-Management. Sie vertritt Salzburg in den landesweiten Prozess-Expertenteams und lehrt an der FH Salzburg in diversen Fรคchern.

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