Freitag, 17. April 2026
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Jammern auf hohem Niveau

Die Deutsche Bank halbiert den Quartalsgewinn im Vorjahresvergleich und รผberrascht die Anleger positiv. Statt 236 Mio. Euro Gewinn hatten Experten mit einem Verlust in Hรถhe von 300 Mio. gerechnet. Die Commerzbank halbiert den Gewinn zum Vorjahresquartal ebenfalls auf 273 Mio. (mehr als beim grรถรŸeren Wettbewerber) und der Aktienkurs rutscht um 11 Prozent.

Kein guter Aufschlag fรผr den neuen Chef bei der Bank mit dem jetzt gelben Band der Sympathie. Auch einige andere Banken haben die Quartals-Flaggen auf Halbmast gesetzt. Bei der HSBC hat man nur einen Gewinn von 3,9 Mrd. Euro erwirtschaftet, eine Milliarde weniger als im Vorjahr. Heerscharen von Mitarbeitern werden nun mit dem Hut in die Einkaufszonen geschickt, um Spenden zu sammeln.
Eine รœberraschung liefert die BNP, welche ihren Gewinn um 160 Mio. auf 1,81 Mrd. Euro steigern konnte. Welche Aussagekraft haben diese Zahlen fรผr die weitere Zukunft unserer Branche? Isoliert betrachtet: Keine! Die Strukturprobleme durch niedrige Zinsen bleiben den Banken erhalten. Die ganz GroรŸen der Branche werden รผber ihr diversifiziertes Geschรคftsmodell und weitere FleiรŸaufgaben bei der Kostenreduktion die eine oder andere Delle wegstecken kรถnnen. Sehr spitz aufgestellte Spezialinstitute werden sich auch in die Zukunft retten.

Viele kleinere Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die mal einen Blick auf eine simulierte Bilanz der Jahre 2016 ff. werfen, dรผrften ein flaues Gefรผhl in der Magengegend bekommen. Mรผssten sie aber nicht. Die Aussage, dass das Geschรคft mit Privatkunden schwierig ist und die bรถsen Unternehmen keine lukrativen Kredite nachfragen, ist schlichtweg falsch. Unternehmen, die Kredite brauchen, bekommen keine. Selbst mit ordentlichen Risikoaufschlรคgen nicht. Basel III und die Angst der Banken vor Wertberichtigung lassen grรผรŸen. Zudem machen Firmen wie eine DVAG immer noch gute Provisionsgeschรคfte mit Kunden, die bei Banken nur noch ein unlukratives Konto halten.

Fazit: Beschรคftigt Euch wieder mit Euren Kunden. So wie frรผher!

Bildnachweis: vm via istockphoto.com

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Grรผnder des BANKINGCLUB. In seinem Editorial โ€žQuer durch die Bankโ€œ bezieht er regelmรครŸig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zรคhlt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugรคnglich zu machen.

AuรŸerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbรผcher und Buchbeitrรคge.

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