Die Brexit-Pläne der britischen Regierung könnten Großbanken mit Sitz in London bald zum Verhängnis werden. Nachdem die britische Premierministerin Theresa May am Dienstag ihren Zwölf-Punkte-Plan für einen harten Brexit-Kurs samt Ausstieg aus dem EU-Binnenmarkt angekündigt hat, plant Goldman Sachs 1.000 Arbeitsplätze nach Deutschland zu verlegen. Laut einem Bericht des Handelsblatt überlegt die US-Investmentbank sogar, die Zahl der Angestellten in der britischen Hauptstadt auf 3.000 Mitarbeiter zu halbieren.
Die Finanzplätze Frankfurt und Paris dürften sich dagegen über diese Meldung freuen. Stuart Gulliver, Chef der Investmentbank HSBC mit Sitz in London, zeigt sich über den Brexit-Kurs der britischen Regierung besorgt. Etwa 20 Prozent des Handelsgeschäfts sollen vermutlich nach Paris verlagert werden, sagte Gulliver dem Nachrichtensender Bloomberg TV. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge denkt auch die Bankengruppe Lloyds darüber nach, Geschäfte nach Frankfurt zu verlagern und eine Tochtergesellschaft zu gründen. Auch Axel Weber, Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS, kündigte an, etwa 1.000 Jobs an alternative Standorte zu verschieben, falls Großbritannien keinen Zugang zum EU-Binnenmarkt erhalten sollte.
Daniel Fernandez ist seit 2025 Chefredakteur der BANKINGNEWS. Seine journalistische Laufbahn begann er 2017 in der Redaktion als Volontär. Er studierte English Studies an der Universität Bonn (B.A. 2016) und vertiefte seine akademische Ausbildung mit einem Master in English Literatures and Cultures, den er ebenfalls in Bonn abschloss. Erste redaktionelle Erfahrungen sammelte er parallel zum Studium als freier Werbetexter.



