Der Internationale Tage der Freundschaft geht auf eine Initiative der UNESCO zurรผck. Sie ruft dazu auf, die Kultur des Friedens als eine Reihe von Werten, Einstellungen und Verhaltensweisen zu definieren, die Gewalt ablehnen und Konflikte mรถglichst vermeiden, indem sie an der Ursache arbeiten. Die Initiative wurde 1997 von der UN-Generalversammlung angenommen.
2011 erklรคrte die Generalversammlung den 30. Juli zum Internationalen Tag der Freundschaft. Das Ziel ist es, Friedensbemรผhungen und Freundschaften zwischen Vรถlkern, Lรคndern, Kulturen und Einzelpersonen anzuregen und zum Brรผckenbauen zwischen Gemeinschaften aufzurufen. Der Aktionstag soll daran erinnern, wie wichtig Freundschaften sind.
Tag der Freundschaft: Waffenstillstand im Finanzsektor?
Daran wird wohl auf privater Ebene auch niemand zweifeln. Doch wie sieht es im Berufsleben aus? Gerade Akteure in der Finanzbranche werden immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie hart der Wettbewerb ist.
In Deutschland sei es aufgrund der groรen Anzahl an Banken noch einmal besonders schlimm. Natรผrlich lauere auch Gefahr in Form von Neobanken und Fintechs. Kurzum: (Tradierten) Banken wird eine Ellbogenmentalitรคt eingeimpft. Sie mรผssen sich durchsetzen und hart arbeiten, um zu รผberleben. Das Motto: Jeder kรคmpft fรผr sich selbst.
Unklug, findet Payment-Experte Christian Schollmeyer. Denn Kunden mรถchten es digital haben. Das war schon vor der Corona-Krise so und hat sich nun noch einmal verstรคrkt. โBanken und Sparkassen sind immer stรคrker forciert, schnelle Plug-and-Play-Lรถsungen anbieten zu kรถnnen, um passgenau und flexibel auf dynamische Markt- und Kundenbedรผrfnisse eingehen zu kรถnnen.โ Sein Fazit: โWer alleine agiert, der verliert.โ
Daher seien Kooperationen zwingend notwendig. Ihr Stellenwert sei sogar so hoch, dass man eigentlich von Partnerschaften sprechen mรผsse. Partnerschaft โ da fehlt nicht mehr viel zur Freundschaft. Und die ist bekanntlich nun einmal ein Geben und Nehmen, ein Miteinander durch Krisen.
Genau das brauchen hier alle Akteure, die tradierten und die neuen Banken sowie die Fintechs. Denn ein anderer Spruch lautet: โDer Feind meines Feindes ist mein Freundโ. Denn: Es lauert ein viel gewaltigeres Monster am Horizont, dem man den Namen GAFAM gegeben hat. Natรผrlich nicht ganz richtig, schlieรlich wollen auch die Big Techs aus China ein Stรผck vom Kunden-Kuchen. Dafรผr streben die Internetriesen sogar die Banklizenz an โ oder haben schon eine (wie Google).
Zahl der Fintech-Kooperationen steigt
Und was wird dann aus den tradierten Banken, den Neobanken und den Fintechs? Plutarch sagte: โEs ist schlimm, erst dann zu merken, dass man keine Freunde hat, wenn man Freunde nรถtig hat.โ Eben.
Entsprechend steigt die Zahl der Kooperationen in der Branche auch bereits. Das Fintech-Kooperationsradar von PwC hat gezeigt, dass die Zahl der Fintech-Kooperationen sich gegenรผber dem Jahr 2014 beinahe verzehnfacht hat. Auรerdem hรคtten operative Kooperationen zwei Drittel der Partnerschaften ausgemacht.
Luft nach oben gibt es aber. So schreibt auch BANKINGNEWS-Redakteur Daniel Fernandez im Leitartikel der BANKINGNEWS 277 รผber Fintechs und Banken: โSie mรผssen ihre Feindschaft endgรผltig begraben.โ
Und natรผrlich mรผssen Partnerschaften auch nicht immer gleich Freundschaften sein. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. George Washington, erster Prรคsident der USA, soll einst gesagt haben: โWahre Freundschaft ist eine sehr langsam wachsende Pflanze.โ Na, dann passt doch alles.
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