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„Nicht nur bunte Zettel und Workshops“

Eine Erkenntnis stand im Zentrum des zweitägigen Fachkongresses INNOVATIONSforBANKS: Die vielseitigen Methoden des Innovationsmanagements dürfen nicht nur punktuell abgerufen werden, sondern müssen in die DNA des gesamten Unternehmens übergehen.

Von Redaktion - 03. Juli 2018

Die Jurysieger des Fintech Spacerace: Arne Horn (b1.ai), Andreas Franke (Loanboox) und Dirk Piethe (LABESTonline).

Diverse Herangehensweisen der DKB und Kooperationsprojekte mit Fintechs erläuterte Patrick Düpmann, Teamleiter Innovationen bei der Direktbank (siehe S.1 im Special). Sowohl Patrick Steiner (DZ BANK) als auch Lars Meinecke (Microsoft) hielten fest, dass die Evolution von Technologien in einer exponentiellen Entwicklung abläuft. Cloudlösungen etwa seien heute schon nicht mehr als innovativ anzusehen, sondern als „Commodity“, so Meinecke. Die kommenden innovativen Geschäftsmodelle werden seiner Ansicht nach im Bereich der Künstlichen Intelligenz stattfinden. Der Referent des genossenschaftlichen Zentralinstituts forderte von Finanzdienstleistern, dass sie über das reine Banking hinaus im Feld der New Economy aktiv werden müssen. Für das Innovationsmanagement bedeute dies, dass es nicht nur bei „bunten Zetteln und Workshops“ bleiben dürfe, sondern neue Produkte in kurzen Entwicklungszyklen auf den Markt gebracht werden müssten. Zustimmung fand Steiner bei Katharina Berger, Innovation Evangelist bei der Deutschen Bank. Sie ist ausgewiesene Expertin für Design Thinking, das ihrer Meinung nach nicht nur als Methode, sondern als Mindset verstanden werden müsse. Leider sei dies noch nicht in allen Köpfen angekommen und nach einem kurzen Workshop ginge häufig jeder wieder seinem regulären Tagesgeschäft nach.

Michael Huge – Kreissparkasse Köln

Christopher Blaschke von Kendaxa räumte mit dem Irrglauben auf, dass heute bereits zahlreiche KI-gesteuerte Prozesse existieren. Das meiste davon sei keine echte KI, sondern lediglich maschinelles Lernen. Sein Unternehmen arbeitet gemeinsam mit Warth & Klein Grant Thornton derzeit daran, anhand historischer Daten Prognosen zu erstellen, für welche Produkte ein Kunde affin sein könnte und wie er angesprochen werden muss, damit es tatsächlich zu einem Abschluss kommt. „Wie viel Geld müsste ich Ihnen zahlen, damit Sie ein Jahr auf Suchmaschinen verzichten? Und wie viel, damit Sie auf Banken verzichten?“ Mit diesem interessanten Gedankenspiel eröffnete Jana Koch, Leiterin der comdirect Start-up Garage, ihren Vortrag. Angesichts der Zusammensetzung des Publikums fiel die Summe in beiden Fällen sehr hoch aus. „Nicht-Banker“ würden nach der Erfahrung Kochs jedoch sogar freiwillig auf ihre Bank bzw. ein Konto verzichten, wenn alle finanziellen Belange auch anders zu bewältigen wären.

Patrick Steiner – DZ BANK

Wir sehen also, dass Banken ihren Kunden scheinbar zu wenige spürbare Mehrwerte für das alltägliche Leben anbieten, um sie als absolut unverzichtbar anzusehen. Die Durchschnittsantwort bezüglich Suchmaschinen liegt übrigens bei 17.000 Euro. Benjamin Hots von der European Bank for Financial Services (ebase) betonte, dass die positiven Einkaufserlebnisse, welche die Kunden aus dem E-Commerce gewohnt sind, auf Finanzprodukte übertragen werden müssten. Dabei sollte „das Alte nicht kategorisch verteufelt und Neuerungen sinnvoll umgesetzt“ werden. Ein Top-Thema der letzten Zeit sind unbestritten Kryptowährungen. Jan Heinrich Meyer von Dash tat seine Hoffnung Kund, dass die Blockchain-Technologie und Kryptowährungen aus der aktuell unsicheren und von Spekulationen geprägten Phase in naher Zukunft in den Mainstream treten werden. Denn seiner Organisation und vielen anderen Pionieren in diesem Bereich gehe es eben „nicht um Drogen und Waffenhandel, sondern um weltweite finanzielle Freiheit“. Jana Bibow vom Bundesanzeiger Verlag schloss sich mit einem praxisbezogenen Vortrag an. Sie führte den Digitalen Finanzbericht (DiFin) als Initiative der Deutschen Kreditwirtschaft zur elektronischen Bilanzabgabe im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung vor. Den Abschluss des Kongresses bestritten mit Michael Huge und Dr. Fabian Gleisner Vertreter zweier Häuser, die jeweils eine etwa 150-jährige Geschichte vorweisen können: die Kreissparkasse Köln und die Commerzbank. Huge argumentierte, dass gerade die Tradition eines großen Sparkasseninstituts zu innovativem Handeln verpflichte. Und auch Gleisner verwies auf die Notwendigkeit, sich an am Alltag der Kunden zu orientieren, deren Verhalten zunehmend von digitalen Medien und mobilen Endgeräten geprägt sei.

Im Fintech Spacerace traten insgesamt zehn Start-ups an, um die Jury und das Publikum von ihren Ideen zu überzeugen. Dabei fiel die Wahl der Jury bestehend aus Katharina Berger, Jana Koch und Sven C. Sixt (Gesellschafter der crossbuilders GmbH) auf: b1.ai (Platz 3), LABESTonline (Platz 2) und Loanboox (Platz 1). Das Publikum kürte seinerseits mit b1.ai und Advanon jeweils einen Tagessieger.

O-Töne der Teilnehmer:

 

Katharina Berger, Deutsche Bank – Jurymitglied im Fintech Spacerace

„Bei Loanboox ist besonders interessant, dass der moderne Ansatz einer Kreditplattform in einem Nischenbereich Anwendung findet, welcher von hoher Sicherheit geprägt ist. Ich glaube, dass beide Seiten an einer Vereinfachung interessiert sind. Es wird disruptiv wirken, da dieses Geschäft bisher stark auf persönlichen Beziehungen basierte. “

 

 

 

Christoph Selbach, Volksbank Köln Bonn

 

„Ich konnte das Lab der DZ BANK schon einmal selbst miterleben. Dabei gefällt mir besonders, dass Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen ihre unterschiedlichen Sichtweisen einbringen. Ich schätze die Arbeit in Labs und denke, dass daraus tatsächlich gute Produkte entstehen können.“

 

 

 

Jana Koch, comdirect bank – Jurymitglied im Fintech Spacerace

 

„Im Vergleich zu den anderen Kandidaten des Fintech Spacerace haben wir das größte Potenzial bei Loanboox gesehen. Es gibt keine vergleichbare Plattform und der Business Case ist vorhanden. Denn bisher sind die Prozesse und die Kommunikation für beide Seiten – für die Städte und Gemeinden sowie für die Kreditgeber – mit großer Anstrengung verbunden.“

 

 

 

Axel Färbinger, Raiffeisenverband Salzburg

 

„Wir müssen uns als Bank fragen, wie wir Innovationen fördern können und an welchen Stellen wir uns anpassen müssen. Die räumliche Nähe der Mitarbeiter ist entscheidend. Wir dürfen nicht nur einen Drei-Tages-Workshop veranstalten und dann verschwindet jeder wieder. Wir brauchen regelmäßigen Austausch.“

 

 

 

Hier können sich Teilnehmer und Premiummitglieder die Vorträge des Kongresses herunterladen.

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