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Das etwas andere Fintech

Von Florian Swoboda - 26. Januar 2015

Die meisten Fintechs haben bei ihrer Gründung die Abschaffung des Bargeldes als Ziel ausgegeben. Bisher hat es keiner von ihnen geschafft, auch nur annähernd diesen Wunsch zu erfüllen. Nun geht ein Fintech genau den entgegengesetzen Weg und sieht in dem schon oft totgesagten Bargeld die Zukunft des Onlinehandels.

FinTech boomt. Rund 80 Unternehmen, die sich mit dem Thema Finanzen beschäftigen, gibt es derzeit in Deutschland. Die Innovationen werden dabei nicht nur im Mobile Banking und Mobile Paymentbereich gemacht, sondern auch bei Kassensystemen, Informationsgewinnung und –verarbeitung, sowie Prozessen auf Kunden- und Bankseite. Der Finanzbereich befindet sich im Umbruch. Apps, die die Kontoverwaltung verschiedener Banken vereinen, sind technisch oftmals die besseren Lösungen als die bankeigenen Produkte. Zudem steht die Kundenfreundlichkeit im Mittelpunkt: Die Lösungen der Dienstleister fokussieren sich auf Benutzerfreundlichkeit und einfache Bedienbarkeit.

Bargeld und Fintech: Ein Widerspruch?

Wie passt das antiquierte Bargeld nun in diesen innovativen Bereich? Zunächst klingt „FinTech und Bargeld“ nach einem Begriffspaar, wie es gegensätzlicher nicht sein könnte. Über 40 Mobile-Payment-Startups stehen einem Bargeld-Unternehmen gegenüber. Betrachtet man den FinTech-Markt, geht es um technische Innovationen und darum, Kunden den Umgang mit ihren Finanzen einfacher zu gestalten oder ihnen Zugang zu bestimmten Geschäften zu ermöglichen. Hier spielt in unserer Gesellschaft das Bargeld auch in Zukunft eine führende Rolle. Vier Fünftel aller Transkationen im Einzelhandel werden bar bezahlt und auch in der Kreditkartenverbreitung liegt Deutschland mit 33% auf den hinteren Rängen der Industrieländer. Hinzu kommt eine hohe Verunsicherung, die durch die anhaltende Berichterstattung über Datendiebstahl, Phishing und Kartenmissbrauch weiter verstärkt wird. Geringe Kreditkarten- und Onlinebanking-Verbreitung und hohes Sicherheitsbedürfnis führen zum Beispiel im Online-Handel dazu, dass Menschen zurückschrecken, überhaupt online einzukaufen. Dem Online-Handel entgehen so mehr als 20% aller Internetnutzer.

Mit Bargeld im Internet bezahlen

Bargeld gibt es nicht mehr nur in der Offline-Welt. Der Zahlungsdienstleister Barzahlen.de macht Bargeldzahlungen auch für Online-Zahlungen möglich und in allen Bereichen einfacher und kundenfreundlicher. Mithilfe von Einzelhandelspartnern wurde eine Infrastruktur geschaffen, die Bargeldein- und Auszahlungen bei Supermärkten, Drogerieketten und weiteren deutschlandweit vertretenen Filialisten ermöglicht. Ein Netzwerk größer als das aller deutschen Privatbanken, das zudem stetig zunimmt, während Banken weiter Filialen abbauen: Über 12 % aller Bankfilialen wurden laut KfW in den vergangenen 10 Jahren geschlossen. Eine Fortsetzung des Filialrückbaus ist wahrscheinlich. Bis zum Jahr 2020 könnten bis zu einem Drittel weniger Bankfilialen existieren. Die von Barzahlen.de geschaffene Infrastruktur ersetzt Bankfilialen und Kundenservicecenter einzelner Unternehmen, die bisher eine ineffiziente Bargeld-Infrastruktur vorhielten, wo Bargeldzahlungen zu unbequemen Öffnungszeiten an Kassenautomaten oder Schaltern möglich waren.

Die Bankfiliale überflüssig machen

Barzahlen.de vereinfacht über ein zentrales System die Barzahlung von Online-Einkäufen, Stromrechnungen, Versicherungen, Telekommunikationsprodukten, Reisen und Online-Spielen. Die Zahlung erfolgt mithilfe eines Zahlscheins, den der Kunde per E-Mail, SMS oder per Post erhält, bei einem der über 3.400 Einzelhandelspartner von Barzahlen. Die Innovation liegt nicht nur auf technischer Seite, sondern in der Prozessvereinfachung für Kunden, welche die traditionelle Bankfiliale und auch den ein oder anderen Kassenschalter in einem Kundenservicecenter überflüssig macht. Ein- und Auszahlungen werden ganz bequem zusammen mit dem Wocheneinkauf erledigt. Es darf sogar mit Karte gezahlt werden.

Bildnachweis: CatLane über istockphoto.de

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