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Digit und Brain: Wie menschliche Intelligenz über Analysesoftware triumphiert

Immer schneller wachsende Datenberge, die exponentielle Zunahme der Rechenleistung von Computern und die Omnipräsenz digitaler Devices im Alltag führen zu einem beunruhigenden  Phänomen: Der Mensch verliert das Bewusstsein für die Fähigkeiten seines Gehirns und vertraut stattdessen unkritisch den Ergebnissen künstlicher Intelligenz.

Von Gabriela Friedrich - 06. April 2016

Im Kleinen beobachten wir diese starre Technikgläubigkeit bei Autofahrern, die ihren Wagen blindlings in Flüsse, Bahnunterführungen oder Sackgassen leiten, weil ihr Navi ihnen diesen Weg gewiesen hat.

Im Großen werden Management- und Investmententscheidungen aufgrund der Zahlen getroffen, die von Analysetools und Steuerungsmodulen auf Grundlage der vorhandenen Datenbasis erzeugt wurden. Im besten Fall führt dies zu unerwarteten, aber teuren Kollateralschäden für einzelne Unternehmen, im schlechtesten Fall jedoch zu wirtschaftlichen Kollektivkrisen. Denn was darin fehlt, ist der überlegene Geist des Menschen, der in der Lage ist, Zahlen in einen größeren, gesamtgesellschaftlichen beziehungsweise historischen Kontext einzuordnen, menschliche Emotionen und Gefühle als wesentlichen Erfolgsfaktor zu berücksichtigen und Aspekte wie Nachhaltigkeit oder Verantwortungsbewusstsein in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Triumph der menschlichen Intelligenz

Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, ist ein Paradebeispiel für den Triumph menschlicher Intelligenz über Analysesoftware: Dass er als einer von wenigen Analysten langfristig korrekte Prognosen abzugeben vermag, wo rein datenbasiert arbeitende Analysten versagen, verdankt er vier Faktoren: Einer umfangreichen humanistischen Bildung, großer Menschenkenntnis, seinem antrainierten Abstraktionsvermögens und einem ausgeprägten Wertebewusstsein. Dementsprechend kritisch ist die Einstellung dieses Finanzexperten und Beraters für Politik und Wirtschaft gegenüber Data Management: „Daten sind binäre Codes und beziehen sich auf Quantität. Damit ist Data-Management rein quantitativ orientiert. Hier liegt die Kernursache für die Krisen und Marktverwerfungen der letzten Jahre, weil im Rahmen der quantitativen Datenerfassung extrapoliert wird und eben nicht auf die Qualität der Daten bezüglich der Nachhaltigkeit der zukünftigen Entwicklung abgehoben wird. Darüber hinaus ist bei der quantitativen Messung das Risiko gegeben, dass ein verwässerter statistischer Datenmix nicht die erforderliche Berücksichtigung findet. Letzteres gilt insbesondere für volkswirtschaftliche Daten und deren Neudefinition in den letzten 20 Jahren. Ergo ist der Faktor Mensch als Korrektor bezüglich der Neuausrichtung unverzichtbarer denn je.“

Menschliche Qualitäten wertschätzen

Auch Marcus Vitt, Vorstandsvorsitzender des Bankenverbandes Hamburg und Vorstandssprecher der Privatbank Donner & Reuschel tritt entschieden dafür ein, menschliche Qualitäten wie Einfühlungs- und Reflexionsvermögen angemessen wertzuschätzen und Analysetools als das zu betrachten, was sie sind: Technologische Helfer, die den Menschen nicht der Verantwortung entheben, selbständig und kritisch zu denken: „Bei Donner & Reuschel nutzen wir ein hochkomplexes Data-Management-Tool, das uns bei der operativen und strategischen Bankensteuerung hilft. Dennoch stellen wir die menschliche Analysefähigkeit über die unserer ‚technologischen Diener‘. Gerade im hoch sensiblen Bankgeschäft ist es wichtig, Zahlen, Daten und vermeintliche Fakten kritisch zu hinterfragen. Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das wird eine Maschine niemals sein. Bei der Beratung unserer Kunden ist Data-Management-Software als Unterstützung zwar sinnvoll und reduziert die Komplexität für den Kunden. Wir sind uns aber auch hier der Grenzen der Technologie bewusst: Kein noch so ausgefeiltes Analysetool vermag einen Berater zu ersetzen, der über Empathie und Menschenkenntnis verfügt. Denn jeder Kunde ist mit seinen Bedürfnissen und Zielen einzigartig. Deshalb nehmen wir uns Zeit und hören genau zu. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist, auf Zwischentöne zu hören und auf Emotionen zu achten. Darin liegt unsere Stärke.“

Human Centricity

Auch IT-Experten sind sich der Defizite von Datenanalyse-Tools bewusst. In seinem Artikel „Big Data wirtschaftlich einsetzen“ (14.9.15, Computerwoche) zitiert Christoph Höinghaus, CEO der Trivadis AG, den Data-Mining-Pionier Nicolas Bissantz: „Daten bleiben scheu und grausam. Es ist schwierig, aus ihnen zu lernen, und noch schwieriger, das Gelernte umzusetzen.“ Höinghaus selbst schlussfolgert: „Nicht aus jeder technisch ableitbaren Wechselbeziehung lässt sich automatisch eine wirtschaftlich sinnvolle Ursache ableiten.“
Damit ähnelt sein Blick auf Möglichkeiten und Grenzen von Data-Management demjenigen von Managern, die das klassische Führen nach Kennzahlen hinterfragen. Insbesondere bei Sparkassen und Privatbanken zeichnet sich nämlich inzwischen der Trend ab, Kunden und Mitarbeiter nicht länger nur als Ertrags- bzw. Kostenpositionen in der Bilanz, sondern als Menschen mit entsprechenden emotionalen Bedürfnissen zu betrachten. Diese erweiterte Sicht (Human Centricity) ermöglicht es den Chefs der Geldinstitute, aus Mustern gängiger Krisenbewältigungsstrategien (Filialschließung, Cost Cutting, Personalfreisetzung) auszubrechen und zukunftsfähige neue Wege zu beschreiten, die Zahlenanalyse, Emotionalität und Out-of-the-Box-Denken vereinen. Erfolgreich – dank überlegener menschlicher Intelligenz!

Die Bankerflüsterin Gabriela Friedrich inspiriert, motiviert und coacht Menschen aus dem Finanzsektor, schreibt Fachartikel und Bücher über Emotionsmanagement, Leadership und den Menschen 1.0 in der digitalen Wirtschaft und veröffentlichte gerade ihr viertes Buch: FINANZEINHÖRNER – good guys in the money business.
Bildnachweis: iLexx via istockphoto.de

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