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Fintechs auf der Überholspur?

Von Christian Grosshardt - 14. Januar 2015

Im Jahr 2013 haben Banken IT-Ausgaben in dreistelliger Millionenhöhe verzeichnet. Trotzdem drohen Fintechs die etablierten Kreditinstitute in diesen Sparten abzuhängen. Haben die Banken hier fehlinvestiert?

Viel wurde im letzten Jahr über sie berichtet: junge und aufstrebende Startups, die etablierten Geldinstiuten versuchen den Rang abzulaufen. Fintechs nehmen dabei eigentlich eine sehr ambivalente Position in der Finanzbranche ein. Teilweise ist diese durch unterschiedlich kommunizierte Intentionen begründet. Manche Fintechs sehen sich als notwendige Ergänzung und wollen mit Banken Geschäfte machen, um diese im Bereich IT – dem Stiefkind der Branche – kompetent zu unterstützen. Andere wiederum formulieren offensiv ihre Absichten, den Markt übernehmen zu wollen und die Innovationsarmut knallhart zu bestrafen. Dabei haben Banken in den letzten Jahren durch horrende Ausgaben versucht, das 21. Jahrhundert auch in ihrer Branche endlich einzuläuten. Trotzdem sorgen Umfrage-Ergebnisse bei Kunden – oder neudeutsch „Usern“ – immer wieder für Ernüchterung: Banken seien ihnen zu konservativ und die Möglichkeiten der Produktnutzung zu umständlich. Da versprechen sich die Menschen von den neuen und dynamischen Fintechs einiges an Besserung. Doch kann man das pauschalisieren? An dieser Stelle muss ein klares „Nein“ stehen. Denn gerade in Geldfragen vertrauen Kunden in der Regel immer noch auf Sicherheit, so dass man den oft nervenden Gang zur Filiale dennoch in Kauf nimmt. Allerdings würden sich die Startups nicht halten können, wenn es nicht Nutzer gäbe, welche die neuen Produkte annehmen.
Folglich gibt es also eine sukzessiv wachsende Nachfrage für die Zukunft des Bankings. Die Beherrscher der Branche haben den Ruf nach Innovationen vernommen – diese Tatsache in den Medien zu unterstreichen, ist mittlerweile während eines Interviews eines Pressesprechers genauso weinig wegzudenken, wie die Eucharistie-Feier in einem katholischen Gottesdienst. Allerdings findet die Weiterentwicklung respektive die Neuausrichtung der Geldinstitute in einem nur sehr langsamen Modus statt, so dass die teilweise fast schon frech anmutenden Kampfansagen einiger Fintechs durchaus legitimiert scheinen.

Geld in die Hand zu nehmen ist richtig – es reicht aber nicht alleine

Statistiker haben erfasst, dass Banken im Jahre 2013 für Ausgaben im IT-Bereich insgesamt einen dreistelligen Millionenwert investiert haben, um sich auf die digitale Transformation einzustellen bzw. nicht von ihr überrollt zu werden. Wirklich neu ist das Phänomen ja nicht. Die hiesigen Geldhäuser haben eher das Problem einer „Nuschel-Rhetorik“, die es ihnen unmöglich macht, innovative Ideen innerhalb der Gesellschaft bekannt zu machen und durch zeitgerechte Maßnahmen ihr Ansehen beim Bürger zu verändern. Banken sind nicht nur langweilig, auch wenn viele Menschen dieses Attribut als erstes wählen, wenn man sie nach einer passenden Eigenschaft für Kreditinstitute fragt. Banken haben ihr Geld definitiv nicht nur komplett fehlinvestiert. Technischer Fortschritt ist in der Finanzbranche von enormer Wichtigkeit. Im Gegensatz zu den Fintechs haben Banken nur einen Nachteil: Sie können nicht nur „neumodische“ Wege gehen, sondern müssen sich der dialektischen Mission bewusst sein, die sie innerhalb der Gesellschaft ausführen müssen. Sowohl das Filialgeschäft als auch multimediale Kanäle müssen vorhanden sein. Warum? Weil dies unserem Gesellschaftsbild und dem daraus resultierenden Nutzerverhalten entspricht.

Die benötigte Zutat

Sind Fintechs in der Finanzbranche auf der Überholspur? Die Metapher kann so nicht zu Ende gedacht werden, da man Äpfel auch nicht mit Birnen vergleicht. Wenn man allerdings aus beiden Früchten einen leckeren Obstsalat macht, hat man in der Summe mehr Vitamine in derselben Mahlzeit.Sind Fintechs die benötigte Zutat für Banken im 21. Jahrhundert?

Bildnachweis: Rawpixel über istockphoto.de

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