Lange Zeit fristete interne Unternehmenskommunikation das Dasein eines Mauerblรผmchens. Wo sich die Arbeit der Pressestelle oder des Social-Media-Teams reger Aufmerksamkeit erfreute, agierte sie hรคufig abseits des Rampenlichts. Allmรคhlich jedoch wird ihr Wertschรถpfungsbeitrag zunehmend anerkannt. Begrรผndet liegt dies sicherlich in den Zeiten, in denen wir leben: Mit dem Aufstieg sozialer Medien ist jeder Mitarbeiter zugleich Kommunikator und im โWar for Talentsโ ringen Unternehmen um die besten Kรถpfe.
Gestiegene Ansprรผche von Mitarbeiterseite
Potenzielle Mitarbeiter haben heute die Wahl und stellen selbstbewusst neue Ansprรผche an ihre Arbeitgeber: Mehr Mitsprache, Selbstbestimmung und Transparenz sind gefordert. Zugleich dringt die scheinbar zum Paradigma avancierte Maรgabe der Agilitรคt auf eine Abkehr von starren Strukturen und Top-down-Kommunikation und zwingt Unternehmen, heterarchische, netzwerkorientierte Ansรคtze in Betracht zu ziehen. Auch an der KfW gehen diese Entwicklungen nicht spurlos vorbei. Angestoรen durch die รberarbeitung ihres Leitbildes 2014 begann die Suche nach Mรถglichkeiten, auf die verรคnderte Anforderungslage zu reagieren. Die Dialogisierung interner Kommunikationsmaรnahmen ist ihre Antwort auf die neuen Herausforderungen. Dafรผr haben die Kommunikationsverantwortlichen der KfW eigene Veranstaltungs- und Bewegtbildformate etabliert.
Bewรคhrte Formate der internen Kommunikation entwickelten sie weiter und reicherten diese mit dialogischen Elementen an, andere wiederum schufen sie neu. Herausgekommen sind die EINBLICKE-Dialogformate, die eine Begegnung von Mitarbeitern und Vorstand auf Augenhรถhe ermรถglichen. Die Mitarbeiter werden stรคrker in strategische Unternehmensentscheidungen eingebunden und kรถnnen in direkten Austausch mit der Unternehmensleitung treten. Die Dialogformate lassen sich in verschiedene Kategorien differenzieren, die je nach Zielgruppe, Thema und Kommunikationsbedarf eingesetzt werden. Ihr Name kennzeichnet sie alle als offiziellen Teil der internen Kommunikation.
EINBLICKE Direkt umfasst persรถnliche Begegnungen von Mitarbeitern und Vorstand in kleinem Kreis, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Mittagessen, einer Weinprobe oder einem Kaminabend. Dieses Format eignet sich insbesondere zur Ansprache bestimmter Zielgruppen. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei EINBLICKE Live um Prรคsenzveranstaltungen, auf denen der Vorstand mit einer groรen Zahl von Mitarbeitern in Kontakt tritt. Das ist zum Beispiel bei einer klassischen Vollversammlung der Fall.
EINBLICKE Talk wiederum besteht aus Bewegtbildformaten, in denen sich das Management in kurzweiligen Videobotschaften an alle Mitarbeiter wendet. Damit lassen sich auch komplexe Themen verstรคndlich darlegen. Teil des Formats ist zum Beispiel der monatliche Vorstandsflash, bei dem ein Vorstandsmitglied erklรคrt, was die Unternehmensleitung aktuell beschรคftigt. Im Format โ10 Fragen anโฆโ stellt sich jeweils ein Vorstand den Fragen der Mitarbeiter. Auch Portrรคts einzelner Vorstandsmitglieder gehรถren zu diesem Format. Mit EINBLICKE Thema hat sich darรผber hinaus eine Vortragsreihe etabliert, bei der die Bereichsleitungen ihren jeweiligen Bereich vorstellen und sich der Diskussion รถffnen. Die Mitarbeiter erhalten dadurch die Gelegenheit, benachbarte Bereiche kennenzulernen und sich mit anderen Kollegen auszutauschen.
So werden auch Fรผhrungskrรคfte in den Dialog einbezogen. Inhaltlich begleitet werden die Dialogformate von regelmรครiger Berichterstattung im Intranet. Die Klickzahlen sprechen klar fรผr einen Erfolg der Dialogisierungsmaรnahmen: Mindestens die Hรคlfte der Mitarbeiter liest die entsprechenden Berichte und sieht sich die Filme an. Auch die Ergebnisse der jรผngsten bankweiten Mitarbeiterbefragung legen nahe, dass die Dialogisierung der internen Kommunikation Mitarbeiter und Vorstand nรคher zusammenbringt. Der Vorstand stellt sich gerne fรผr die Formate zur Verfรผgung und ergreift mittlerweile hรคufig selbst die Initiative, wenn es um eine neue Ausgabe geht.
Auf einem guten Weg
Doch noch ist ein weiter Weg zu gehen. Durch das regelmรครige Einholen von Feedback der Mitarbeiter arbeiten die Kommunikationsverantwortlichen an einer steten Verbesserung und Ausweitung des Dialogs. Auรerdem sind sie stรคndig auf der Suche nach neuen Veranstaltungsideen. Vollkommen gleichberechtigter Dialog ist jedoch eine Idealvorstellung, die vielleicht gar nicht erreichbar ist. Die Dialogformate der KfW zeigen aber: Danach zu streben, lohnt sich in jedem Fall.
Dr. Christian Chua verfasste diesen Beitrag in Zusammenarbeit mit Ruth Karner.
Dr. Christian Chua verantwortet in der KfW Bankengruppe die Dialogformate. Zuvor war er als Social Media Manager der Deutschen Bank tรคtig.

