Sonntag, 01. Mรคrz 2026
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Der alte Mann und die Malware

Die Digitale Transformation ist auch in der Finanzbranche im vollen Gange. Banken bemรผhen sich so gut es geht, den sich stetig verรคndernden Wรผnschen ihrer Kunden entgegenzukommen und Geschรคftsmodelle, Produkte und Unternehmenskultur entsprechend anzupassen. Denn der moderne Kunde ist am liebsten mobil unterwegs: Er kommuniziert online, bestellt online und bezahlt zunehmend online. Bei all den Diskussionen รผber die Herausforderungen und Chancen der Digitalen Transformation wird jedoch hรคufig vergessen, dass unsere Gesellschaft nicht nur aus Digital Natives und Fortschrittsjรผngern besteht.

Neben den รผblichen Kulturpessimisten gibt es in Deutschland auch knapp 17 Millionen Senioren, die von der Digitalisierung hรถchstens teilweise erreicht wurden. โ€žInternetferne Verunsicherteโ€œ nennt das Deutsche Institut fรผr Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) diese Gruppe. Die Bezeichnung mag zwar arrogant klingen, nennt jedoch einen wichtigen Faktor: nรคmlich die Unsicherheit. Vielen Senioren fehlt noch die durch intensive Nutzung erlangte Selbstverstรคndlichkeit, mit der sich jรผngere Menschen in Online-Welten fortbewegen. Das macht sie zu leichten Opfern fรผr Internet-Betrรผger.

Besonders Online-Banking, das zunehmend den klassischen รœberweisungsschein ablรถst, kรถnnte fรผr Senioren zukรผnftig zur Gefahr werden. Die Digitalisierung, die den Rรผckgang der Filialen antreibt, gibt auch รคlteren Bankkunden den Anreiz, auf bequemere Online-Banking-Mรถglichkeiten auszuweichen. Laut Bankenverband nutzten im vergangen Jahr 48 Prozent der 60-69-Jรคhrigen Online-Banking โ€“ ganze neun Prozent mehr als noch im Jahr 2015. Auch von den รผber 70-Jรคhrigen tรคtigten immerhin 22 Prozent ihre Bankgeschรคfte รผbers Internet.

Diese Entwicklung wird auch Betrรผgern nicht entgangen sein. Um Senioren, die auf Online-Banking umsteigen, vor Bedrohungen wie Phishing-Mails und Malware zu schรผtzen, ist es wichtig, ihnen eine intensive Betreuung anzubieten. Einige Institute, vor allem Sparkassen, bieten bereits Schulungen an. Diese sind aber leider hรคufig mit Teilnehmergebรผhren verbunden, die viele Senioren abschrecken werden. Dabei kann sich fรผr Banken auch das Angebot kostenloser Kurse lohnen. Denn auch Betrugsfรคlle, an denen die Bank keinerlei Schuld trรคgt, kรถnnen nachhaltig das Kundenvertrauen schรคdigen. Nicht unbedingt das Vertrauen der Kunden in die Bank selbst, dafรผr aber das Vertrauen in dieโ€‚โ€‚eingesetzten Technologien, von deren Erfolg letztendlich auch der Erfolg desย  gesamten Instituts abhรคngt.

Daniel Fernandez ist seit 2025 Chefredakteur der BANKINGNEWS. Seine journalistische Laufbahn begann er 2017 in der Redaktion als Volontรคr. Er studierte English Studies an der Universitรคt Bonn (B.A. 2016) und vertiefte seine akademische Ausbildung mit einem Master in English Literatures and Cultures, den er ebenfalls in Bonn abschloss. Erste redaktionelle Erfahrungen sammelte er parallel zum Studium als freier Werbetexter.

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