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Mobile Arbeitswelt

Von Redaktion - 03. Juli 2012

Mobile Endgeräte verändern die Arbeitswelt. Doch verbessert die Vermischung von Berufs-und Privatleben wirklich unser Leben?

Es gab Zeiten, da ging der Arbeitstag pünktlich um 9 Uhr morgens los und endete ebenso pünktlich um 17 Uhr. In der Zwischenzeit war der ein oder andere Plausch in der Pause erlaubt, aber die Konzentration lag vollkommen bei der Arbeit. Private E-Mails oder Telefonate fanden eher selten statt. Schließlich gehörten diese Tätigkeiten in die Freizeit. Kaum wurde das Büro verlassen, war die Arbeit vergessen. Mittlerweile hat sich die Arbeit als permanenter Begleiter auch im privaten Leben etabliert. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit sind fließend. Das Zauberwort, das diese Entwicklung auslöst, lautet Mobility.

Mobility, also mobiles Arbeiten hat durch die Eröffnung von Apps und Cloud-Diensten weltweit zu einer höheren Flexibilität am Arbeitsplatz geführt. Arbeitgeber statten ihre Mitarbeiter immer häufiger mit Smartphones, Tablets und Laptops aus. Arbeitnehmer sind dadurch immer seltener an ihren Arbeitsplatz gebunden und tragen die Arbeit permanent mit sich herum. Es sei denn, sie schalten das Handy tatsächlich aus. Eine Studie der EMC-Tochter Mozy zum Thema Veränderung der Arbeitswelt hat herausgefunden, dass das klassische Bild des Nine-to-Five-Jobs der Vergangenheit angehört. Die mobilen Endgeräte ermöglichen das Arbeiten von überall her. Der motivierte Mitarbeiter kann schon beim Frühstück am heimischen Tisch auf die ersten E-Mails des Tages zugreifen und am Ende des Tages beim gemütlichen Beisammensein mit der Familie noch schnell die Agenda für das morgige Briefing verschicken. Diese Zeit nennt Mozy „Arbeitsmodus“. Zur Studie wurden über 1.000 Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Deutschland, Frankreich, Irland, Großbritannien und den USA befragt. Man kann von einer weltweiten Veränderung des Arbeitsalltags sprechen. Im Schnitt befindet sich ein Arbeitnehmer zwölf Stunden im „Arbeitsmodus“.

Da die Arbeit nun auch in der Freizeit präsent ist, fällt es schwer Grenzen zwischen den Welten zu ziehen. So kommt es vor, dass Arbeitnehmer ihre Aufmerksamkeit während der Kernarbeitszeit anderen, privaten Dingen widmen. Mozy führt darunter u.a. Tätigkeiten wie private Telefonate, Nutzung sozialer Netzwerke und das Verlassen des Arbeitsplatzes wegen eines Arztbesuchs auf. Das zeigt, dass Arbeitnehmer nicht mehr Arbeiten, sondern die Zeiten anders nutzen. Das Leben lässt sich flexibler und persönlicher gestalten. Arbeit findet statt, wenn es passt. Da ihre Mitarbeiter permanent erreichbar sind, sehen Arbeitgeber den Privataktivitäten gelassen entgegen. Darüber hinaus lässt sich ein Zusammenhang zwischen der Gelassenheit der Arbeitgeber und der Verfügbarkeit mobiler Endgeräte feststellen. 73 Prozent der Chefs legen keinen Wert auf Pünktlichkeit und überlassen ihren Mitarbeitern die Wahl, wann sie ihren Arbeitstag beginnen wollen.

Permanente Erreichbarkeit bedeutet aber auch zunehmend Stress. Es kann sogar dazu führen, dass das Entspannen in der Freizeit schwer fällt. Eine Studie im Auftrag des BKK Bundesverbands zeigt, sind 84 Prozent der Berufstätigen jederzeit erreichbar, arbeiten sieben Tage die Woche, sogar an Feiertagen. Jedem Siebten macht die ständige Erreichbarkeit zu schaffen. Häufig sind sie von Schlafproblemen betroffen. Oft führt es auch zu psychischen Erkrankungen. Dass immer mehr Menschen nach der Arbeit nicht wirklich frei haben, hat Arbeitsministerin Ursula von der Leyen beklagt. Gegenüber der BILD-Zeitung hat von der Leyen „glasklare Regeln“ für die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit gefordert. Es muss klar sein, wann ein Mitarbeiter das Handy ohne schlechtes Gewissen weglegen kann. „Die Technik ist kein Problem für die Gesundheit, wir müssen nur lernen, vernünftig damit umzugehen!“, so von der Leyen.

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