Bitte melden Sie sich an

Registrieren Sie Sich als Premium-Mitglied, um Vorträge herunterzuladen.

  • 100% Rabatt auf alle Club-Events und Kongresse
  • Download der Vortragsunterlagen aller Veranstaltungen
  • Zugriff auf Fotogalerie aller Veranstaltungen
Sie sind noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt:

Jetzt Mitglied werden
Sie sind bereits Mitglied oder waren Teilnehmer?

Bitte loggen Sie sich ein:

Jetzt einloggen
Jetzt Mitglied werden

Banken im Kampf gegen Krypto-Geldwäsche

Wie können Banken die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung effektiv und kosteneffizient umsetzen? Antworten gibt hier Dr. Stefan Hirschmann.

Von Dr. Stefan Hirschmann - 03. Dezember 2019

Bildnachweis: istock.com/sorbetto

Politik, Gesellschaft und Finanzindustrie ist gleichermaßen daran gelegen, dass Risiken im Bereich der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung frühzeitig aufgedeckt und überwacht werden können. Gleichzeitig muss das Aufsichtsregime laufend an digitale Entwicklungen angepasst werden. Nur: Welche Compliance-Risiken Krypto-Währungen wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple mit sich bringen und welche Regulierungsmaßnahmen sich daraus ergeben, ist nicht absehbar und daher Gegenstand kontroverser Diskussionen. Das internationale Financial Stability Board (FSB) sieht zwar in Krypto-Assets kein wesentliches Risiko für die globale Finanzstabilität – angesichts der Geschwindigkeit der Marktentwicklung rät das FSB jedoch zu einer intensiveren Überwachung, vor allem mit Blick auf kriminellen Missbrauch.

Derzeit bewegt sich nach Einschätzung der Bundesregierung der weltweite Umfang der Geldwäsche durch Kryptowerte im unteren einstelligen Prozentbereich. Zudem arbeiten FSB, der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS), das Committee for Payments and Market Infrastructure (CPMI), die International Organisation of Securities Commissions (IOSCO) und die Financial Action Task Force (FATF) an der Risikoanalyse von Krypto-Assets.

Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche

2018 wurde ein Rahmenwerk entwickelt, mit dem die Auswirkungen der Entwicklungen auf den Märkten für Krypto-Assets in Bezug auf die Finanzstabilität überwacht werden können. Mit der Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur vierten EU-Geldwäscherichtlinie, die bis Januar 2020 in nationales Recht umzusetzen ist, werden Umtauschplattformen (etwa Bitcoin-Börsen) und elektronische Geldbörsen (Wallet Provider) in den Kreis der Geldwäsche-Verpflichteten integriert und müssen höhere Sorgfaltspflichten erfüllen. Die Befugnisse der zentralen Meldestellen sollen verbessert, die Transparenz der Angaben zu den Eigentümern erhöht und virtuelle Währungen sowie Guthabenkarten einer Regulierung unterworfen werden.

Die G20-Staaten haben 2019 erklärt, dass Krypto-Währungen noch keine Bedrohung für die Stabilität des Finanzsystems darstellen. Die Industrienationen befürworten die Arbeit der internationalen Aufsichtsbehörden, was Krypto-Assets anbelangt. Regulierungsbemühungen sollten multilateral abgestimmt werden. Außerdem soll an den Bestimmungen der FATF festgehalten werden, die ihre Richtlinien für die Krypto-Branche kürzlich erneuert hatte. Entsprechend wollen sich die Mitgliedsstaaten verstärkt für die Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche einsetzen und ein größeres Augenmerk auf Cybersicherheit legen.

Wirrwarr an Zuständigkeiten auflösen

Unter Beteiligung etlicher deutscher Banken, der BaFin und der Financial Intelligence Unit (FIU) hat sich zudem die Anti Financial Crime Alliance (AFCA) gegründet. Ziel ist es, den Kampf gegen die Geldwäsche in Deutschland stärker zu koordinieren und Banken und Behörden besser miteinander zu vernetzen.

Auf EU-Ebene sollen die Erkenntnisse aus der Arbeit mit Krypto-Währungen und Wallets in die Debatte über neue Normen in der Geldwäschebekämpfung einfließen. Weitere politische und gesetzgeberische Arbeiten zu den grenzübergreifenden Aspekten bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sind zu erwarten. Für die betroffenen Institute wäre es wünschenswert, das Wirrwarr an Zuständigkeiten und administrativen Überschneidungen aufzulösen und die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung dadurch effektiver und kosteneffizienter umzusetzen.

Dabei ist nicht die Einrichtung einer weiteren EU-Behörde die vordringlichste Lösung, zumal unklar ist, welche Befugnisse an eine zentrale EU-Stelle übertragen und welche Verpflichtetenkreise dort beaufsichtigt werden sollen. Noch wichtiger wäre, die Regulierungsfrequenz im Nichtfinanzsektor zu erhöhen und strenge Meldevorschriften konsequent anzuwenden. 99 Prozent der Geldwäscheverdachtsanzeigen erbringt die Finanzwirtschaft. Nachziehen müssen jetzt endlich Autohändler, Juweliere, Immobilienmakler, Notare, Goldhändler, Wettanbieter und Auktionshäuser.

Dr. Stefan Hirschmann

VÖB-Service GmbH

Dr. Stefan Hirschmann ist Mitglied der Geschäftsleitung bei der VÖB-Service GmbH, einer Tochtergesellschaft des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands VÖB. Hirschmann ist zudem Co-Founder der Finanzplatzinitiative BANKENNETZWERK und Redaktionsmitglied bei RiskNET.

Lesen Sie auch

Geldwäsche: Wirrwarr an Zuständigkeiten

Die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ist nicht[…]

Dr. Stefan Hirschmann

Cloud & BaFin vertragen sich besser als man denkt

Die Cloud ist für Banken sicher ein nicht[…]

Andreas Bachmann

Kosten, Compliance und Top-Talente

Business@Risk? Entgegen vieler Notstandsmeldungen aus dem Personaleinkauf: Es[…]

Dr. Axel Vinke

Compliance-Funktion: Botschafter der Risikokultur

Die MaRisk verpflichtet die Geschäftsführung von Kreditinstituten, eine[…]

Carina Sophie Röthke

Compliance mit Storytelling

Frontalschulung, Dialogschulung, Live- und Video-Schulung – so gelingen[…]

Elfriede Jirges

Beschwerdemanagement als Wettbewerbsvorteil

Zentral oder dezentral? Umsetzungen der Anforderungen des BaFin-Rundschreibens[…]

Christian Gudat

Sachkunde auf dem Prüfstand

Die Sachkunde eines Mitarbeiters in der Anlageberatung darf[…]

Manuel Regent

Offene Fragen bei der Ex-ante-Kostentransparenz

Trotz BaFin-Erläuterungen gibt es immer wieder Unklarheiten bei[…]

Arne Almási

„Wir arbeiten daran, dass die PSD2 ein Erfolg wird“

Die PSD2 erlaubt digitalen Zahlungsdiensten über eine Schnittstelle[…]

Redaktion

„Erst kam die Finanzkrise, dann der regulatorische Tsunami“

Bei unserem Kongress COMPLAINCEforBANKS 2019 kamen auch dieses[…]

Daniel Fernandez

„Das Netz wird engmaschiger“

Die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nimmt beim[…]

Daniel Fernandez

„Heute geht es vor allem darum, etablierte Standards anzunehmen und effizienter zu werden“

Machine Learning ist aktuell branchenübergreifend in aller Munde.[…]

Redaktion

„Die PSD2 gibt Banken ein Stück Kontrolle zurück“

Die PSD2 öffnet die Schnittstellen von Banken für[…]

Daniel Fernandez

Mit offener Unternehmenskultur zu gutem Compliance-Bewusstsein

Ein gesundes Risiko- und Compliance-Bewusstsein ist elementarer Bestandteil[…]

Redaktion

Der Transparenz verpflichtet

Die regulatorische Belastung auf deutsche Finanzinstitute wächst stetig[…]

Axel Schmale

Mit Fintechs zu besserem Compliance Management

Fintech-Kooperationen sind eine beliebte Methode für Banken, ihre[…]

Dr. Silvana Gangi Chiodo

Die Compliance-Funktion nach MaRisk und ihr Compliance-Life-Cycle

Die BaFin hat mit der 4. Novelle der[…]

Markus Müller

Regulatorik: Synergien nutzen und Ressourcen sparen

Die Notwendigkeit für Banken, trotz wachsender regulatorischer Anforderungen[…]

Luise Fleischmann

Verdachtsmeldung vs. Datenschutz

Mit Inkrafttreten der DSGVO riskieren Unternehmen durch den[…]

Alexander Stehr

Neulich in der Copy-Paste-Abteilung

Fehlerhafte Marketing- und Vertriebsunterlagen führen nicht selten zu[…]

Tobias Schenkel

Datenschutzorganisation wird zur Chefsache

Die seit Ende Mai geltende DSGVO droht mit[…]

Dennis Heinemeyer

„30 Sekunden vor 12“

Regulierung kann für Banken ein wichtiger Verbündeter sein.[…]

Thorsten Hahn

Was bedeutet die EU-DSGVO für Banken und ihre Kunden?

Die EU-DSGVO (Europäische Datenschutz-Grundverordnung) wurde zunächst vor allem[…]

Jürgen P. Müller

Die besonderen Herausforderungen der GwG-Meldepflicht

Der § 43 GwG, die unverzügliche Meldepflicht von[…]

Thomas Seidel

Moral, MiFID II und Verletzungen beim Handball

Nachbericht zum Kongress COMPLIANCEforBANKS 2018

Tobias Schenkel

Ausgewählte Neuerungen zum Thema Auslagerungen in der 5. MaRisk-Novelle

Am 27. Oktober 2017 veröffentlichte die Bundesanstalt für[…]

Christian Gudat

Geschützt: Vorträge ComplianceForBanks 2018 (exklusiv für Mitglieder und Teilnehmer)

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter[…]

Redaktion

Der goldene Mittelweg im Spannungsfeld der Regularien

Eine der größten Herausforderungen und gleichzeitig wichtigsten Aufgaben[…]

Elfriede Jirges

Die Entourage von politisch exponierten Personen als Bankkunden

Banken müssen im Rahmen der Erfüllung ihrer gesetzlichen[…]

André Blum

Eine Revolution auf dem Markt für Identitätsprüfungen

In Zeiten der rasanten Digitalisierung können Banken und[…]

Uwe Stelzig

„APT10 greift vor allem Managed Service Provider an“

Seit etwa einem Jahr kam es vermehrt zu[…]

Philipp Scherber

Der alte Mann und die Malware

Der Rückgang von Filialen sowie Gebühren für Überweisungen[…]

Daniel Fernandez

UK Bribery Act 2.0 – Erfahrungen im Umgang mit Geschäftspartnern

Seit Inkrafttreten des UK Bribery Act im Juli[…]

Johanna Duenser

Die Verschärfung des Korruptionsstrafrechts und die Auswirkungen auf Kreditinstitute

Die Verhinderung von Korruption war abseits der Schwerpunktthemen[…]

Fabian Malkoc

Der Regierungsentwurf zur Umsetzung der 4. Geldwäsche-Richtlinie der EU

Am 22. Februar 2017 legte die Bundesregierung ihren[…]

Indranil Ganguli

„Betrugsrisiken sind durch Online-Legitimation gesunken“

Auch in einer Zeit, in der immer stärker[…]

Philipp Scherber

Cybercrime-Bedrohungen im Jahr 2017

Im vergangenen Jahr wurde Cybersicherheit im Rahmen zahlreicher[…]

Michael Hagebölling

Business Judgement Rule im Privatstiftungsrecht

Nach einer kürzlich ergangenen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs[…]

Manfred Wieland

Deutsche Bank einigt sich mit amerikanischen Behörden

Die Deutsche Bank hat sich im Streit über[…]

Daniel Fernandez

Gemeinsam gegen Betrugsversuche

Ob manipulierte Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen bei Kreditanträgen oder[…]

Stephan R. Peters

Fraud: der menschliche Faktor

Mit betrügerischen Handlungen beschäftigt man sich im geschäftlichen[…]

Michael Leuthner

Digitalisierung = Illegalisierung?

Eine Firewall zu überwinden, stellt heute für Geübte[…]

Christian Grosshardt

Hanns Feigen

Landgericht München, 25. April 2016, Verfahren gegen fünf[…]

Philipp Scherber

Wasch mich, aber mach mich nicht nass – Vol. 2

Es kommt nicht oft vor, dass eine Bank[…]

Thorsten Hahn

Quo vadis MiFID II? Anlegerschutz oder das Ende der Anlageberatung?

MiFID II wird auf Anfang 2018 verschoben, und[…]

Andreas Gehrke

Zwischen der Schulung und der Praxis liegt das Meer

Die Umsetzung von Schulungsinhalten kann Mitarbeiter vor Probleme[…]

Ronny Fuchs

„Willkommen beim Rudern“

MiFID II um ein Jahr verschoben. Aufatmen bei[…]

Philipp Scherber

Kosten- und Risikoreduzierung durch qualitativ hochwertige Kundendaten

Entity Resolution, also die Systematisierung, Verlinkung und Gruppierung[…]

Philipp Scherber

Das Ende der improvisierten IT

Immer, wenn Banken und Versicherungen versuchen, Anforderungen der[…]

Carsten Krah