Bitte melden Sie sich an

Registrieren Sie Sich als Premium-Mitglied, um Vorträge herunterzuladen.

  • 100% Rabatt auf alle Club-Events und Kongresse
  • Download der Vortragsunterlagen aller Veranstaltungen
  • Zugriff auf Fotogalerie aller Veranstaltungen
Sie sind noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt:

Jetzt Mitglied werden
Sie sind bereits Mitglied oder waren Teilnehmer?

Bitte loggen Sie sich ein:

Jetzt einloggen
Jetzt Mitglied werden

Fraud: der menschliche Faktor

Mit betrügerischen Handlungen beschäftigt man sich im geschäftlichen Umfeld in der Regel erst, wenn im Unternehmen tatsächlich etwas in dieser Art stattgefunden hat. Wenn dann das Kind in den Brunnen gefallen ist, steht die Frage im Raum: „Wie gehen wir jetzt damit um?“ Und vor allem: „Was hätte man bereits im Vorfeld tun können, damit es eben gerade nicht passiert?“

Von Michael Leuthner - 20. September 2016

Werfen wir zunächst einen Blick auf die menschliche Komponente der betrügerischen Handlung. Donald Ray Cressey war ein US-amerikanischer Soziologe und Kriminologe. Zu Beginn seiner Laufbahn sah er sich jedoch mehr als Sozialpsychologe, der kriminelle Handlungen aus der Sicht der Verhaltenstheorie betrachtete. Im Jahre 1950 veröffentlichte Cressey sein Buch „Other People‘s Money“.

Faktor Mensch

Er untersuchte die Fälle von 503 männlichen Insassen in drei verschiedenen Gefängnissen, die aufgrund irgendeiner Form von Unterschlagung verurteilt worden waren. Er selektierte dann die Fälle, die durch den Missbrauch einer Vertrauensposition entstanden waren, und erhielt 133 Fälle.
Sein Ziel war es, die Motivation aller Täter zu erfassen und diese durch eine Hypothese zu begründen. Nach mehreren Ansätzen gelangte er zu dem Ansatz: „Vertrauenspersonen, die mit finanziellen Sachverhalten betraut sind, werden dann das in sie gesetzte Vertrauen missbrauchen, wenn sie erkennen, dass sie ein finanzielles Problem haben, das sie selbst nicht lösen können, sie aber erkennen, dass dieses Problem durch einen Vertrauensmissbrauch gelöst werden könnte.“
Dieses sogenannte „non-shareable problem“ existiert genau dann, wenn das finanzielle Problem nicht mit Hilfe von anderen gelöst werden kann, da der Täter Angst hat, dass er seinen gesellschaftlichen Status oder den Respekt vor anderen Personen verlieren könnte.

Fraud Triangle

Diese Hypothese bewahrheitete sich ebenfalls für die 200 von Edwin H. Sutherland gesammelten unveröffentlichten Fälle und führte Cressey dann zum sogenannten „fraud triangle“, mit Hilfe dessen er erläuterte, welche Voraussetzungen für Betrug im berufsbezogenen Umfeld – dies wird auch „white-collar crime“ genannt – vorhanden sein müssen. Die drei begünstigenden Voraussetzungen für Betrug im berufsbezogenen Umfeld werden wie folgt dargestellt:

• Gelegenheit: Fehlende oder ineffektive Kontrolle, die Kenntnis des Täters von Sicherheitslücken.
• Motivation: Es muss einen Anreiz für die Tat geben, sie muss sich lohnen.
• Rechtfertigung: Der Täter muss die Tat nachträglich vor sich selbst rechtfertigen können.

Natürlich bedeutet dies nicht, dass im Falle des Vorhandenseins dieser drei Bedingungen automatisch betrügerische Handlungen stattfinden. Vielmehr sind dies starke Anzeichen dafür, dass ein Betrug mit hoher Wahrscheinlichkeit stattfinden könnte.

Kritik

Über Jahre hinweg galt dieses „fraud triangle“ als Credo, warum Menschen dolose Handlungen durchführen. Kritikpunkte in der neueren Forschung beziehen sich jedoch darauf, dass sich Cresseys Untersuchung nur auf Menschen bezog, die bereits in einer Organisation beschäftigt waren, und diejenigen, die die drei oben genannten Voraussetzungen erfüllten.
Er schloss explizit die Täter aus, die nur eine Tätigkeit aufgenommen hatten, um einen Betrug zu begehen, oder andere, die auch schon in der Vergangenheit betrügerische Tätigkeiten durchgeführt hatten.
Im Fokus der Untersuchung von Cressey lagen also nur diese Betrüger, die nicht schon zum Zeitpunkt des Eintritts in die Organisation eine betrügerische Tätigkeit geplant hatten.

Heute

Heute weiß man, dass es auch Charaktere gibt, die bereits bei ihrer Einstellung Betrug planen. Dies mag für die Länder gelten, die sowohl andere Kündigungsschutzgesetze als auch ein anderes Arbeitsrecht als wir in Europa haben. Es ist hier prinzipiell jedoch nicht auszuschließen. Ebenso weiß man aus neueren, weltweit bekannten Finanzskandalen, dass Menschen Betrug begehen bzw. begangen haben, die nicht unmittelbar unter einem persönlichen finanziellen Druck standen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das „fraud triangle“ ein Werkzeug ist, um „potentiellen“ Betrug zu erläutern. Es erklärt aber nicht, weshalb beispielsweise neu eingestellte Mitarbeiter ein Unternehmen betrügen wollen. Ebenso gibt es auch Fälle, in denen es Mitarbeitern einfach Spaß macht, zu betrügen, sozusagen den „Kick“ zu erleben, „einfach das System zu schlagen“.

Lesen Sie auch

Banken im Kampf gegen Krypto-Geldwäsche

Wie können Banken die Bekämpfung von Geldwäsche und[…]

Dr. Stefan Hirschmann

Geldwäsche: Wirrwarr an Zuständigkeiten

Die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ist nicht[…]

Dr. Stefan Hirschmann

Cloud & BaFin vertragen sich besser als man denkt

Die Cloud ist für Banken sicher ein nicht[…]

Andreas Bachmann

Kosten, Compliance und Top-Talente

Business@Risk? Entgegen vieler Notstandsmeldungen aus dem Personaleinkauf: Es[…]

Dr. Axel Vinke

Compliance-Funktion: Botschafter der Risikokultur

Die MaRisk verpflichtet die Geschäftsführung von Kreditinstituten, eine[…]

Carina Sophie Röthke

Compliance mit Storytelling

Frontalschulung, Dialogschulung, Live- und Video-Schulung – so gelingen[…]

Elfriede Jirges

Beschwerdemanagement als Wettbewerbsvorteil

Zentral oder dezentral? Umsetzungen der Anforderungen des BaFin-Rundschreibens[…]

Christian Gudat

Sachkunde auf dem Prüfstand

Die Sachkunde eines Mitarbeiters in der Anlageberatung darf[…]

Manuel Regent

Offene Fragen bei der Ex-ante-Kostentransparenz

Trotz BaFin-Erläuterungen gibt es immer wieder Unklarheiten bei[…]

Arne Almási

„Wir arbeiten daran, dass die PSD2 ein Erfolg wird“

Die PSD2 erlaubt digitalen Zahlungsdiensten über eine Schnittstelle[…]

Redaktion

„Erst kam die Finanzkrise, dann der regulatorische Tsunami“

Bei unserem Kongress COMPLAINCEforBANKS 2019 kamen auch dieses[…]

Daniel Fernandez

„Das Netz wird engmaschiger“

Die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nimmt beim[…]

Daniel Fernandez

„Heute geht es vor allem darum, etablierte Standards anzunehmen und effizienter zu werden“

Machine Learning ist aktuell branchenübergreifend in aller Munde.[…]

Redaktion

„Die PSD2 gibt Banken ein Stück Kontrolle zurück“

Die PSD2 öffnet die Schnittstellen von Banken für[…]

Daniel Fernandez

Mit offener Unternehmenskultur zu gutem Compliance-Bewusstsein

Ein gesundes Risiko- und Compliance-Bewusstsein ist elementarer Bestandteil[…]

Redaktion

Der Transparenz verpflichtet

Die regulatorische Belastung auf deutsche Finanzinstitute wächst stetig[…]

Axel Schmale

Mit Fintechs zu besserem Compliance Management

Fintech-Kooperationen sind eine beliebte Methode für Banken, ihre[…]

Dr. Silvana Gangi Chiodo

Die Compliance-Funktion nach MaRisk und ihr Compliance-Life-Cycle

Die BaFin hat mit der 4. Novelle der[…]

Markus Müller

Regulatorik: Synergien nutzen und Ressourcen sparen

Die Notwendigkeit für Banken, trotz wachsender regulatorischer Anforderungen[…]

Luise Fleischmann

Verdachtsmeldung vs. Datenschutz

Mit Inkrafttreten der DSGVO riskieren Unternehmen durch den[…]

Alexander Stehr

Neulich in der Copy-Paste-Abteilung

Fehlerhafte Marketing- und Vertriebsunterlagen führen nicht selten zu[…]

Tobias Schenkel

Datenschutzorganisation wird zur Chefsache

Die seit Ende Mai geltende DSGVO droht mit[…]

Dennis Heinemeyer

„30 Sekunden vor 12“

Regulierung kann für Banken ein wichtiger Verbündeter sein.[…]

Thorsten Hahn

Was bedeutet die EU-DSGVO für Banken und ihre Kunden?

Die EU-DSGVO (Europäische Datenschutz-Grundverordnung) wurde zunächst vor allem[…]

Jürgen P. Müller

Die besonderen Herausforderungen der GwG-Meldepflicht

Der § 43 GwG, die unverzügliche Meldepflicht von[…]

Thomas Seidel

Moral, MiFID II und Verletzungen beim Handball

Nachbericht zum Kongress COMPLIANCEforBANKS 2018

Tobias Schenkel

Ausgewählte Neuerungen zum Thema Auslagerungen in der 5. MaRisk-Novelle

Am 27. Oktober 2017 veröffentlichte die Bundesanstalt für[…]

Christian Gudat

Geschützt: Vorträge ComplianceForBanks 2018 (exklusiv für Mitglieder und Teilnehmer)

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter[…]

Redaktion

Der goldene Mittelweg im Spannungsfeld der Regularien

Eine der größten Herausforderungen und gleichzeitig wichtigsten Aufgaben[…]

Elfriede Jirges

Die Entourage von politisch exponierten Personen als Bankkunden

Banken müssen im Rahmen der Erfüllung ihrer gesetzlichen[…]

André Blum

Eine Revolution auf dem Markt für Identitätsprüfungen

In Zeiten der rasanten Digitalisierung können Banken und[…]

Uwe Stelzig

„APT10 greift vor allem Managed Service Provider an“

Seit etwa einem Jahr kam es vermehrt zu[…]

Philipp Scherber

Der alte Mann und die Malware

Der Rückgang von Filialen sowie Gebühren für Überweisungen[…]

Daniel Fernandez

UK Bribery Act 2.0 – Erfahrungen im Umgang mit Geschäftspartnern

Seit Inkrafttreten des UK Bribery Act im Juli[…]

Johanna Duenser

Die Verschärfung des Korruptionsstrafrechts und die Auswirkungen auf Kreditinstitute

Die Verhinderung von Korruption war abseits der Schwerpunktthemen[…]

Fabian Malkoc

Der Regierungsentwurf zur Umsetzung der 4. Geldwäsche-Richtlinie der EU

Am 22. Februar 2017 legte die Bundesregierung ihren[…]

Indranil Ganguli

„Betrugsrisiken sind durch Online-Legitimation gesunken“

Auch in einer Zeit, in der immer stärker[…]

Philipp Scherber

Cybercrime-Bedrohungen im Jahr 2017

Im vergangenen Jahr wurde Cybersicherheit im Rahmen zahlreicher[…]

Michael Hagebölling

Business Judgement Rule im Privatstiftungsrecht

Nach einer kürzlich ergangenen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs[…]

Manfred Wieland

Deutsche Bank einigt sich mit amerikanischen Behörden

Die Deutsche Bank hat sich im Streit über[…]

Daniel Fernandez

Gemeinsam gegen Betrugsversuche

Ob manipulierte Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen bei Kreditanträgen oder[…]

Stephan R. Peters

Digitalisierung = Illegalisierung?

Eine Firewall zu überwinden, stellt heute für Geübte[…]

Christian Grosshardt

Hanns Feigen

Landgericht München, 25. April 2016, Verfahren gegen fünf[…]

Philipp Scherber

Wasch mich, aber mach mich nicht nass – Vol. 2

Es kommt nicht oft vor, dass eine Bank[…]

Thorsten Hahn

Quo vadis MiFID II? Anlegerschutz oder das Ende der Anlageberatung?

MiFID II wird auf Anfang 2018 verschoben, und[…]

Andreas Gehrke

Zwischen der Schulung und der Praxis liegt das Meer

Die Umsetzung von Schulungsinhalten kann Mitarbeiter vor Probleme[…]

Ronny Fuchs

„Willkommen beim Rudern“

MiFID II um ein Jahr verschoben. Aufatmen bei[…]

Philipp Scherber

Kosten- und Risikoreduzierung durch qualitativ hochwertige Kundendaten

Entity Resolution, also die Systematisierung, Verlinkung und Gruppierung[…]

Philipp Scherber

Das Ende der improvisierten IT

Immer, wenn Banken und Versicherungen versuchen, Anforderungen der[…]

Carsten Krah