Bitte melden Sie sich an

Registrieren Sie Sich als Premium-Mitglied, um Vorträge herunterzuladen.

  • 100% Rabatt auf alle Club-Events und Kongresse
  • Download der Vortragsunterlagen aller Veranstaltungen
  • Zugriff auf Fotogalerie aller Veranstaltungen
Sie sind noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt:

Jetzt Mitglied werden
Sie sind bereits Mitglied oder waren Teilnehmer?

Bitte loggen Sie sich ein:

Jetzt einloggen
Jetzt Mitglied werden

„Jeder Teilnehmer am FraudPool leistet einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft“

Banken stehen vor der Herausforderung, sich und ihre Kunden vor immer professioneller agierenden Betrügern schützen zu müssen. Die Auskunftei SCHUFA hat verschiedene Verfahren zur Betrugsprävention entwickelt, um Finanzinstituten dabei zu helfen. Maria Dammers, Produktmanagerin bei der SCHUFA Holding AG, berichtet im Interview über den Schutz gegen Identitätsmissbrauch, die Zusammenarbeit mit Banken und den SCHUFA-FraudPool.

Von Redaktion - 04. September 2019

BANKINGNEWS: Warum engagiert sich die SCHUFA in der Betrugsprävention?

Maria Dammers: Betrug ist ein Phänomen, das alle betrifft: Unternehmen, Verbraucher, die gesamte Gesellschaft. Betrugsprävention ist daher für die SCHUFA ein wichtiges Thema. Mit unseren Auskünften und Lösungen tragen wir erfolgreich zur Bekämpfung von Betrug bei. Die Fragen, die unsere Kunden uns heute stellen, sind vielfältig. Über die Frage „Kann der Kunde zahlen?“ – also die Frage nach der Bonität, spielen immer häufiger auch Fragen wie „Ist der Kunde wirklich der, der er vorgibt zu sein?“ (Identität), „Darf ich mit ihm überhaupt Geschäft machen?“ (Compliance/ KYC) und „Will der Kunde überhaupt zahlen?“ (Betrug) eine zunehmende Rolle. Betrugsprävention ist neben Bonität, Identität und Compliance eines unserer Kerngeschäftsfelder.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Betrugsprävention?

Im Zuge der Digitalisierung der Finanzbranche spielt vor allem die zunehmende Anonymität eine große Rolle, sowohl im Privat- als auch Firmenkundengeschäft. Unternehmen und Kunden begegnen sich in vielen Fällen nicht mehr persönlich. So ist es heute üblich, dass zum Beispiel die Eröffnung eines Girokontos oder auch die Beantragung eines Kredits komplett online abgewickelt werden, der Kunde muss nicht mehr persönlich in der Filiale erscheinen. Was für Kunden und auch Unternehmen auf der einen Seite sehr bequem ist, birgt jedoch auch größere Anfälligkeit für Betrug. Bereits bekannte Betrugsmethoden werden vielfach durch die Anonymität und Distanz im Netz erleichtert. Es entstehen aber auch neue Wege für Betrüger, sich Leistungen oder Waren zu erschleichen.

Wie können Banken und andere Unternehmen sich schützen?

Zum einen sind natürlich unsere Auskünfte zur Bonität bereits ein wichtiger Bestandteil zur Einschätzung, ob ein Kunde zum Beispiel seinen Kredit zurückbezahlen kann oder nicht, sie können also bereits den Eingehungsbetrug verhindern. Darüber hinaus unterstützen unsere Auskünfte unsere Vertragspartner bei der Identifikation ihrer Kunden und beugen somit Identitätsbetrug vor. So kann die Information, dass die SCHUFA zu einer Identität keine Informationen gespeichert hat (die sogenannte „KI-Auskunft“) schon ein Hinweis darauf sein, dass jemand fiktive Identitätsdaten angegeben hat. Viele Betrüger begehen auch Identitätsmissbrauch mit den Daten von verstorbenen Personen, die sie in Todesanzeigen finden – das ist neben dem wirtschaftlichen Schaden natürlich besonders schlimm für die Angehörigen, die dann unter Umständen an die verstorbene Person adressierte Rechnungen oder Mahnungen erhalten. Das Merkmal „Person verstorben“ in der SCHUFA-Auskunft kann für ein anfragendes Unternehmen ein Hinweis darauf sein, dass hier mit der Identität einer verstorbenen Person ein Betrugsversuch begangen wird.

Da auch Betrüger die neuen Möglichkeiten nutzen, die die Digitalisierung bietet, entwickelt die SCHUFA fortwährend neue Verfahren zur Betrugsprävention. Für Banken und Finanzdienstleister bietet zum Beispiel der SCHUFA-FraudPool Schutz vor Betrug. Für den Online-Handel hat die SCHUFA gemeinsam mit führenden E-Commerce-Unternehmen in Deutschland den FraudPreCheck (FPC) entwickelt, eine Lösung zur Betrugserkennung und -vermeidung durch Betrugsmustererkennung in Echtzeit.

Wie funktioniert dieser FraudPool für Banken?

Der SCHUFA-FraudPool (SFP) ermöglicht Kreditinstituten untereinander den Austausch von betrugsrelevanten Informationen, und zwar datenschutzkonform, standardisiert und in Echtzeit. Eingemeldet und ausgetauscht wird ein fest definierter Katalog von Informationen über erkannte Betrugsverdachtsfälle. Unternehmen, die sonst durchaus im Wettbewerb miteinander stehen, engagieren sich hier gemeinsam, um Betrug rechtzeitig zu erkennen und damit zu verhindern – idealerweise, bevor ein Schaden entsteht. Aktuell nehmen 71 Unternehmen aus der Finanzwirtschaft am FraudPool teil – Tendenz steigend. Auch mehrere Landeskriminalämter melden Informationen ein. Pro Werktag erfolgen rund 106.000 Anfragen an den SFP, es gab bisher rund 28.837 erkannte Fraud-Fälle (Stand: August 2019). Jeder Teilnehmer am SFP leistet einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft, denn mit jedem neuen Fall liefert der FraudPool neue wertvolle Erkenntnisse zur Betrugsprävention.

So funktioniert der SCHUFA-FraudPool

Was können Privatpersonen tun, die schon Opfer von Identitätsmissbrauch geworden sind?

Opfern von Identitätsmissbrauch bietet die SCHUFA an, sich mit einem speziellen Eintrag im persönlichen Datensatz vor Wiederholungsbetrug schützen zu lassen. Voraussetzung für eine solche Einmeldung ist, dass man zuvor Strafanzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft gestellt hat. Ist ein Verbraucher als Identitätsbetrugsopfer bei der SCHUFA registriert, erhalten Vertragspartner der SCHUFA einen entsprechenden Hinweis, wenn sie zu der Person eine Anfrage stellen. So können sie reagieren und die Identität genauer prüfen, bevor sie eine Bestellung annehmen oder einen Vertrag abschließen. Dadurch kann ein erneuter Betrug mit den Daten des Opfers vermieden werden.

Wer mehr Sicherheit für seine Daten im Internet möchte, kann das meineSCHUFA plus-Paket nutzen. Darin enthalten sind zum Beispiel ein Update-Service, der bei Anfragen oder Änderungen in den eigenen SCHUFA-Daten umgehend informiert – hat man selbst diese Änderungen nicht ausgelöst, kann dies ein Hinweis auf Identitätsmissbrauch sein. Der in dem Paket enthaltene IdentSafe Monitor durchsucht das Internet auf unberechtigt veröffentlichte persönliche Daten wie z.B. Kontonummer oder Kreditkartennummer. Werden diese gefunden, unterstützt ein Service der SCHUFA bei der Bereinigung der Daten.

 

Maria Dammers

SCHUFA Holding AG

Maria Dammers ist als Produktmanagerin bei der SCHUFA Holding AG tätig. Neben dem SCHUFA-FraudPool für Kreditinstitute verantwortet sie den SCHUFA-FraudPreCheck für den E-Commerce. Gemeinsam mit SCHUFA-Vertragspartnern entwickeln Maria Dammers und ihre Kollegen innovative Produkte und Lösungen zur Betrugsprävention und Risikominimierung.

Lesen Sie auch

Die nächste Evolutionsstufe im Bankenbetrug

Innovationen treiben derzeit alle Retail-Banken an, um die[…]

Dirk Mayer

Betrugserkennung als Service

Wie lässt sich Open Banking für die Betrugsprävention[…]

Lars Meinecke

Wir sind die letzte Verteidigungslinie

Nehmen wir Vorauszahlungsbetrug schon als gegeben hin? Diese[…]

Thomas Sontag

Das endlose Märchen vom ultimativen Schnäppchen

Wie der Glaube an unbegrenzten Rabatt den Verstand[…]

Dorothee Wirsching

„Betrug an Banken bringt viel Geld und nur wenig Knast“

Was Banken von Kriminellen lernen können und auf[…]

Daniel Fernandez

Wie gefährdet ist die Datensicherheit in der Finanzbranche?

Geldinstitute tragen eine hohe Verantwortung. Persönliche Informationen und[…]

Redaktion

Innovations in Credit & Fraud 2019 – Werte schaffen und Werte schützen

Das Expertenforum von CRIF Bürgel beschäftigt sich mit[…]

Daniel Fernandez

Identifikationsverfahren: viele Ansätze – eine Lösung

Der Markt für Identifikationsverfahren ist stark fragmentiert und[…]

Johannes Antoni

„Betrug statt Bonität“

Automatisierung und KI versprechen Chancen für Kreditprozesse. Doch[…]

Philipp Scherber

„Das Netz wird engmaschiger“

Die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nimmt beim[…]

Daniel Fernandez

Gefälschte Gehaltsabrechnungen – ein wachsendes Problem für Banken

Nicht nur Hackerangriffe, Ransomware und Co. machen Banken[…]

Redaktion

Mein Kühlschrank, der Betrüger

Auf unserem Fachkongress FRAUDMANAGEMENTforBANKS drehte sich zwei Tage[…]

Tobias Schenkel

19. November 1984: Der BTX-Hack schockiert Deutschland

Der Auftritt des Chaos Computer Clubs am 19.[…]

Daniel Fernandez

55,2 Milliarden

Den gemeinsamen Recherchen verschiedener Medien wie CORRECTIV zufolge[…]

Redaktion

„Die Datenqualität hat für uns höchste Priorität“

Der Kontakt zwischen Bank und Kunde findet immer[…]

Redaktion

Auf der Suche nach einer Best Practice in der Betrugsprävention

Ausnahmsweise liefern die scheinbar allwissenden Suchmaschinen wenig Hilfreiches,[…]

Dirk Mayer

Und alles nur, weil ich dich liebe

Unter dem Namen „Romance Scam“ hat sich in[…]

Dorothee Wirsching

FRAUDMANAGEMENTforBANKS 2018

Vorbericht zu unserem zweitätigen Fachkongress

Dalia El Gowhary

„Der beste Service ist der, den man nicht sieht“

Am 13.06.2018 kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der[…]

Tobias Schenkel

Im Kampf gegen die „Cyber Nostra“

Dass Cyberkriminelle immer erfolgreicher und effizienter werden, lässt[…]

Daniel Fernandez

„Das ist eben das Hase und Igel Spiel“

Für die „Autowäsche“ muss man heute nicht mehr[…]

Tobias Schenkel

Sicherheitslücke Drucker: ein unterschätztes Risiko

Entwicklungen wie die digitale Transformation, die steigende Anzahl[…]

Michaela Harder

Alte Systeme, blinde Flecken: Risiken in der Digitalisierung

Die klassische Prüfung im Konsumentengeschäft ist Schnee von[…]

Dirk Mayer

Fraudmanagement und PSD2

Ein dominierendes Thema der vergangenen Monate war die[…]

Philipp Scherber

Der goldene Mittelweg im Spannungsfeld der Regularien

Eine der größten Herausforderungen und gleichzeitig wichtigsten Aufgaben[…]

Elfriede Jirges

Einsatz moderner Technologien in der Betrugsbekämpfung

Oft stellt sich die Frage, ob moderne Technologien[…]

Eric Wagner

Totale Offenheit verhindert Betrug

Digitalisierung macht eine Vielzahl von Regulierungen notwendig, um[…]

Jürgen P. Müller

„Bei Mietverträgen bestehen Schlupflöcher, um an ein teures Auto zu gelangen“

Das Bundeskriminalamt (BKA) bezeichnet die Kfz-Branche als Risikobereich[…]

Philipp Scherber

„Es hat höchste Priorität, die Daten unserer Kunden zu schützen“

Digitale Banking-Lösungen sind ein Spagat zwischen positivem Kundenerlebnis[…]

Tobias Schenkel

FIU – neue Einbahnstraße für Verpflichtete?

Die Zentralstelle für Verdachtsmeldungen hat sich im Sommer[…]

Mehmet Aydogdu

BaFin sorgt für Klarheit auf dem Video-Identifikationsmarkt

Seit rund einem Vierteljahr gelten nun neue Vorgaben[…]

Sebastian Bärhold

FRAUDMANAGEMENTforBANKS 2017

„Die Zeit der regelbasierten Systeme ist vorbei“, stellte[…]

Christian Grosshardt

Sicherheit im Zahlungsverkehr – Anforderungen nach MaSI und § 25h KWG

Der Kunde sollte im Zahlungsverkehr und beim Internetbanking[…]

Rainer Hahn

Eine Revolution auf dem Markt für Identitätsprüfungen

In Zeiten der rasanten Digitalisierung können Banken und[…]

Uwe Stelzig

„APT10 greift vor allem Managed Service Provider an“

Seit etwa einem Jahr kam es vermehrt zu[…]

Philipp Scherber

Der alte Mann und die Malware

Der Rückgang von Filialen sowie Gebühren für Überweisungen[…]

Daniel Fernandez

UK Bribery Act 2.0 – Erfahrungen im Umgang mit Geschäftspartnern

Seit Inkrafttreten des UK Bribery Act im Juli[…]

Johanna Duenser

Die Verschärfung des Korruptionsstrafrechts und die Auswirkungen auf Kreditinstitute

Die Verhinderung von Korruption war abseits der Schwerpunktthemen[…]

Fabian Malkoc

Der Regierungsentwurf zur Umsetzung der 4. Geldwäsche-Richtlinie der EU

Am 22. Februar 2017 legte die Bundesregierung ihren[…]

Indranil Ganguli

„Betrugsrisiken sind durch Online-Legitimation gesunken“

Auch in einer Zeit, in der immer stärker[…]

Philipp Scherber

Cybercrime-Bedrohungen im Jahr 2017

Im vergangenen Jahr wurde Cybersicherheit im Rahmen zahlreicher[…]

Michael Hagebölling

Gemeinsam gegen Betrugsversuche

Ob manipulierte Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen bei Kreditanträgen oder[…]

Stephan R. Peters

Fraud: der menschliche Faktor

Mit betrügerischen Handlungen beschäftigt man sich im geschäftlichen[…]

Michael Leuthner

Digitalisierung = Illegalisierung?

Eine Firewall zu überwinden, stellt heute für Geübte[…]

Christian Grosshardt

Kosten- und Risikoreduzierung durch qualitativ hochwertige Kundendaten

Entity Resolution, also die Systematisierung, Verlinkung und Gruppierung[…]

Philipp Scherber