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Innovation

360-Grad-Blick auf die Digitalisierung im Gesundheitsmarkt

Es gehört inzwischen zur Routine bei der Patientenbehandlung, Blutwerte und Befunde in digitalen Systemen zu erfassen. Genome, etwa die von Tumoren, werden ebenfalls elektronisch gespeichert und analysiert. Auch messen immer mehr Menschen ihre Vitaldaten mit Smartphone-Apps und tragbaren Minicomputern, den sogenannten Wearables. Kurzum: Die Digitalisierung ist zwar kein neues Thema auf dem Gesundheitsmarkt, doch sie nimmt Fahrt auf.

Von Stefan Seyler - 31. Mai 2017

Für ihre 360-Grad-Studie „Digitalisierung im Gesundheitsmarkt“ befragte die apoBank 500 selbständige und angestellt tätige Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker in Deutschland. Bildnachweis: iStock.com/mediaphotos

Mit Blick auf die zunehmende Geschwindigkeit der Digitalisierung hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) die Frage gestellt, wie die Entwicklungen den Gesundheitsmarkt verändern werden. Wo liegen die größten Herausforderungen? Zahlen sich Investitionen in digitale Strukturen überhaupt aus? Die Ergebnisse hat sie in einer Studie veröffentlicht. Diese besteht aus der Analyse relevanter Themen sowie einer quantitativen Befragung von Heilberuflern. Ergänzt um das Meinungsbild der Standesorganisationen der Berufsstände sowie qualitativ vertiefende Interviews mit Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik, liefert die Studie einen Rundum-Blick auf die Digitalisierung im Gesundheitsmarkt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Die Heilberufler sehen die stärksten Veränderungen in ihrem beruflichen Alltag und den Strukturen der Gesundheitsversorgung, während die Arzt-Patienten-Beziehung vergleichsweise unberührt bleibt. Die digitale Vernetzung wird heilberufsübergreifend als Entwicklung mit dem größten Veränderungspotential beurteilt. Je nach Berufsgruppe stehen unterschiedliche Entwicklungspfade im Fokus: Humanmediziner betonen den Einfluss von Assistenzsystemen ärztlicher Leistungen, Apotheker konzentrieren ihren Blick auf digitale Anwendungen rund um Medikation und Zahnärzte setzen insbesondere auf personalisierte Versorgungsangebote. Die Heilberufler befürchten im Zusammenhang mit der Digitalisierung hohe Investitionen, erwarten aber vergleichsweise geringe Profite. Jeder dritte Heilberufler ist der Meinung, dass sich die Digitalisierung schnell, d.h. innerhalb der nächsten vier Jahre, durchsetzen wird. Die befragten Standesvertreter schätzen die Auswirkungen der Digitalisierung geringer ein als die Heilberufler selbst.

Ansprüche der Patienten als Treiber der Digitalisierung

Insgesamt wird die Digitalisierung von den Marktakteuren als positive Entwicklung wahrgenommen, die eine Verbesserung in der medizinischen Versorgung, eine transparentere Kommunikation sowie ein effizientes Datenmanagement ermöglicht. Getrieben wird die Digitalisierung im Gesundheitsmarkt dabei zunehmend durch die Ansprüche der Patienten, die auf eine bessere medizinische Versorgung hoffen. Sowohl für den stationären als auch für den ambulanten Bereich sehen die Befragten weitreichende Chancen, wobei die klassische Zweiteilung der Sektoren zunehmend verschwimmen werde. Die Heilberufler äußern jedoch auch Bedenken. So sehen einige den Datenmissbrauch, eine steigende Bürokratie- und Informationsflut sowie hohe Kosten als mögliche Nachteile einer digitalisierten Medizin.

Für die nahe Zukunft werden vornehmlich zwei Entwicklungen in den Fokus gestellt: Zum einen können digital große Datenmengen innerhalb kürzester Zeit für Entscheidungsprozesse ausgewertet und daraus personalisierte Therapien entwickelt werden. Zum anderen wird eine Verbesserung der medizinischen Versorgung in der Fläche durch die Überführung telemedizinischer Anwendungen in die Regelversorgung erwartet. Die Herausforderung für die beteiligten Akteure liegt jetzt darin, aus dem jeweils individuellen Blickwinkel heraus die Vorteile der Digitalisierung zu erkennen und die technologischen Möglichkeiten zur eigenen Unterstützung einzusetzen. Auf diese Weise können Heilberufler die eigenen Ressourcen noch effektiver für den Kern ihrer medizinischen und pharmazeutischen Tätigkeit nutzen.

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