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Digitale Transformation – Manche führen, manche folgen

Im Jahr 2016 wurde der Begriff „Digitalisierung“ inflationär verwendet. Öde, langweilig und unkonkret lautet die Resonanz, verständlicherweise mündend in Unverständnis. Bedauerlicherweise überträgt sich diese Haltung auf die höchste Entscheidungsebene des Unternehmenssektors und endet anschließend in Digitalisierungsaversion. Wir möchten hier Abhilfe schaffen – dafür ist das Thema insgesamt zu bedeutend.

Von Farhad Khakzad - 12. Mai 2017
digitale Technologien führen zu einem Wandel der Finanzbranche

Bildnachweis: iStock.com/peshkov

Die Digitale Transformation bezeichnet nach unserem Verständnis einen stetigen, in digitalen Technologien begründeten Veränderungsprozess. Zu den wesentlichen Treibern der digitalen Transformation gehören digitale Technologien, digitale Anwendungen, die hierauf basierenden Verwertungspotentiale in digitalen Geschäftsmodellen sowie die digitalen Wertschöpfungsnetzwerke. Die Auswirkungen der Transformationsprozesse haben in den letzten Jahren auf der Gesellschafts- und Unternehmensebene erheblich zugenommen, da die digitalen Technologien in einer immer schneller werdenden Folge entwickelt worden sind und somit ihrerseits den Weg für weitere, neue digitale Technologien und Verwertungspotentiale geebnet haben. Gleichzeitig hat in den letzten Jahren die Digitalisierung in etablierten Strukturen zu einer nachhaltigen Veränderung der Kommunikation und der Informationsflüsse geführt. Aus diesem Grund stehen alle Unternehmen vor besonderen Herausforderungen. Grundsätzlich sind hiervon alle etablierten Geschäftsmodelle betroffen.

Der Wandel nimmt an Geschwindigkeit zu

Wir sind der festen Überzeugung, dass dieser Wandel weiterhin an Geschwindigkeit zunimmt und sich neue Herausforderungen ergeben werden. Im Unternehmenssektor sind etablierte Unternehmen immer größerer Konkurrenz aus dem digitalen Sektor faktisch „ausgeliefert“. Am Beispiel des Finanzsektors wird dies sehr deutlich: Disruptive Technologien revolutionieren die Branche. Anzeichen hierfür gibt es genügend, am Beispiel von Goldman Sachs, SocietyOne und Paypal wird dies sehr anschaulich; Goldman Sachs bezeichnet sich inzwischen nicht mehr als „Bank“, sondern als „Technologieunternehmen“ – warum? SocietyOne ist dagegen weltweit die am schnellsten wachsende Bank – warum? Die meisten Zahlungsverkehrstransaktionen werden weltweit von einem Unternehmen abgewickelt, das keine Bankfiliale besitzt und mehr Bankkunden hat als (fast) jedes deutsche Kreditinstitut – wer? PayPal. Warum? Fehlt da etwas? Ja, etwa  Facebook, Netflix, Airbnb, Google, Skype, Whatsapp, Alibaba, Amazon, aber die gehören nicht in den Finanzsektor. Zumindest noch sind deren disruptive Technologien dem globalen Finanzsektor weitgehend ferngeblieben – ein Segen für hiesige Kreditinstitute. Die Herausforderungen der Unternehmen beschränken sich aber nicht nur auf eine fachliche und technische Änderung der Geschäftsmodelle, sondern bedürfen eines vollumfänglichen Umdenkens.

Mit „Umdenken“ ist hier nicht gemeint, dass die punktuellen Befindlichkeiten einzelner Interessengruppen innerhalb eines Unternehmens von einem „mangelhaft“ in ein „befriedigend“ überführt werden. Beispielweise sollte eine Verabschiedung von der etablierten Führungskultur und einem Anspruch auf Allwissen eingeleitet werden. Eine erfolgreiche Umsetzung des Transformationsprozesses liegt nach unserem Verständnis daher zwingend im Verantwortungsbereich der höchsten Entscheidungsebene und erfordert daher die aktive Einbindung aller Mitarbeiter im Rahmen der digitalen Unternehmensstrategie und der Unternehmenskultur. Einer zielgerichteten, agilen Führungs- und Steuerungsmethode kommt insoweit eine herausragende Bedeutung zu. Dabei setzt die Gestaltung und Umsetzung der digitalen Transformation auf digitales Denken mit flexiblen Anwendungsstrukturen, sodass diese faktisch als mentale Transformation betrachtet werden muss. Diese umfasst sowohl das Erkennen und die Notwendigkeit hinsichtlich der Nutzung digitaler Technologien, als auch deren Umsetzung sowie Verwendung innerhalb der Unternehmung.

„Kreativität ist kein Talent“

Um den Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können, bedarf es nach unserer Auffassung einer umfassenden Nutzung von Informationen und Wissen innerhalb der Organisation, oder wie es bereits der britische Schauspieler und Monty-Python-Mitglied John Cleese formulierte: „Kreativität ist kein Talent, sondern eine Methode des Arbeitens“ . Möchten Sie auch ein wenig kreativer werden? Fragen Sie uns – wir helfen Ihnen gerne weiter.

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