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Präsenz im mobilen Web für Bankmarketer leicht gemacht

Von Stefan Swertz - 26. Januar 2015

Smartphones und Tablet-PCs haben klassische Desktop-Rechner bereits hinter sich gelassen und schicken sich an, den Fernseher als First Screen abzulösen. Mobile Kommunikation rückt Schritt für Schritt ins Zentrum des Marketings. Daher bestimmen sinnvolle Services für mobile Devices künftig maßgeblich darüber, ob Banken Kunden überzeugen und halten können.

Smartphones und Tablet-PCs haben klassische Desktop-Rechner bereits hinter sich gelassen und schicken sich an, den Fernseher als First Screen abzulösen. Mobile Kommunikation rückt Schritt für Schritt ins Zentrum des Marketings. Daher bestimmen sinnvolle Services für mobile Devices künftig maßgeblich darüber, ob Banken Kunden überzeugen und halten können.

Wie können Banken mobile Präsenz gewährleisten?

Lassen Sie uns vorhandene und neue Möglichkeiten unter die Lupe nehmen.
Apps sind dabei, den Wettbewerb gegen mobile Websites für sich zu entschieden. Das gilt insbesondere für Smartphones. Aber auch an Tablet-PCs verbringen User mindestens fünfmal mehr Zeit mit Apps als mit dem Browser.
Leider gilt diese Aussage nicht uneingeschränkt für Bank-Apps. Mobile Banking wird ungern über kleine Smartphone-Displays erledigt. Zudem bevorzugen Bankkunden für Bankaufträge und Finanztransaktionen mobile Webseiten. Noch! Das heißt vorerst für Banken: Achten Sie auf responsives Webdesign. Ob Laptop, Tablet-PC oder Smartphone: Gestalten Sie Ihre Websites so, dass sie sich beim Abruf den Anforderungen des jeweiligen Geräts anpassen. Responsive Designs gehört nicht zur Kür, sondern zum Pflichtteil.

Enterprise App: Pro

Brauchen Banken also keine App? Es kommt darauf an. Es gibt eine Reihe guter Argumente, die für eine Eigenentwicklung sprechen.
Enterprise Apps bieten dem Marketing vollen Gestaltungsspielraum. Design und Nutzerführung können ganz und gar der Marke angepasst werden. Push Notifications sind gute Anlässe, immer wieder mit dem Verwender in Kontakt zu treten. Apps ermöglichen den Zugriff auf Gerätefunktionen. Zudem gewährleistet eine eigene App die ungeteilte Aufmerksamkeit des Users für die eigenen Botschaften und Produkte. Einen guten Draht zu seinen Kunden vorausgesetzt besteht sogar eine gute Chance, mit der eigenen App auf Anhieb eine relevante Reichweite zu erzielen und so die mitunter hohen Entwicklungskosten zu rechtfertigen.

Enterprise App: Contra

Das Problem besteht weniger darin, eine attraktive App zu entwickeln, sondern sie dann auch zu etablieren. Hand aufs Herz: Wie viele Apps nutzen Sie regelmäßig? Neben den üblichen Verdächtigen – Facebook, Wetter-, und Bahn-App – ist wenig Platz. Mittlerweile gibt es weltweit knapp drei Millionen Apps, aber nur ein Prozent haben eine relevante Reichweite. In die Phalanx wirklich genutzter Apps einzubrechen, ist schwer.
Wenn also eine Bank von den Kunden das Feedback erhält, dass die mobiloptimierte Website für das Banking gerne genutzt wird und kein Bedarf an einer zusätzlichen, bankeigenen App besteht, kann sich eine Entwicklung als teurer Fehler herausstellen. Zumal sich die Kosten ja nicht nur auf die Entwicklung selbst beschränken. Eine App will auch beworben werden.

Alternative zur Enterprise App

Doch Finanzdienstleister  ohne eigene App müssen nicht auf App-Präsenz verzichten. Es gibt eine weitgehend unbekannte und unterschätzte Alternative: die Integration in eine Publisher-App. Eine App in der App.
Viele etablierte Finanzportale bieten ihre Inhalte auch über Apps an, darunter die Börse Frankfurt, Finanzen.net und das Handelsblatt. Diese Apps liefern einige Vorzüge frei Haus. Erstens müssen Bankmarketer nicht um Reichweite kämpfen. Beliebte Apps bringen sie bereits mit.
Zweitens sind Integrationen attraktiver als beispielsweise Banner. Sie fügen sich organisch in die Träger-App ein, bieten Gestaltungsspielraum für interaktive Funktionen und wirken auch optisch überzeugender als kleine Formate, auf denen der Text kaum zu entziffern ist.

Etablierte Finanzportale bieten bereits Inhalte über eine eigene App an

Drittens werten Glaubwürdigkeit und inhaltliche Relevanz des redaktionellen Umfelds auch die Botschaften auf. Das gilt insbesondere dann, wenn die Angebote exakt zu den Beiträgen passen. Wie beispielsweise entsprechende Derivate auf einen aufgerufenen Index. Oder Kreditangebote in der Rubrik Immobilien. So werden aus Werbebotschaften Mehrwerte.
Viertens kostet die Einbindung in eine Publisher-App wesentlich weniger als die Entwicklung einer eigenen.
Und fünftens: Sollte eine App-in-App-Integration nicht die gewünschten Resultate zeitigen, kann sie ohne Imageverlust beendet werden. Eine eigene App einzustampfen führt sicher zu internen und externen Querelen und damit nur zu Ärger.
Optimieren Sie Ihre Website für Mobilgeräte. Responsive Design ist Pflicht. Wägen Sie anschließend die Vor- und Nachteile einer Enterprise App ehrlich ab.

Responsive Design ist Pflicht

Werfen Sie einen Blick auf die Alternativen, etwa eine App-in-App-Integration. Bedenken Sie aber bei allen Schritten, dass mobile Devices dabei sind, den Medienthron zu besteigen. Daher ist jede Minute, die Sie in die Konzeption und die Umsetzung einer mobilen Strategie investieren, gut angelegte Zeit.

Bildnachweis: shutter_m über istockphoto.de

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