Bitte melden Sie sich an

Registrieren Sie Sich als Premium-Mitglied, um Vorträge herunterzuladen.

  • 100% Rabatt auf alle Club-Events und Kongresse
  • Download der Vortragsunterlagen aller Veranstaltungen
  • Zugriff auf Fotogalerie aller Veranstaltungen
Sie sind noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt:

Jetzt Mitglied werden
Sie sind bereits Mitglied oder waren Teilnehmer?

Bitte loggen Sie sich ein:

Jetzt einloggen
Jetzt Mitglied werden

Was machen mit guten Ideen?

Anne Spiering und Dr. Bernhard Eickenberg sind Spezialisten für Innovationsmanagement bei der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG.

Von Gemeinschaftsbeitrag - 31. August 2020
Viele Ideen, was macht man damit, Köpfe

Foto: istock.com/DrAfter123

Die Finanzbranche ist im Umbruch – wieder einmal oder immer noch, je nach Sichtweise. Der Ruf nach innovativen Ideen innerhalb der etablierten Banken wird lauter, denn ihre Geschäftsmodelle werden immer stärker von Start-ups angegriffen. Viele Banken haben bereits eigene Abteilungen mit Innovationsmanagern und Business Developern aufgebaut oder sind dabei, es zu tun. Doch wo und wie soll man anfangen, um die dringend benötigten „guten Ideen“ zu finden, die neue Profite ins Haus holen?

Für viele beginnt der Weg auf der Suche nach dem nächsten großen Projekt oder Spin-off bei der Suche nach einer guten Idee. Egal ob Brainstorming, Wargaming oder Analyse von Zukunftsszenarien, in der Regel ist das Bild ähnlich: Eine Gruppe fähiger Mitarbeiter findet sich in einem Raum zusammen und entwickelt wild und dynamisch Ideen. Vielleicht bindet man sogar bankweit Kollegen ein, um einen Ideenpool zu generieren, der das ganze Unternehmen umfasst. Schwarmintelligenz ist hier das Stichwort. Die Ideen klingen gut und wurden dazu noch von der Gruppe selbst erdacht. Wäre doch gelacht, wenn es damit nicht gelänge …

Eine große Zahl von Ideen mit Potenzial?

Unserer Erfahrung nach ist damit der erste Fehlschritt getätigt. Denn nun stehen die Manager und Experten vor einer großen Zahl von Ideen, die ein hohes Potenzial versprechen. Vor der Gruppe liegen jetzt also zwei Pfade: Der erste Pfad führt in die direkte und zeitnahe Umsetzung – und oftmals zu verbranntem Geld. Denn was auf einem Flipchard oder Business Model Canvas notiert gut klingt, verfehlt oft die eigentlichen Bedürfnisse des Kunden. In vielen Projekten musste man schon nach der Umsetzung feststellen, dass kein Produkt-Markt-Fit erreicht, dabei aber viel Geld ausgegeben wurde und keine nennenswerten Einnahmen erzielt wurden.

Der zweite Pfad, als moderner und in der Start-up-Community gängigerer Weg, ist der eines Minimum Viable Products oder ähnlicher Validierungsverfahren, in denen die Idee zunächst „auf die Probe“ gestellt wird. Auf die eine oder andere Art präsentiert man Kunden einen Prototyp und versucht herauszufinden, ob die Zielgruppe das Angebot annehmen wird. Dieses Vorgehen ist solide und spart sowohl Zeit als auch Geld. Mehrere Ideen können in kürzerer Zeit auf die Probe gestellt und validiert oder falsifiziert werden.

Warum sehen wir den Pfad trotzdem als Fehltritt? Der Grund liegt in dem hohen Ausschuss, der sich unter den vermeintlich guten Ideen zu Beginn befindet. So schnell die Validierung mit gut etablierten Formaten wie Minimum Viable Product oder Design Sprints im Vergleich zur direkten Projektumsetzung auch geht – letztlich verschlingt sie doch Zeit, vor allem wenn zahlreiche Ideen nacheinander getestet werden müssen.

Innovationen gesucht? Zur Zielgruppe gehen

Statt sich also in Workshop-Räumen einzuschließen sollten Innovationsmanager besser nach draußen gehen und die Zielgruppe kennenlernen. Ihre Probleme zu verstehen und zu erkennen, welche davon noch nicht durch bestmögliche Lösungen abgedeckt sind, bringt die vielversprechenderen Projektideen. Einige Formate, wie die Problemfindung aussehen kann, sind hier zusammengestellt.

Zielgruppen-Interviews sind der Klassiker in der nutzerorientierten Entwicklung. Ausführliche Gespräche mit der Zielgruppe über spürbare Herausforderungen und aktuelle Lösungsansätze bringen schnell interessante Problemstellungen ans Licht. Aber dabei sollte unbedingt vermieden werden, über Lösungsideen zu sprechen (Kunden „lügen“, um „nett“ zu sein). Wir empfehlen, den Interviewleitfaden „The Mom Test“ zu lesen, bevor man sich in die Gespräche stürzt.

Um Kollegen mit der Zielgruppe und ihren Bedürfnissen in Kontakt zu bringen, eignet sich das Fishbowl-Diskussionsformat ideal. Dabei handelt es sich um einen Sitzkreis mit der Zielgruppe in der Mitte und den Zuhörern außen. Einige Stühle in der Mitte sind frei, sodass nicht nur Moderator und Zielgruppe miteinander diskutieren, sondern auch Zuhörer in den Kreis treten und sich aktiv beteiligen oder Fragen stellen können.

Design Thinking für bessere Ergebnisse

Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Design Thinking gemacht. Eine Gruppe von Mitarbeitern erhält dabei 20 Prozent der Arbeitszeit, um die Zielgruppe zu analysieren und Ideen für neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln. Die Gruppe wird dabei von einem Coach begleitet, der methodisches Wissen vermittelt.

Kollegen im direkten Kundenkontakt haben oft ein viel besseres Bild von den Problemen und Bedürfnissen der Kunden als die von der Zielgruppe entfernten Business Developer. Sie stellen eine hervorragende Möglichkeit dar, Veränderungen in den Bedürfnissen schnell zu bemerken – vorausgesetzt, sie sind darauf geschult.

Sind „interessante“ Probleme gefunden, kann ein Ideation-Workshop Lösungsideen bringen, die mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit einen Produkt-Markt-Fit erreichen. Dann folgt eine weitere Phase, die die Validität der Lösung untersucht. Wer so vorgeht, erhöht seine Chancen, die goldene Nadel im sprichwörtlichen Heuhaufen zu finden.

Tipp: Mehr zum Thema Innovation finden Sie hier und auf unserem Fachkongress INNOVATIONSforBANKS.

Anne Spiering und Dr. Bernhard Eickenberg

Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG

Anne Spiering ist Spezialistin für Innovationsmanagement bei der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG.
Dr. Bernhard Eickenberg ist Spezialist für Innovationsmanagement bei der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG.

Lesen Sie auch

Mensch und Roboter im Beratungsgespräch, Robo AdvisorRobo Advisory Experience, aber bitte persönlich

Robo Advisory Experience – am besten persönlich

Karl im Brahm, CEO der Avaloq Sourcing (Europe)[…]

Karl im Brahm
Mann auf einem Drahtseil, Equity Token Chancen und Risiken

Equity Token statt Aktien

Der Gang an die Börse ist für viele[…]

Pidder Seidl
Übermacht eines Mannes gegenüber einem anderen, Techfin, Fintech, Banken

Techfin – die nächste Revolution in der Finanzbranche?

Igor Pejic über den wesentlichen Unterschied zwischen Fintech[…]

Igor Pejic
Quantencomputer, Früher Montecralo, heute Quanten

Früher Monte-Carlo – heute Quanten

Technologie ist auch im Finanzsektor entscheidend. Doch bei[…]

Lars Meinecke
Banker steht besser da als Konkurrenz, kommt die Superposition für Banken oder sind Quantencomputer noch Zukunftsmusik

Die „Superposition“ für die Bank

Quantencomputer? Ach, damit beschäftigen wir uns später. Doch[…]

Thomas Friedenberger
Mann geht über Seil, Balance, Change Management, Angst vor Veränderung

Change Management: Die Angst vor Veränderung

Wenn das einzig Beständige im (Banken-)Universum wirklich der[…]

Prof. Dr. Dirk Lippold

„Eine Bank muss in Zukunft das Leben ihrer Kunden aktiv mit Vorschlägen begleiten“

Sicherheit und Ominichannel Experience im Banking: Wie passt[…]

Thomas Friedenberger
Der Prozess der Digitalisierung ist bei Banken immer noch im vollen Gange.

„Digitalisierung bei Banken ist ein noch nicht abgeschlossener Transformationsprozess“

Martin Baumann, Head of Analytics & Consulting Services[…]

Thomas Friedenberger
Dr. Friedrich G. Zuther vom BVR spricht im Interview über Private und Public Blockchain, Libra und die scheinbare Objektivität von KI.

„Das hätten wir niemals mit Technik allein hinbekommen“

IT- und Organisationsexperte Dr. Friedrich G. Zuther vom[…]

Redaktion

„Die Technologie ist da, die Geschäftsmodelle noch nicht“

Bernd Märzluft (links im Foto) und Marc Köhler[…]

Thorsten Hahn
Bild zum Beitrag Wie können Transaktionsprozesse so gestaltet werden, dass sich die Nutzerfreundlichkeit erhöht?

Wie Transaktionen nutzerfreundlich gestaltet werden können

Marco Schmid erklärt, warum es für Banken so[…]

Marco Schmid

Fintechs & Banken: Ziemlich beste Feinde

Freund oder Feind? Bei Fintechs und Banken war[…]

Daniel Fernandez
Rezension zum Buch "Heute schon einen Prozess optimiert?"

Heute schon einen Prozess optimiert?

Autor: Gunter Dueck Preis: 24,95 Euro Umfang: 328 Seiten Verlag: Campus[…]

Kerstin Petry
Welche Vorteile bringt Event Streaming für die Finanbranche?

„Eine flexible Architektur ist der einzige Weg, erfolgreich zu sein“

Christian Nicoll von Generali Schweiz über Herausforderungen durch[…]

Daniel Fernandez
Grafik jemand arbeitet im Home-Office, Interview zur Beratung von Banken und Versicherungen in Zeiten der Corona-Krise

Sven C. Sixt: „Ich erwarte eine Beschleunigung der Digitalisierung“

Ein aktuelles Gespräch mit Sven C. Sixt über[…]

Thomas Friedenberger

Evolution der Cloud – Warum nur noch KI helfen kann

Mensch gegen Maschine: Ein lange bestehender Antagonismus. Unaufhaltsam[…]

Redaktion

Event Streaming und der Weg zu Ruhm und Reichtum

Für die Bigtechs aus dem Silicon Valley ist[…]

Falko Schwarz
Bankingclub-Radar zur Kundenbindung in Zeiten der Plattformökonomie

Umfrage: Kundenbindung in Zeiten der Plattformökonomie

Erneut erstaunliche Ergebnisse im BANKINGCLUB-Radar: In der zweiten[…]

Thorsten Hahn
Schneller Mensch als KI

KI ist wie Statistik auf Speed

Wenn es um Künstliche Intelligenz im Bankenbereich geht,[…]

Damian Beldycki

Innovationsverweigerer

Alle Banken verweigern sich Innovationen und alte IT-Systeme[…]

Thorsten Hahn

„Wir müssen die Bank zum Kunden bringen“

Trotz großer Abbau-Zahlen ein neues Filialkonzept? Frank Nebgen[…]

Thorsten Hahn
Mensch mit Fragezeichen schaut auf Hände mit einem Menschen links und einer KI rechts

Welche Fragen KI an uns stellt

KI trifft immer häufiger Entscheidungen mit drastischen Auswirkungen[…]

Dr. Marie-Luise Sessler

So gefährlich sind Plattformen für Banken

„Banking is necessary, banks are not.“ Wird Bill[…]

Thomas Friedenberger

Gemeinsam gegen Cyber-Angriffe kämpfen

Die Banken-IT wird heute durch maschinell organisierte Hochleistungs-Angriffe[…]

Bernd Märzluft

Von Künstlicher Intelligenz und von menschlicher

Warum nur sind viele Banken so zögerlich beim[…]

Thomas Friedenberger

Im Zeichen der Automatisierung

Low-Code-Software macht umfangreiches Programmieren unnötig und punktet mit[…]

Herbert Schild

„Aus der Bank heraus innoviert eine Bank nicht“

Carsten Meurer (Fujitsu) und Thorsten Hahn (BANKINGCLUB) reden[…]

Redaktion

Design Thinking – Scheitern ist kein Makel

Legosteine, Knetmasse, bunte Räume – wenn es um[…]

Olav Lippmann
Sven Siering auf der Bühne von INNOVATIONSforBANKS 2019 in Köln.

Change your running system!

Manch etabliertes Unternehmen tut sich schwer, die Digitale[…]

Sven Siering
Oscar Jazdowski, Co-General Manager der Silicon Valley Bank Germany

„Was ist das für eine komische Bank?“

Die Silicon Valley Bank (SVB) vergibt Kredite, bei[…]

Thorsten Hahn
Menschen am Strand beobachten eine Bitcoin-Sonne, die am Horizont untergeht und vom Meer gespiegelt wird. Im Artikel beschreibt Nicole Jonat, wie sich die Postbank auf eine Entdeckungsreise auf dem Feld der Blockchain-Technologie begeben hat.

Postbank goes Blockchain – ein Reisebericht

„Die kürzeste Antwort auf etwas ist, es einfach[…]

Nicole Jonat

Blockchain Babel

Autor: Igor Pejic Preis: 15,99 Euro Seiten: 209, broschiert ISBN: 978-0-7494-8416-3 Verlag:[…]

Lea Hoffmann

BANKINGCLUB-Radar: Die Organisation in digitalen Zeiten

Erstaunliche Ergebnisse im ersten BANKINGCLUB-Radar: Obwohl viele Banken[…]

Redaktion

Auch Roboter sind sterblich

Robo Advisor sollten mal das „nächste große Ding“[…]

Thomas Friedenberger

Was ich als Banker von der SXSW mitnehme

Ein Blick über den Bank-Tellerrand von einem der[…]

Hartmut Giesen

„Die Innovationsgeschwindigkeit war noch nie so hoch wie jetzt“

Innovationen zu finden, ist heute kein Problem mehr,[…]

Lea Hoffmann
Digitalisierung der Lager- und Warenfinanzierung

Die Zukunft der Waren- und Lagerfinanzierungen

Im Spannungsfeld von Risikoanforderungen, Kostenoptimierung und neuen digitalen[…]

Dirk Piethe

Sprache als Schlüssel zum Erfolg

Eine sprachpsychologische Analye der Kommunikation kann für Banken[…]

Martin Harasim

Ein Bekenntnis zu Fintechs und Innovation

Die Aufsicht muss eine Balance zwischen kundenorientierter Innovation[…]

Heiko Trautmann

PSD2: Diese fünf Trends bestimmen den Markt

Regulierung, veränderte Kundenerwartungen, neue Wettbewerber – die Herausforderungen[…]

Oliver Dlugosch
Vorstand Dr. Michael Meyer und Innovationsmanager Robin Nehring von der Stadtsparkasse Düsseldorf

Robo Advisor und Filialvertrieb

Viele Sparkassen leiten ihre Kunden zum Deka-Robo bevestor[…]

Philipp Scherber

Blockchain: Das wahre Potenzial für Banken

Wie werden Blockchain und DLT die Welt verändern[…]

Igor Pejic

Telepräsenz: so fern und doch so nah

Digitale Kommunikation und persönliche Beratung müssen sich nicht[…]

Daniel Fernandez

Die Entstehung der Fintechs

Die Entstehungsgeschichte der Fintech-Start-ups durchlief mehrere Phasen –[…]

Redaktion

Professionelle Investitionen für alle

Mit einem digitalen Marktplatz öffnet die Hamburger Crowdfunding-Plattform[…]

Redaktion

„Heute geht es vor allem darum, etablierte Standards anzunehmen und effizienter zu werden“

Machine Learning ist aktuell branchenübergreifend in aller Munde.[…]

Redaktion
Emanuel Issagholian, Leiter der Gothaer Digital GmbH

„Die richtigen Skills zu finden, ist eine zentrale Aufgabe“

Um Innovationen zu entwickeln, bietet es sich an,[…]

Philipp Scherber
Fragebogen der Plattform friends in bank der Frankfurter Sparkasse: "Auf welchem Tonträger hast du deine erste Musik gekauft?"

„Wir möchten Berater und Kunden zusammenbringen, die sich sympathisch sind“

Im InnovationLab der Frankfurter Sparkasse reifte die Überlegung,[…]

Philipp Scherber
MOVE wurde im S-Hub entwickelt und ist die Tester-Plattform für Sparkassen-Kunden.

Tester-Plattform für moderne Produkte und Services

Produkte und Services bleiben nur relevant, wenn sie[…]

Jens Rieken
Detlef Zell und Michel Billon: Geschäftsführer der Hanseatic Bank.

Detlef Zell und Michel Billon – der Weg zur agilen Bank

Detlef Zell und Michel Billon – Geschäftsführer der[…]

Thorsten Hahn