Bitte melden Sie sich an

Registrieren Sie Sich als Premium-Mitglied, um Vorträge herunterzuladen.

  • 100% Rabatt auf alle Club-Events und Kongresse
  • Download der Vortragsunterlagen aller Veranstaltungen
  • Zugriff auf Fotogalerie aller Veranstaltungen
Sie sind noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt:

Jetzt Mitglied werden
Sie sind bereits Mitglied oder waren Teilnehmer?

Bitte loggen Sie sich ein:

Jetzt einloggen
Jetzt Mitglied werden

Robo Advisor und Filialvertrieb

Viele Sparkassen leiten ihre Kunden zum Deka-Robo bevestor weiter. Die Stadtsparkasse Düsseldorf hat stattdessen ihren eigenen Anlageservice namens fyndus eingeführt. Ein Interview mit Privatkundenvorstand Dr. Michael Meyer und Innovationsmanager Robin Nehring.

Von Philipp Scherber - 08. April 2019
Vorstand Dr. Michael Meyer und Innovationsmanager Robin Nehring von der Stadtsparkasse Düsseldorf

„Unsere Kunden ticken in hybriden Logiken und nicht in schwarz-weiß oder online versus offline.“ Vorstand Dr. Michael Meyer (links) und Innovationsmanager Robin Nehring (rechts) haben uns die Antragsstrecke von fyndus vorgeführt.

BANKINGNEWS: Ihr digitaler Anlageservice fyndus basiert auf bevestor, präsentiert sich aber im Corporate Design der Stadtsparkasse Düsseldorf und auf einer eigenen Website. Warum dieser „Sonderweg“?

Dr. Michael Meyer (MM): Unsere Kunden ticken in hybriden Logiken und nicht in schwarz-weiß oder online versus offline. Wir möchten nicht die beste reine Online-Bank sein, sondern eine exzellente Multikanal-Bank. fyndus ist Teil des Filialvertriebs, was uns von bevestor unterscheidet. Wir wollten außerdem die Parameter frei wählen, denn bei einer hybriden Lösung müssen Sie das Pricing entsprechend anpassen. Zudem möchten wir nutzen, dass wir in Düsseldorf eine starke Marke sind. In Zeiten von DSGVO und Co. finden wir es darüber hinaus sinnvoll, dass wir Vertragspartner sind und nicht ein Dritter.

„Es geht um die Demokratisierung von Geldanlage“

Ist der Robo eine Möglichkeit, Menschen in die Filiale zu locken, die sich zunächst nur online mit Geldanlage beschäftigt haben?

MM: Es gibt sicher einen gewissen ROPO-Effekt. Wichtig ist, dass wir die systematische Vermögensanlage möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Das spiegelt den gesellschaftspolitischen Auftrag einer Sparkasse wider. Es geht um die Demokratisierung von Geldanlage. Zunehmend erwarten unsere Kunden eine hohe Transparenz und „digitale Bequemlichkeit“, ohne dabei auf die persönliche Beratung verzichten zu müssen. Genau das ist unsere Strategie und genau dort setzen wir mit fyndus an. Somit ist es ein Angebot für alle unsere Multikanalkunden, hierzu zählen auch Private Banking und ältere Kunden.

Bei bevestor ist der Einstieg ab 1.000 Euro möglich, bei fyndus erst ab 5.000. Widerspricht das nicht dem Anspruch, die Geldanlage zu demokratisieren?

MM: Die Einstiegshürden in der klassischen Vermögensverwaltung sind ungleich höher. Bei einer Einmalanlage erachten wir 5.000 Euro als eine sehr vernünftige Einstiegsgröße. Darunter haben andere Anlageformen wie Sparpläne eine höhere Relevanz. Klassischerweise haben unsere Kunden ihr Vermögen oft noch in Einlagenprodukten. Doch die Spareinlage ist in der wahrscheinlich noch länger anhaltenden Zinsphase nicht das Richtige, um die Altersvorsorge abzudecken – das Wertpapiersparen hingegen schon.

„Bei finanzieller Bildung herrscht Verbesserungsbedarf“

Fehlt jüngeren Kunden – neben dem erforderlichen Vermögen – das Bewusstsein dafür, worauf es beim Vermögensaufbau im aktuellen Zinsniveau ankommt?

MM: Ja, das Bewusstsein muss definitiv noch stärker ausgeprägt werden. Und es ist ein weiterer gesellschaftspolitischer Auftrag der Sparkassen, dafür zu sensibilisieren. Das Motto „Das ist ja noch ganz weit weg.“ ist eine dramatische Fehleinschätzung. Wir müssen die Hürden möglichst niedrig legen – fyndus ist eine Möglichkeit.

Also müssen Kreditinstitute und Politik beim Thema Finanzbildung noch eine Schippe drauflegen?

MM: Ja. Wenn Sie sich anschauen, mit welchem Curriculum man das Abitur absolviert, sind die lebensnahen Finanzthemen immer noch deutlich unterrepräsentiert. Bei finanzieller Bildung herrscht Verbesserungsbedarf.

Welche Zielgruppe stand bei Ihrer Planung im Fokus und wer nutzt nun tatsächlich den Service?

Robin Nehring (RN): Das Durchschnittsalter liegt bei 47 Jahren, 44 Prozent bewegen sich in der Altersspanne von 40 bis 60, nur 17 Prozent sind unter 30. Das haben wir auch so erwartet. Es spiegelt die Quersumme unserer Kunden wider. Wir können ein gutes Gefühl hinsichtlich unseres Modells haben, aber wir müssen auch die Kunden fragen. Daher haben wir den Service im Vorfeld mit unseren Kunden zusammen verprobt. Im Dezember 2017 haben wir eine GfK-Umfrage mit 510 online-affinen Kunden durchgeführt. Sie hat ergeben, dass 60 Prozent den Abschluss in der Filiale wünschen. Weitere 17 Prozent bevorzugten den Erstkontakt in der Filiale und den anschließenden Online-Abschluss. Also wollten insgesamt 77 Prozent einen persönlichen Kontakt zum Berater. Der hybride Kunde ist bei uns die klare Mehrheit, bei einer Direktbank kann das anders aussehen. Gemeinsam mit den Kollegen in Frankfurt wird das Produkt iterativ weiterentwickelt. Aktuell haben wir alle drei Monate ein neues Release. Wir profitieren davon, die technischen Weiterentwicklungen von bevestor zu integrieren und gleichzeitig über eigene strategische Themen nachdenken zu können, wie etwa darüber, das Portfoliomanagement selbst zu übernehmen.

Wie lange hat es gedauert, die Lösung auf Ihre Bedürfnisse anzupassen?

MM: Wir sind im Oktober 2017 gestartet mit dem Ziel, in fünf Monaten live zu gehen. MiFID II und DSGVO haben für eine Verzögerung gesorgt, da deren Umsetzung Priorität hatte. Und so kam der Start im September 2018.

„Wir springen nicht auf jedes Thema auf“

Wie ist das Innovationsmanagement in Ihrem Haus strukturiert?

RN: Das Screening findet zentral statt. Wir halten jedoch keine Forschung und Entwicklung vor, sondern greifen auf Ressourcen der Gruppe zurück – wie etwa den Sparkassen Innovation Hub. Wenn ein Projekt wie fyndus vom Vorstand beschlossen wurde, stellen wir interdisziplinäre Teams zusammen. Wir springen nicht auf jedes Thema auf, sondern nur auf solche, die eine Relevanz für unser Haus und einen hohen Mehrwert für unsere Kunden aufweisen.

Glauben Sie, dass weitere Institute der Gruppe Ihrem Beispiel folgen und einen Robo im „Sparkassen-Look“ anbieten?

MM: Der Austausch ist gerade zwischen den großen Sparkassen sehr intensiv. Durch das Regionalprinzip haben wir die Möglichkeit, uns wettbewerbsfrei auszutauschen. Ich gehe davon aus, dass wir nicht die letzte Sparkasse mit einer eigenen Lösung sein werden. Aber gerade kleinere Institute müssen sich überlegen, ob sie die Manpower dafür haben. Wenn das nicht der Fall ist, macht ein anderer Weg möglicherweise mehr Sinn.

Dr. Michael Meyer und Robin Nehring

Stadtsparkasse Düsseldorf

 

Dr. Michael Meyer ist seit 2014 Privatkundenvorstand der Stadtsparkasse Düsseldorf. Zu seinen vorherigen beruflichen Stationen zählen die Postbank, McKinsey & Company und die HypoVereinsbank.

Robin Nehring ist Innovationsmanager bei der Stadtsparkasse Düsseldorf. Er ist gelernter Bankkaufmann und hat einen Masterabschluss an der Universität zu Köln erworben.

Lesen Sie auch

Was ich als Banker von der SXSW mitnehme

Ein Blick über den Bank-Tellerrand von einem der[…]

Hartmut Giesen

„Die Innovationsgeschwindigkeit war noch nie so hoch wie jetzt“

Innovationen zu finden, ist heute kein Problem mehr,[…]

Lea Hoffmann
Digitalisierung der Lager- und Warenfinanzierung

Die Zukunft der Waren- und Lagerfinanzierungen

Im Spannungsfeld von Risikoanforderungen, Kostenoptimierung und neuen digitalen[…]

Dirk Piethe

Sprache als Schlüssel zum Erfolg

Eine sprachpsychologische Analye der Kommunikation kann für Banken[…]

Martin Harasim

Ein Bekenntnis zu Fintechs und Innovation

Die Aufsicht muss eine Balance zwischen kundenorientierter Innovation[…]

Heiko Trautmann

PSD2: Diese fünf Trends bestimmen den Markt

Regulierung, veränderte Kundenerwartungen, neue Wettbewerber – die Herausforderungen[…]

Oliver Dlugosch

Blockchain: Das wahre Potenzial für Banken

Wie werden Blockchain und DLT die Welt verändern[…]

Igor Pejic

Telepräsenz: so fern und doch so nah

Digitale Kommunikation und persönliche Beratung müssen sich nicht[…]

Daniel Fernandez

Die Entstehung der Fintechs

Die Entstehungsgeschichte der Fintech-Start-ups durchlief mehrere Phasen –[…]

Redaktion

Professionelle Investitionen für alle

Mit einem digitalen Marktplatz öffnet die Hamburger Crowdfunding-Plattform[…]

Redaktion

„Heute geht es vor allem darum, etablierte Standards anzunehmen und effizienter zu werden“

Machine Learning ist aktuell branchenübergreifend in aller Munde.[…]

Redaktion
Emanuel Issagholian, Leiter der Gothaer Digital GmbH

„Die richtigen Skills zu finden, ist eine zentrale Aufgabe“

Um Innovationen zu entwickeln, bietet es sich an,[…]

Philipp Scherber
Fragebogen der Plattform friends in bank der Frankfurter Sparkasse: "Auf welchem Tonträger hast du deine erste Musik gekauft?"

„Wir möchten Berater und Kunden zusammenbringen, die sich sympathisch sind“

Im InnovationLab der Frankfurter Sparkasse reifte die Überlegung,[…]

Philipp Scherber
MOVE wurde im S-Hub entwickelt und ist die Tester-Plattform für Sparkassen-Kunden.

Tester-Plattform für moderne Produkte und Services

Produkte und Services bleiben nur relevant, wenn sie[…]

Jens Rieken
Detlef Zell und Michel Billon: Geschäftsführer der Hanseatic Bank.

Detlef Zell und Michel Billon – der Weg zur agilen Bank

Detlef Zell und Michel Billon – Geschäftsführer der[…]

Thorsten Hahn
Ingo Küpper, Geschäftsführer der crossbuilders GmbH

Das Spiel im Sandkasten

Um auf die Veränderungen am Markt reagieren zu[…]

Philipp Scherber
Amtsantrittsrede von John F. Kennedy am 20. Januar 1961

Das Streben nach Innovation

Begeistert eure Mitarbeiter, damit sie die Kunden begeistern!

Philipp Scherber
Warum entscheiden sich KMU gegen Digitalisierung? Eine Grafik aus dem „Digitalisierungsindex von KMU in NRW 2018“.

KMU-Förderung: Innovationen finanzieren

Die Digitalisierung stellt insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen[…]

Gabriela Pantring
Dirk Emminger, Director Business Development bei der Temenos Deutschland GmbH

„Die deutschen Banken tun sich schwer, eine nachhaltige Fintech-Strategie aufzubauen“

Die Auswahl- und Integrationsprozesse bei Bank-Fintech-Kooperationen dauern häufig[…]

Philipp Scherber

Disruption durch KI

Allen Unkenrufen zum Trotz ist die allumfassende Banken-Disruption[…]

Thorsten Hahn

Fintechs im Spannungsfeld der Regulatorik

Nicht nur Banken, sondern auch Fintechs müssen sich[…]

Tim Klippstein

Die nächste Generation von Robotic Process Automation

Customer-Due-Diligence- und Know-Your-Customer-Prozesse sind nicht nur zeitaufwändig, sondern[…]

Daniel Fernandez

„Wir möchten einen Kulturwandel anstoßen“

Marie-Luise Sessler und Michael Koßmehl haben sich bei[…]

Philipp Scherber

Ideen dürfen nicht an der Finanzierung scheitern

Neue Ideen und Geschäftsmodelle lassen sich nur dann[…]

Eckhard Forst

Signaturtag 2018

Vorbericht zu unserem Fachkongress Signaturtag 2018 am 19.[…]

Daniel Fernandez

„Okay Google, ich würde gerne zahlen!“

Der Internet-Riese Google startet mit seiner eigenen Mobile[…]

Tobias Schenkel

„Früher war alles besser – oder?“

Das Quartier 110 in Berlin Mitte verbindet Vergangenheit[…]

Philipp Scherber

Beschleunigte Innovation durch Kooperation

Das Retail Banking sieht sich mit einer Reihe[…]

Patrick Düpmann

Brauchen Banken eine eigene Wallet-App für das mobile Bezahlen?

Gerade die jüngere Kundengeneration bevorzugt bei mobilen Bezahlvorgängen[…]

Volker Koppe

Rezension: Digital Work Design

Der Begriff der „Digitalisierung“ ist heutzutage nicht mehr[…]

Dalia El Gowhary

Tech-Unternehmen haben spezielle Anforderungen

Start-ups aus dem Technologiebereich haben besondere Anforderungen, wie[…]

Patrick Lindstädt

Der Computer analysiert, der Mensch entscheidet

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat das Potenzial,[…]

Thomas Belker

Erklärvideos: effektive Kommunikation für erfolgreiche Unternehmen

Schlechte Kommunikation kommt Unternehmen weltweit teuer zu stehen.[…]

Ellen Hildebrand

„Die kulturellen Unterschiede können enorm sein“

Wie unterscheiden sich die Digitalisierungsstrategien von Banken in[…]

Philipp Scherber

„Nicht nur bunte Zettel und Workshops“

Eine Erkenntnis stand im Zentrum des zweitägigen Fachkongresses[…]

Redaktion

Das gute Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben

Klingt nach einer klassischen Fintech-Idee, kommt aber von[…]

Nils Brinkhoff

Die digitale Renaissance der Bancassurance – neue Geschäftsmodelle für alte Ideen

Eine Verknüpfung von Bank- und Versicherungsleistungen kann sowohl[…]

Tim Kunde

Das Blockchain Lab der Commerzbank

Vor zwei Jahren startete die Commerzbank zusammen mit[…]

Sören Hartung

„There is no such thing as a killer feature“

Auf dem Ein-Tages-Kongress "Digitale Transformation" am 10. April[…]

Philipp Scherber

„Technologie lässt Barrieren fallen“

An zwei Abenden in Köln und Berlin stellten[…]

Philipp Scherber

Digital Wealth Management im Drehstuhl

Am 18. April 2018 widmeten wir uns gemeinsam[…]

Philipp Scherber

Das Ende der Banken

Autor: Jonathan McMillan Preis: 29,80 € 304 Seiten, gebunden ISBN: 978-3-593-50841-2 Campus[…]

Philipp Scherber

„Auf dem Weg zu einem vernetzteren Finanzökosystem“

Im Oktober 2017 startete der Bundesverband deutscher Banken[…]

Philipp Scherber

„Die Macht von Spiel und Spaß“

Mit CryptoKitties startete im November 2017 das weltweit[…]

Daniel Fernandez

Making-of: BauFi-App

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie spazieren[…]

Christian Grosshardt