Dienstag, 10. Mรคrz 2026
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Genossenschaft statt Privatisierung

Einige Euro sind in die Rettung von Banken geflossen. Die Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken nutzt die Gunst der Krise und wirbt damit, ohne staatliche Stรผtze ausgekommen zu sein.

313.000 neue Mitglieder und damit zugleich โ€žAnteilseignerโ€œ gewinnen die Genossenschaftsbanken im Jahr 2011 hinzu. Der Gewinn nach Steuern steigt, die Einlagen steigen und auch die herausgelegten Kredite nehmen gegenรผber dem Vorjahr zu, so Uwe Frรถhlich, Prรคsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), auf der diesjรคhrigen Pressekonferenz im Mรคrz. Und auch bei allen รถffentlichen Terminen nach dieser Konferenz, ist Frรถhlich nicht mรผde die Bankenwelt aus der Sicht der Genossenschaften als Krisengewinner darzustellen.

โ€žWir mรผssen keinen Wettlauf um Aktienkurse machen, wie es eine andere deutsche Bank machen mussโ€œ so Frรถhlich auf dem 8. Berliner Bankentag. 17 Millionen Mitglieder verzeichnen die deutschen Genossenschaftsbanken und damit doppelt so viele โ€žEignerโ€œ, wie es in Deutschland Aktien- bzw. Fondsbesitzer gibt. Dennoch werden aus Sicht der Regulierung die Volks- und Raiffeisenbanken, wie alle anderen Banken behandelt. Gleichbehandlung ist fรผr die Gruppe jedoch nicht der richtige Weg. Genobanken und Sparkassen sind die Leittragenden eines Basel III genannten Reformpaketes mit dem die Eigenkapitalunterlegung von Krediten geregelt wird, so Frรถhlich in Berlin. Da die Kredite aus dem Lager einer Volksbank eher an den Mittelstand ausgeliehen werden und dieser ein anderes Ausfallrisiko mitbringt, muss hier dringend nachgebessert werden, mahnen die Verantwortlichen aus den beiden Lagern.

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In Zeiten in denen wir wieder รผber die Rettung von Banken debattieren โ€“ auch wenn es diesmal im Schwerpunkt um die Rettung bei unseren europรคischen Nachbarn geht โ€“ scheint die Welt der Banken im Rechtskonstrukt Genossenschaft alles in Ordnung. Dabei geht der Kosten- und Konsolidierungsdruck auch an den Genossen nicht vorbei. Gab es 1990 noch knapp รผber 3.000 Volksbanken, sind es 2011 noch 1.121. Um die 10.000 Beschรคftige sind in den letzten 10 Jahren von den Lohnlisten der Volksbanken verschwunden. Allerdings muss man hier den moderaten Abbau im Gegenzug zu anderen Playern der Branche zu Gute halten.

Ist die Bank der Zukunft eine Genossenschaft?

Foto von Deutschen Bundespost

Thorsten Hahn, Jahrgang 1967, ist Herausgeber der BANKINGNEWS und Grรผnder des BANKINGCLUB. In seinem Editorial โ€žQuer durch die Bankโ€œ bezieht er regelmรครŸig zu den Themen Stellung, die die Welt der Finanzen bewegen.

Der Profinetzwerker zรคhlt auf Plattformen wie XING und Linkedin zu den Nutzern mit der besten Vernetzung in die Finanzbranche. Wie kein Zweiter versteht er dieses Netzwerk zu nutzen und auch anderen zugรคnglich zu machen.

AuรŸerdem ist der erfahrene Banker und Diplom-Kaufmann Autor verschiedener Fachbรผcher und Buchbeitrรคge.

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