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Geht‘s auch mal smart?

Von Julian Achleitner - 01. Juli 2014

Das Handy wird zum mobilen Alleskönner in unserem Leben. Deutschland hinkt in der Anwendung aber sogar noch hinter den Schwellenländern zurück.

Das E-Wallet, („elektronische Geldbörse“), beginnt immer mit der Kontoerstellung. Dieses existiert rein virtuell, wobei es natürlich stets eine Verbindung zum Girokonto gibt. Denn von dort aus wird Geld in das E-Wallet eingezahlt. Umgekehrt sind Auszahlungen auch möglich, z.B.  bieten Neteller oder Skrill eine EC-Karte an, mit der Geld an vielen Orten abgehoben bzw. bezahlt werden kann. Die Vernetzung ist also perfekt und dennoch bleibt der Anwender anonym, weil die Sicherheitsstandards sehr hoch sind und zudem keine Auskunftspflicht an Behörden besteht.
Anonym heißt für uns, dass das Guthaben zum Spielen sowie mögliche Gewinne vom persönlichen Girokonto getrennt sind. Auf diese Weise kann es nicht zu einer Vermischung des Kapitals und seiner Verwendung kommen. Dies hemmt auch etwas die Gefahr der Spielsucht. Wenn das Konto kein Guthaben aufweist, kann auch nicht eingezahlt werden. Transfers vom Giro zum E-Wallet bedürfen meist einiger Tage.

Bezahlen per Handy-Technik hat sich noch nicht ganz durchgesetzt.

Laut einer Branchenumfrage können sich 40 Prozent der Deutschen vorstellen, mit dem Handy zu bezahlen. 45 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, ganz auf Münzen, Scheine oder EC- und Kreditkarten zu verzichten, ermittelte der Marktforscher TNS Infratest.
Die Telekom führt in diesen Tagen einen mobilen Bezahldienst ein, der sich unter dem Motto „Leder und Geldbörse waren gestern“ bundesweit durchsetzen soll. Das System heißt „MyWallet“. Die dazugehörige App gibt es kostenlos im Android Store. Telekom-Kunden können damit schon jetzt in 35 000 Läden bargeldlos zahlen, darunter Starbucks, Aral, Douglas, Kaufhof, Thalia, Vapiano und den Telekom-Shops.
Ab sofort können Kunden der Telekom mit dem Smartphone bezahlen. MyWallet macht das Smartphone zur digitalen Brieftasche. Eine App, eine digitale Bezahlkarte und ein NFC-Sticker sind für das kontaktlose und mobile Bezahlen in Deutschland verfügbar. Mit dem Start von MyWallet legt die Telekom einen wichtigen Grundstein im vielversprechenden Bezahlmarkt. Neben dem Bezahlen werden bald auch weitere Services digital.

In der virtuellen Brieftasche der Zukunft kann der Anwender alle Karten vereinen

„In Zukunft werden unsere Kunden mit der digitalen Brieftasche nicht nur einfach und sicher bezahlen, sondern beispielsweise Konzert-Tickets oder Mitgliedsausweise in der Wallet ablegen und Bonuspunkte sammeln“, sagt Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland. „Kunden, die sich jetzt für das mobile Bezahlen mit der MyWallet Card entscheiden, erhalten bis zu 40 Euro Startguthaben.“ In der virtuellen Brieftasche der Zukunft kann der Anwender alle Karten virtuell versammeln: Mitgliedsausweise und Monatskarten für den Bus ebenso, wie Bank, Kredit- oder Krankenkassenkarte – bis hin zum Personalausweis und dem virtuellen Hausschlüssel.
Denn wir Deutschen sind in Sachen Mobile Payment alles andere als Trendsetter, andere Länder sind viel weiter. In Deutschland haben bislang nur 13 Prozent der Befragten ihr Smartphone oder Tablet zum Bezahlen verwendet. Das hat kürzlich die Unternehmensberatung Brain herausgefunden. Machen wir uns nichts vor: Damit liegt Deutschland hinter den Schwellenländern. In China war es fast jeder zweite (49 Prozent), Indien und Chile folgen mit 40 Prozent, Russland mit 26 Prozent. Auch Länder wie Spanien (21 Prozent) und Italien (17 Prozent) sind in Sachen Mobile Payment fortschrittlicher als wir. In Polen sind schon 40 Prozent der Kartenterminals in Handel und Gastronomie mit der sogenannten NFC-Technik ausgestattet, die kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone ermöglicht.
Noch einmal zurück zum Beispiel von My Wallet: Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Mobile Wallet-Lösung für Geschäftskunden der Deutschen Telekom und AirPlus. Sie als Kunde integrieren über eine App Ihre Kredit- oder EC-Karten in Ihr Smartphone. Das eigentlich Bezahlen sieht so aus:
Sie halten Ihr Smartphone direkt über das Lesegerät des ebenfalls mit NFC ausgestatteten Terminals des Händlers. Smartphone und Kasse tauschen via NFC über sehr kurze Distanzen von vier bis zwölf Zentimeter die Bezahlinformationen aus.
Und jetzt die alles entscheidende Frage: Ist das sicher? Bei My Wallet werden die sicherheitskritischen Daten auf der SIM-Karte in einem eigenen Sicherheitsbereich, („Secure Element“) untergebracht. Die sensiblen Daten sind auf der SIM-Karte sicher und verschlüsselt aufgehoben.

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