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Fraudmanagement

„Der beste Service ist der, den man nicht sieht“

Am 13.06.2018 kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Banken- und Finanzwelt zusammen, um sich auf dem CRIF DACH Expertenforum „Innovations in Credit & Fraud“ über Neuigkeiten und Trends ihrer Branche zu informieren. Wir waren als Medienpartner des Events dabei und haben uns für Sie umgeschaut.

Von Tobias Schenkel - 27. Juli 2018

Führte gemeinsam mit ihren Kollegen souverän durch das Event: Kerstin Valet, Marketing Managerin bei CRIF DACH. Bildnachweis: Jens Braune del Angel

Es passiert nicht alle Tage, dass ich an der Stelle, wo ich beim Händewaschen normalerweise einen Spiegel erwarte, von einem Zettel zu meinem guten Aussehen beglückwünscht werde. Angeregt durch diese positive Aufmunterung nach einer längeren Autofahrt von Köln nach Frankfurt war ich umso gespannter auf das Programm des Expertenforums „Innovations in Credit & Fraud“, welches von CRIF DACH in den örtlichen „Design Offices“ veranstaltet wurde. Und dies begann direkt mit einem ungewöhnlichen Ansatz.

Dr. Markus Hamprecht, Senior Managing Director der Accenture Holding GmbH, bestritt den Einstiegsvortrag zum Thema „From Mobile Banking to Invisible Banking“, in welchem er die momentan oft vernommene Forderung der Kunden nach Convenience auf die Spitze trieb. Der Kunde müsse sich, was Bankgeschäfte angeht, gänzlich zurücklehnen können, Banken dürften dies jedoch nicht. Vielmehr müssten diese Services bieten, die immer einen Schritt weiterdenken und so gut in den mobilen, digitalen Alltag der neuen Kundengeneration passen, dass die Prozesse, zum Beispiel hinter der Zahlung einer Taxifahrt, gar nicht mehr wahrgenommen werden. Sein Resümee lautete: „Der beste Service ist der, den man nicht sieht“. Hamprechts Vortrag war jedoch nur eines von vielen Ausrufezeichen, die im Programm des Expertenforums gesetzt wurden.

Digital ist das Wort der Stunde

Vor der Mittagspause stellte Dr. Francesco Ruggiero von der MPS Group interessante Best Practices aus Italien vor. Der Credit Strategist bewies dabei, dass auch die älteste noch existierende Bank der Welt den Sprung ins digitale Zeitalter geschafft hat und überzeugte mit seinem Vortrag zu den Themen Digital Lending und Effective Processes.

Digital war auch das Stichwort für Sebastian Göbel von der SWK Bank, die sich selbst als „Fintech mit über 55-jähriger Geschichte in der Vergabe von Krediten“ bezeichnet. Göbel stellte den vollständig digitalen Kredit seines Hauses vor, welcher „wie eine maßgeschneiderte Schachtel Pralinen“ auf die Situation der Kunden angepasst werden kann – jedoch entgegen eines bekannten Hollywoodfilms ganz ohne Überraschungen. Möglich gemacht wird der sogenannte „Couchkredit“ unter anderem durch ein innovatives Identity Management und den Einsatz von Homebanking Computer Interface (HBCI), FinTS sowie WebScraping für den einmaligen Zugriff auf das Gehaltskonto des Kunden zwecks Auslesung seiner Umsatzdaten.

Mit dem Fahrstuhl ging es danach in den sechsten Stock zum Vortrag von Thomas Damm, Leiter Betrugsprophylaxe der Volkswagen Bank. Er sprach über die spezifischen Herausforderungen an das Fraudmanagement einer Automobilbank und erweiterte damit den Themenhorizont um eine interessante Perspektive. Viele weitere spannende Details seiner Arbeit verriet er uns im Anschluss noch im exklusiven Interview, nachzulesen in der letzten Ausgabe von BANKINGNEWS.

Der Kunde im Fokus

Ein großer gemeinsamer Nenner war bei aller Themenvielfalt durchweg der Kunde, welcher mehr oder weniger in sämtlichen Vorträgen ins Blickfeld genommen wurde. Unter dem Titel „Future. Wohin geht der Markt?“ rückte der letzte Vortragsblock diesen ins Zentrum der Finanzmarktentwicklung. In einer großen Podiumsdiskussion zwischen internationalen CRIF-Vertretern und Frank Stefan Jorga, CEO von WebID, wurde noch einmal die Wichtigkeit von Convenience-geleiteten Ansätzen ohne Medienbruch herausgearbeitet.
„Innovations in Credit & Fraud“ überzeugte durch ein cleveres Programm, welches sich typischen Finanzthemen aus teils ungewöhnlicher Perspektive näherte. Bevor ich mich aber zurück auf den Heimweg ins ferne Köln machte, ließ ich es mir nicht nehmen, mir noch einmal ein Kompliment vom Zettel über dem Waschbecken abzuholen. Dass man gut aussieht, liest man schließlich auch gerne zweimal am Tag.

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