Bitte melden Sie sich an

Registrieren Sie Sich als Premium-Mitglied, um Vorträge herunterzuladen.

  • 100% Rabatt auf alle Club-Events und Kongresse
  • Download der Vortragsunterlagen aller Veranstaltungen
  • Zugriff auf Fotogalerie aller Veranstaltungen
Sie sind noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt:

Jetzt Mitglied werden
Sie sind bereits Mitglied oder waren Teilnehmer?

Bitte loggen Sie sich ein:

Jetzt einloggen
Jetzt Mitglied werden

Neue Regelungen zum Hinweisgeberschutz – das müssen Unternehmen jetzt beachten

Whistleblower sind in Unternehmen immer noch in einer schwierigen Position und müssen Diskriminierung oder sogar Kündigung fürchten.
Mit neuen Regeln zum Hinweisgeberschutz will die Bundesregierung das jetzt ändern. Eine Einschätzung von Dr. Marcus Sonnenberg.

Von Marcus Sonnenberg - 19. Januar 2023
Neue Regelungen zum Hinweisgeberschutz – das müssen Unternehmen jetzt beachten

Foto: FangXiaNuo via Getty Images 

Interne Meldestellen, Informationspflichten, Fristen – das Hinweisgeberschutzgesetz zwingt Unternehmen zum (schnellen) Handeln. Dabei sind umsichtige und aufmerksame Mitarbeiter natürlich beliebt. Wer will schon Beschäftigte bezahlen, die Fehler und Ineffizienzen im eigenen Betrieb nicht erkennen oder bewusst ignorieren. Folglich möchte man annehmen, dass Vorgesetzte für die Anmerkungen ihrer Mitarbeiter dankbar sind und deren Hinweisen auch ernsthaft nachgehen.

Bei der DWS, Wertpapiertochter der Deutschen Bank, sah man das in der Vergangenheit jedoch nicht immer so. Hinreichend bekannt ist der Fall einer Mitarbeiterin aus dem Jahr 2021. Ihr fiel auf, dass ihr Arbeitgeber bei ESG-Investments (Environmental, Social and Governance Investments) nicht immer ausreichend auf die tatsächliche Nachhaltigkeit der Investitionen achtete. Als sie nachdrücklich auf diese Verstöße hinwies, wurde sie entlassen. Dass das ein Fehler war, merkte die DWS zu spät. Nach heftiger Kritik und einer Razzia der Ermittlungsbehörden musste CEO Asoka Wöhrmann das Unternehmen verlassen.

Whistleblower schützen

Der Fall unterstreicht, dass Whistleblower in Unternehmen immer noch einen schweren Stand haben. Um das zu ändern, will die Bundesregierung den Schutz von Hinweisgebern stärken. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt seit September 2022 vor. In der ersten Jahreshälfte 2023 soll das neue Hinweisgeberschutzgesetz schließlich für alle Unternehmen in Kraft treten.

Zukünftig sind circa 100.000 Unternehmen und etwa 25.000 öffentliche Stellen dazu verpflichtet, den neuen Hinweisgeberschutz zu beachten. Im Zentrum steht die Pflicht zur Einrichtung und zum Betreiben einer internen Hinweisgeberstelle. Sie soll es Beschäftigten ermöglichen, bestimmte Verstöße vertraulich zu melden. Alle Unternehmen und Organisationen im Privatsektor mit mindestens 50 Mitarbeitern müssen eine interne Hinweisgeberstelle einrichten.

Daneben sind eine Reihe von Unternehmen unabhängig von ihrer Beschäftigtenanzahl zur Einrichtung einer internen Meldestelle verpflichtet. Dies betrifft insbesondere Akteure aus dem Finanzsektor wie Kreditinstitute, Wertpapierhandelshäuser, Kapitalverwaltungsgesellschaften und Versicherer.

Vertraulichkeit im Meldeverfahren

Im Finanzbereich gelten schon seit Jahren Vorgaben zum Hinweisgeberschutz. Die bestehenden Meldesysteme müssen zukünftig mit den neuen Vorgaben in Einklang gebracht werden. Relevant ist das vor allem bei der Fallbearbeitung, dem Verfahrensablauf und der Beachtung neuer Fristen.

Von besonderer Bedeutung ist die Wahrung der Vertraulichkeit im Meldeverfahren. Mitarbeitern von Meldestellen ist es untersagt, die Identität der hinweisgebenden Personen und in der Meldung genannte Personen anderen preiszugeben. Auch anonyme Meldungen müssen grundsätzlich angenommen und bearbeitet werden. Nach Meldeeingang gilt die Einhaltung eines fristgebundenen Verfahrens. Hierbei ist der Eingang zu bestätigen und spätestens nach drei Monaten eine Rückmeldung zu geben. Nach Abschluss des Verfahrens ist der Vorgang zwei Jahre aufzubewahren.

Neben einer internen Meldung haben Hinweisgeber auch die Möglichkeit, einen Verstoß bei einer externen Meldestelle zu melden – unter anderem bei der BaFin.

Anforderungen für Meldestellenmitarbeiter

Die mit dem Betrieb der Meldestelle betrauten Mitarbeiter müssen nach dem Hinweisgeberschutzgesetz über die notwendige Fachkunde verfügen. Dieses Erfordernis ist auch für Banken und Versicherungen neu. Um die Fachkunde auch prüfungsfest nachweisen zu können, wird empfohlen, sich rechtzeitig durch qualifizierte Schulungen fortzubilden.

Der Fall der DWS macht deutlich, dass der Schutz von Hinweisgebern im Unternehmen keine Nebenrolle spielen darf. Hierzu reicht es jedoch nicht aus, lediglich die neuen Bestimmungen umzusetzen. Wichtig ist außerdem eine umfassende Compliance-Kultur im Betrieb. Nur wenn Führungskräfte die Werte des Unternehmens auch leben und sie kommunizieren, werden Mitarbeiter das Thema wirklich erstnehmen.

Tipp: Wenn Sie weitere Beiträge aus der Rubrik Fraudmanagement lesen möchten, schauen Sie hier.

Dr. Marcus Sonnenberg

Dr. Marcus Sonnenberg ist Rechtsanwalt und Autor im Bereich Compliance. Daneben bildet er seit mehreren Jahren Geldwäschebeauftragte im Finanzbereich aus. Privat betreut Herr Sonnenberg auch einen Blog für Geldwäschebeauftragte. Unter https://www.hilfssheriff.de/newsletter/ kann man sich für den regelmäßig erscheinenden Newsletter zum Thema Geldwäsche anmelden.

Lesen Sie auch

Deepfakes – die neue Generation des Banküberfalls?

Mithilfe KI-basierter Technologien sind Betrüger heute schon in[…]

Daniel Fernandez
Betrug per Messenger – wenn die Bank zur letzten Verteidigungslinie wird

Betrug per Messenger – wenn die Bank zur letzten Verteidigungslinie wird

„Hallo Mama, ich habe mein Smartphone geschrottet, es[…]

Ralf Kluxen
Geldwäsche

„Der Kampf gegen Geldwäsche hat in Deutschland keine Priorität“

Obwohl Deutschland in den letzten Jahren Fortschritte bei[…]

Redaktion
Verbesserung der finanziellen Transparenz für Krypto-Vermögenswerte

Verbesserung der finanziellen Transparenz für Krypto-Vermögenswerte

Längst kann dem Kryptohandel nicht mehr nachgesagt werden,[…]

Vincent Gaudel
FraudPool

„Was für Kunde und Unternehmen bequem ist, birgt auch höhere Anfälligkeit für Betrug“

Identitätsbetrug gefährdet nicht nur die betroffenen Kunden, sondern[…]

Daniel Fernandez
Biometrie, Conversational AI und Betrugsprävention in der Finanzbranche

Conversational AI und Betrugsprävention in der Finanzbranche

Digitale Customer Journeys fordern Banken und Finanzinstitute. Daher[…]

sylvia lohr

Social-Engineering-Angriffe: Kunden und Karteninhaber im Visier

Das schwächste Glied in der Sicherheitskette von Banken[…]

Timo Serwe
Illegale Autovermietungen: Strohmanngeschäfte im KFZ-Bereich

Strohmanngeschäfte im KFZ-Bereich – der unauffällige Betrug

Autos sind Statussymbole – auch für Kriminelle. Doch[…]

Thomas Spari
Gier trifft Gier

Gier trifft Gier

Gier trifft Gier: In unserer Grafik des Monats[…]

Redaktion
Anlagebetrugsreihe Ponzi Lustig

Ein “Lustiges” Geschäft

1925 waren der Eiffelturm und Paris noch nicht[…]

Dennis Witzmann
Zusammenarbeit, gemeinsam gegen Betrug, Betrüger, Kriminelle, Geschäftliche Partnerschaft

Betrug: Auto- und Hausbanken können sich gemeinsam schützen

Betrüger haben es auf Banken abgesehen, das gilt[…]

Redaktion
Identitätsbetrug Erik Manke

Identitätsbetrug: Wie kann man sich schützen?

Identitätsbetrug soll während der Pandemie zugenommen haben. War[…]

Redaktion
Betrug im Online Banking, Risikofaktoren, Mensch als Risiko, Fraudmanagement, Banken

Risikofaktoren im Online-Banking: „Ohne Mensch kein Betrug“

Der Mensch ist einer der größten Risikofaktoren beim[…]

Dennis Witzmann

Geldwäsche: „Der Anteil an False Positives liegt bei etwa 95 Prozent“

Geldwäsche stellt eine zunehmende globale Belastung dar. Besonders[…]

Daniel Fernandez
FIDO Token, starke Authentifizierung, PSD2, Digitalisierung, Kunden erkennen

Optimale Authentifizierungsverfahren

Im World Wide Web lässt es sich gut[…]

Timo Serwe
Bessere Betrugsprävention und gut geschützt in die Zukunft dank moderner Technik

Betrug: Mit State-of-the-Art-Lösungen gut geschützt in die Zukunft

Die Digitalisierung begünstigt kriminelle Vorfälle wie zum Beispiel[…]

Daniel Fernandez

Das Ampelmännchen

Fast schon philosophische Betrachtungen einer Geldwäschebeauftragten: Dorothee Wirsching[…]

Daniel Fernandez
Betrugsprävention heute, Bonität steht hinter Digitale Identitäten

Umdenken in der Betrugsprävention

Vollständig digitale Geschäftsabschlüsse durchdringen sämtliche Bereiche des Banking[…]

Stephan Vila
Geldwäsche, Prävention, Banken, Finanzbranche, Schutz

Geldwäsche: Hoffen auf Hilfe von oben

Geldwäschebeauftragter Christian Diebschlag über innovative Kriminelle, gestohlene Identitäten,[…]

Christian Diebschlag
Rezension, Ralf Gladis, Karten, Konten und Kanäle, Fraud, Payment

Karten, Konten und Kanäle

Autor Ralf Gladis Preis 29,99 Euro Umfang 144[…]

Laura Kracht
Cybercrime, Cybersecurity,

Return on Investment für Cybersecurity

Ovidiu Ursachi erläutert, wie man ein effizientes Cybersicherheitsprogramm[…]

Ovidiu Ursachi
Deutschland als Geldwäsche-Paradies

Wo man Geld in Unschuld wäscht

Die Medien beschuldigen die Banken, jede deutsche Bank[…]

Daniel Fernandez

Infografik: Kampf gegen Geldwäsche – Die Spitze des Eisbergs

Deutschland ist eine Art Paradies für Geldwäscher –[…]

Redaktion
Wie Smart Data. also die richtigen Daten bei der Betrugsprävention helfen kann, erklären Dr. Fellix Lowinski und Peter Hiekmann im Interview.

Smart Data: „Nicht die Masse macht es, sondern die Relevanz der Daten“

Dr. Felix Lowinski, Bereichsleiter Vertrieb Unternehmenskunden bei der[…]

Redaktion
Banken werden immer seltener analog angegriffen. Cyber-Betrug nimmt dagegen zu. Wer gewinnt den Kampf?

Cybercrime: Wer gewinnt den Kampf?

Betrüger sitzen überall. Sicherheitsspezialisten von Banken kämpfen täglich[…]

Redaktion
Hacker greift mit Cyberattacken Banken an

Können Banken Cyberangriffen standhalten?

Hacker mit moderner Technik gegen Banken mit veralteten[…]

Kerstin Petry

Die nächste Evolutionsstufe im Bankenbetrug

Innovationen treiben derzeit alle Retail-Banken an, um die[…]

Dirk Mayer

Betrugserkennung als Service

Wie lässt sich Open Banking für die Betrugsprävention[…]

Lars Meinecke

Wir sind die letzte Verteidigungslinie

Nehmen wir Vorauszahlungsbetrug schon als gegeben hin? Diese[…]

Thomas Sontag

Das endlose Märchen vom ultimativen Schnäppchen

Wie der Glaube an unbegrenzten Rabatt den Verstand[…]

Dorothee Wirsching

„Betrug an Banken bringt viel Geld und nur wenig Knast“

Was Banken von Kriminellen lernen können und auf[…]

Daniel Fernandez

Wie gefährdet ist die Datensicherheit in der Finanzbranche?

Geldinstitute tragen eine hohe Verantwortung. Persönliche Informationen und[…]

Redaktion

Innovations in Credit & Fraud 2019 – Werte schaffen und Werte schützen

Das Expertenforum von CRIF Bürgel beschäftigt sich mit[…]

Daniel Fernandez

Identifikationsverfahren: viele Ansätze – eine Lösung

Der Markt für Identifikationsverfahren ist stark fragmentiert und[…]

Johannes Antoni

„Betrug statt Bonität“

Automatisierung und KI versprechen Chancen für Kreditprozesse. Doch[…]

Philipp Scherber

„Das Netz wird engmaschiger“

Die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nimmt beim[…]

Daniel Fernandez

Gefälschte Gehaltsabrechnungen – ein wachsendes Problem für Banken

Nicht nur Hackerangriffe, Ransomware und Co. machen Banken[…]

Redaktion

Mein Kühlschrank, der Betrüger

Auf unserem Fachkongress FRAUDMANAGEMENTforBANKS drehte sich zwei Tage[…]

Tobias Schenkel

19. November 1984: Der BTX-Hack schockiert Deutschland

Der Auftritt des Chaos Computer Clubs am 19.[…]

Daniel Fernandez

55,2 Milliarden

Den gemeinsamen Recherchen verschiedener Medien wie CORRECTIV zufolge[…]

Redaktion

„Die Datenqualität hat für uns höchste Priorität“

Der Kontakt zwischen Bank und Kunde findet immer[…]

Redaktion

Auf der Suche nach einer Best Practice in der Betrugsprävention

Ausnahmsweise liefern die scheinbar allwissenden Suchmaschinen wenig Hilfreiches,[…]

Dirk Mayer

Und alles nur, weil ich dich liebe

Unter dem Namen „Romance Scam“ hat sich in[…]

Dorothee Wirsching

FRAUDMANAGEMENTforBANKS 2018

Vorbericht zu unserem zweitätigen Fachkongress

Dalia El Gowhary