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Die Baufinanzierungsversicherung muss Grundstein der Immobilienfinanzierung werden

Für eine zunehmende Zahl von Immobilienkäufern in Deutschland ist der darlehensfinanzierte Erwerb des Eigenheims ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge. Bei langen Laufzeiten von in der Regel zwanzig Jahren und mehr muss diese Investition gegen Unvorhergesehenes abgesichert werden. Banken und Berater stehen hier in der Verantwortung, über die Risiken der Immobilienfinanzierung aufzuklären und diese zu minimieren.

Von Pierre-Olivier Brassart - 19. Dezember 2018

Bildnachweis: iStock.com/erhui1979

In Deutschland ist das Sicherheitsbedürfnis stark ausgeprägt. So war etwa der Bestand an Lebensversicherungspolicen im Jahr 2017 statistisch gesehen so hoch wie die Einwohnerzahl der Bundesrepublik Deutschland. Bei der oft größten Investition des Lebens steht der Sicherheitsaspekt jedoch seltener im Fokus: Während es beispielsweise in Frankreich oder Japan längst Alltag ist, Immobilienkredite abzusichern, entscheidet sich nur ein Bruchteil der deutschen Darlehensnehmer für eine entsprechende Police bei Vertragsabschluss. Dabei zählen laut der Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamtes schwere Erkrankungen und Arbeitsunfähigkeit sowie Arbeitslosigkeit zu den Hauptursachen für Überschuldung. Verschärft werden diese Risiken durch den gesellschaftlichen Wandel unserer Zeit: Digitalisierung und Innovationen werden den Arbeitsmarkt in naher Zukunft in vielen Bereichen grundlegend verändern. Dieser Trend wird auch vor hochqualifizierten Fachkräften im mittleren Management nicht haltmachen, beispielsweise in der traditionell starken deutschen Automobilindustrie.

Risikolebensversicherungen sind lediglich die zweitbeste Lösung

Um die Tragweite von Risiken wie schwerer Krankheit und Arbeitsunfähigkeit, Tod sowie Arbeitslosigkeit realistisch einzuordnen, muss die zeitliche Komponente von Immobiliendarlehen betrachtet werden. Baufinanzierungen mit einem geringen Eigenkapitalanteil und stark steigende Immobilienpreise führen dazu, dass Immobilienkredite mit Laufzeiten von über zwanzig Jahren die Regel sind. Viele Menschen sind sich der Überschuldungsrisiken, die innerhalb dieses Zeitraums eintreten können, durchaus bewusst. Das zeigte eine Umfrage des Instituts Forschungswerk im Auftrag von BNP Paribas Cardif im vergangenen Jahr. Darin gab die Mehrheit der 600 Befragten an, dass zu den größten Gefahren bei einer Baufinanzierung eine längere Krankheitsphase oder der Verlust des Arbeitsplatzes zählen. Einen möglichen Todesfall nannten die wenigsten Umfrageteilnehmer. Dieses Ergebnis ist insofern verblüffend, als dass sich die meisten Darlehensnehmer oft nur gegen dieses Risiko absichern. Schließlich ist eine Risikolebensversicherung lediglich die zweitbeste Lösung, da sie statistisch relevante Gefahren wie Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit nicht abdeckt. Darüber hinaus wird die Risikolebensversicherung als Absicherungslösung auch nicht im Beratungsgespräch angeboten. Einen passgenauen Rundum-Schutz hingegen bietet die Baufinanzierungsversicherung. Sie sichert den Kreditnehmern den Erhalt ihrer Immobilie bei Eintritt der genannten Risiken während der Kreditlaufzeit, zusätzlich zum Todesfallrisiko. Einige Eigenschaften machen die Baufinanzierungsversicherungspolice besonders attraktiv. Zum einen ermöglicht eine digitale Antragsstrecke einen weitestgehend barrierefreien Zugang zu Produkt und Produktinformationen. Zum anderen sind die Tarife genau auf den einzelnen Immobilienkreditnehmer zugeschnitten, wodurch sich die preisliche Attraktivität des Angebots weiter erhöhen kann.

Die Risiken beim Immobilienerwerb müssen präzisiert werden

Über die Risiken einer Kreditaufnahme mit einem so langen Zeithorizont wie bei Immobilienkrediten muss der Kunde bei Darlehensabschluss informiert werden – hier sind die vermittelnden Banken und Berater gefragt. Die neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie sieht vor, die Risiken beim Immobilienerwerb nur sehr allgemein zu thematisieren. Hier ist eine Präzisierung nötig, denn oftmals geschieht die Aufklärung nicht mündlich, sondern wird dem Käufer lediglich schriftlich ausgehändigt. Die Folge ist, dass der Käufer zentrale Risiken nicht ernst genug nimmt. Eine Beratung zur Baufinanzierungsversicherung kann bei dieser Herausforderung sowie bei den oben genannten Risiken grundsätzlich Abhilfe leisten.

Der Kunde muss Risiken und Absicherungsmöglichkeiten kennen

Unter dem Strich ist es wichtig, dass jeder Kunde selbst entscheiden kann, welches Maß an Risiko für ihn bei einer Baufinanzierung akzeptabel ist. Hierzu muss er aber auch Risiken und Absicherungsmöglichkeiten kennen. Mit anderen Worten: Die Aufklärung über Risiken und Absicherungsmöglichkeiten sollte verpflichtend werden. Für die Zukunft muss es deshalb die Aufgabe von Banken und Finanzierungsvermittlern sein, im Interesse ihrer Kunden bei der Immobilienfinanzierung ein geeignetes Sicherheitsnetz zu spannen und über die Absicherung einer Baufinanzierung zu informieren.

Pierre-Olivier Brassart

BNP Paribas Cardif Deutschland

Pierre-Olivier Brassart ist seit Januar 2018 CEO bei BNP Paribas Cardif in Deutschland. Zuvor war er für das Unternehmen in Japan tätig.

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