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Auswirkung der Regulierung auf Banken

In Zeiten des digitalen Wandels und der regulatorischen Umbrüche ist es notwendig, dass Banken und Sparkassen innehalten und nachdenken, was ihre Rolle in der heutigen Zeit ist und wie diese neu interpretiert werden kann.

Von Matthias Hönisch - 31. Januar 2017

Müssen Banker innehalten und ihr Rolle in der heutigen Zeit überdenken? Bildnachweis: iStock.com/Peoplemages

Neben der Kreditvergabe, dem Zahlungsverkehr und anderen Aspekten des Bankings bleibt es auch die Aufgabe der Bank, Kundengelder sicher aufzubewahren und diese an Kunden auf Verlangen in einfacher Weise wieder zugänglich zu machen.
Und wenn in diesen Zeiten von Zahlungsverkehr-Interessierten über Regulierung gesprochen wird, ist damit bestimmt die Zahlungsdiensterichtlinie „Payment Services Directive 2“ (PSD2) gemeint. Kaum eine andere Regulierung wird so tiefgreifende Veränderungen nach sich ziehen wie diese. Der wesentlichste Punkt ist die „Öffnung der Bankschnittstellen“ für Drittdienste (Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienste), hierbei müssen die Drittdienste keine Verträge mit den Kreditinstituten schließen. Banken verlieren also ihre bisher exklusiven Kundenbeziehungen und stehen zukünftig im direkten Wettbewerb mit Drittanbietern. Dadurch erschweren sich zunächst Erhalt und Ausweitung der Kundenbasis und die Generierung neuer Erlöse. Drittanbieter erhalten das Recht auf den – preisfreien – Zugriff auf Konten und die Auslösung von Zahlungen, während beispielsweise Schäden aus Betrug und Fehltransaktionen nach wie vor von den Banken übernommen werden müssen.

Umsetzung erfordert aufwendige Anpassungen

Darüber hinaus erfordert die Umsetzung aufwendige Anpassungen in der Bank und bei Bankanwendungen. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob ausschließlich die Drittanbieter von der neuen Vorgabe profitieren, während die Offenlegung ihrer Infrastruktur für die Banken einen enormen Mehraufwand und zusätzlichen Kostenfaktor darstellt. Positiv aber ist, dass bisher nicht regulierte Drittanbieter nun zu regulierten Anbietern der Leistungen werden. Das bedeutet zwar einerseits weitere Wettbewerber in einem ohnehin schon schwierigen Marktumfeld, es heißt aber auch, dass Banken nun selbst als Drittanbieter am Markt agieren. Es gilt also nicht nur, die neuen Anforderungen von PSD2 zu erfüllen, sondern bis dahin auch Kunden und Nichtkunden erkennbaren Mehrwert anbieten zu können – Produkte und Geschäftsmodelle, die letztendlich in die Erlöse und das Wachstum der Banken einzahlen.
Da Zahlungsverkehr auch die Frage nach der richtigen Balance zwischen „Zugänglichkeit“ zum Banksystem und der Bewahrung der Kundengelder stellt, ist die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) beauftragt worden, die technischen Regulierungsstandards zur Authentikation zu erarbeiten, die von den Instituten voraussichtlich bis Herbst 2018 umgesetzt werden müssen. So hat die PSD2 also erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit, insbesondere auf die  Zwei-Faktor-Autorisierung bzw. den Zugang zum Online-Banking. Aus dem laufenden Konsultationsprozess der EBA zeichnet sich ab, dass diese selbst wohl keine technischen Details (etwa Formate und Schnittstellen) zur Verfügung stellen wird. Daher hat sich in der Berlin Group eine breite Allianz von europäischen Banken und Bankenverbänden gebildet, um eine möglichst konkrete und europaweit gleichartige Form der Umsetzung zu finden.  Ansonsten wären weitere  unkontrollierte Zugriffe (etwa durch screen scraping) von Drittdiensten auf die Kontoschnittstellen zu erwarten, die bereits heute zu erheblichen IT-Kosten in Banken führen. Im Hinblick auf die in der PSD2  verankerten Haftungsgrundsätze (primäre Haftung durch die kontoführende Bank) wäre dies ordnungspolitisch nicht hinnehmbar,  weil dann die kontoführende Bank keinen Regress nehmen könnte, da der Drittdienstleister weiterhin unbekannt wäre. Daher ist es wichtig, dass der Drittdienst klar identifizierbar ist und von der Bankaufsicht kontrolliert wird. Zu erwarten ist auch, dass die IT-Kosten der Banken dennoch stark ansteigen werden und dies sich ggf. auch auf die Preise für die Kunden auswirken könnte.

Fazit

Zusammenfassend sollten Banken  das Thema PSD2 eher als  Chance betrachten, durch die man das Konzept „Bank“ als Plattform für Kunden und Händler (neu) definieren kann. Auch braucht man eigentlich keine Intermediäre als Plattformen, da dies nur zu einer künstlichen und unnötigen Verlängerung der Wertschöpfungskette führt. Dadurch rücken Kunde und Händler wieder näher an die Bank heran, was die Umkehr der Disintermediation bedeutet. Herausfordernd aber ist und bleibt die Frage der Authentikation, also der Frage nach dem Schlüssel für das Konto des Kunden.

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