Jetzt Mitglied werden

Payment – schnell, sicher, bequem

Von Redaktion - 04. Juni 2013

Christoph Meyer, Redakteur der BANKINGNEWS, sprach mit Herrn Björn Jüngerkes, Leiter der Geschäftsentwicklung, von der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG über mobile Bezahlsysteme und alternative Bezahlanwendungen.

Chistoph Meyer: Banken wird derzeit die Annäherung an mobile Bezahlsysteme eher abgesprochen. Jetzt startet die biw Bank für Investments und Wertpapiere AG mit einer mobilen Bezahlanwendung. Was war die Motivation für die Bank?
Die Zahl der Smartphone Nutzer hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Umfragen belegen, dass in einigen Jahren altbekannte Zahlmethoden ausgedient haben und die Bedeutung mobiler Geräte wie Smartphones und Tablets in diesem Zusammenhang zunimmt. Als Bank besitzen wir alle Mittel Zahlungen selbstständig abzuwickeln und dies nicht an Intermediäre wie Kreditkartenorganisationen oder Zahlungsdienstleiter abzugeben, die für Ihre Dienstleistungen entsprechend hohe Gebühren verlangen – insbesondere auf der Händlerseite. Wir sehen die Zukunft der Banken im Zusammenspiel mit mobilen Endgeräten beim Bezahlen, so wie derzeit mit unserem mobilen Bezahlsystem kesh, aber durchaus auch bei anderen Bankanwendungen.

Statt Karte zahlen die Kunden bei kesh mit dem Smartphone, allerdings wie bei der „ach so erfolgreichen“ Geldkarte im Prepaid-Verfahren. Eine mögliche Archillesferse?
Im Gegensatz zu der Geldkarte können Kunden nach einer erfolgreichen Registrierung unmittelbar aus der App heraus ihr kesh-Konto aufladen. Stellen Sie sich vor, Sie wollen Ihren Schwimmbadeintritt für die ganze Familie bezahlen und stellen aber erst beim Bezahlen am Eingang fest, dass Ihr kesh-Guthaben nicht ausreicht. Natürlich ist deswegen auch eine Sofortaufladung des kesh-Kontos aus der App heraus möglich. Da unser System ein Prepaid-Verfahren ist, können Händler im Gegensatz zu einer Bezahlung mit EC- oder Kreditkarte fällige Beträge in Echtzeit auf dem eigenen Konto verbuchen. Das hat den großen Vorteil, dass für Händler das Ausfallrisiko einer Zahlung entfällt.

In der Pilotregion kommen permanent neue Händler hinzu. Händler, die wahrscheinlich auch Bargeld annehmen und ein ec- und Kreditkartenterminal neben der Kasse stehen haben. Was macht kesh für Händler attraktiv?
Aktuell können wir in der Pilotregion bereits auf über 25 Händler verweisen und kontinuierlich kommen neue Händler hinzu. kesh kann unabhängig zum existierenden Kassensystem, der damit verbundenen notwendigen Infrastruktur und ohne Vertragslaufzeit genutzt werden. So entfallen mit kesh nicht nur die monatlichen Kosten für Terminals und der damit zusammenhängenden Infrastruktur, sondern der Handel profitiert auch von vergleichsweise geringeren Transaktionsgebühren als zur Girocard. Bei kesh gibt es Preismodelle, die individuell auf die individuellen Bedürfnisse des Händlers angepasst werden können. Die Gebühren für kesh starten für den Händler bei 3,9 cent je Transaktion.

Ein weiterer Mehrwert von kesh ist, das das System den Nutzer nicht über einen QR-Code, sondern über seine Handynummer identifiziert. Das hat den großen Vorteil, dass eine physische Präsenz des Käufers beim Händler nicht zwingend erforderlich ist. Denken Sie zum Beispiel an Lieferdienste: Der Kunde bezahlt seine Bestellung bereits während des Anrufs, indem der Händler ihm eine Zahlungsaufforderung über kesh sendet. Auslieferungsfahrer müssen so die Ware lediglich beim Kunden abliefern, ohne jedoch zu kassieren. Händler können also mit kesh elektronische Zahlungen im Geschäft oder beim Kunden zu Hause in Echtzeit akzeptieren und sofort auf dem eigenen Konto verzeichnen. So reduzieren sie das Bargeldhandling, haben sofortige Liquidität und können über diese einfach aus der App heraus verfügen – wie gewohnt auch auf Ihr Geschäftskonto bei einer Drittbank.

Wenn es nach dem Willen der anderen Player am Markt geht, dann kommt das mobile Bezahlen nicht an Wallet-Lösungen und dem NFC-Chip vorbei. Ist Bezahlen via QR-Code schon wieder out, bevor es so richtig gestartet ist?
Derzeit gibt es nur wenige Smartphones, die NFC unterstützen, auf der Tablet-Seite hat sich die Technologie bisher noch nicht durchgesetzt. Die Verbreitung der NFC-Technologie bis dato hinter aller Erwartungen geblieben, obwohl NFC seit Jahren als DIE Übertragungstechnologie zwischen elektronischen Geräten propagiert wird. Die biw AG ist auch bereit NFC als weiteren Übertragungskanal in kesh vorzusehen, allerdings erst dann, wenn eine entsprechende Verbreitung der Technologie zu sehen ist.

„Kleinstforderungen“ unter Freunden begleichen. Auch das funktioniert mit kesh. Kleinstbeträge zu überweisen scheitert bei anderen Anbietern oft an den Gebühren. Was zahlen die Freunde bei Ihnen für eine Transaktion zur Begleichung der Kölsch-Rechnung des letzten Abends?
kesh-Kunden können getreu unserem Slogan „Schnell. Sicher. Bequem.“ Zahlungen beim Händler und unter Freunden tätigen, ortsunabhängig und sofort. Als Bank stellen wir mit unserer deutschen Banklizenz die Einhaltung aller bankenüblichen Sicherheitsstandards und eine reibungslose Abwicklung der Zahlungen über unser Banksystem sicher. Für die Nutzung von kesh fällt keine monatliche Grundgebühr an. Für Kunden ist das Bezahlen beim Händler selbstverständlich immer kostenlos. Möchten kesh-Nutzer ihre Kölsch-Rechnung bei Freunden via kesh begleichen, fallen – anders als bei anderen Anbietern – dafür lediglich ein paar Cent an. Eine kesh-Überweisung ist günstiger als der Versand einer SMS.

Vielen Dank für das Gespräch!
 

Lesen Sie auch

Apple Pay: Auch Deutschland darf endlich von der „verbotenen Frucht“ kosten

Lange mussten deutsche Apple-Kunden warten, jetzt dürfen auch[…]

Daniel Fernandez

4.568

Bitcoin Markt setzt Negativ-Trend fort: Der Kurs der[…]

Tobias Schenkel

Blockchain als Game Changer für das Supply-Chain-Management

Ein Smart Contract ist in der Lage, automatisch[…]

Philipp Scherber

Darwin, Fraud und Instant Payments

Im Zahlungsverkehr tut sich in den letzten Wochen[…]

Philipp Scherber

100 Milliarden

Markus Braun, Chef der Wirecard AG, hält es[…]

Redaktion

Live aus dem Krypto-Valley

Autoren: Michael Lewrick, Christian Di Giorgio Preis: 19,80 Euro Seiten:[…]

Tobias Schenkel

Apple Pay kommt

Google ist schon da...

Thorsten Hahn

Online-Banking: Von wegen Mobile First

Das Smartphone als täglicher Begleiter. Für das Online-Banking[…]

Philipp Scherber

Plötzlich auf der Überholspur

Die Instant Payment-Ankündigung der Sparkassen bringt neuen Fahrtwind[…]

Tobias Schenkel

„Okay Google, ich würde gerne zahlen!“

Der Internet-Riese Google startet mit seiner eigenen Mobile[…]

Tobias Schenkel

Brauchen Banken eine eigene Wallet-App für das mobile Bezahlen?

Gerade die jüngere Kundengeneration bevorzugt bei mobilen Bezahlvorgängen[…]

Volker Koppe

Context Payments: Disruptive Kräfte formen Zahlungsprozesse neu

Die Art und Weise, in der wir Zahlungen[…]

Hartmut Giesen

Mit girocard kontaktlos in die digitale Zukunft

Kunden erwarten von einem modernen Bezahlsystem heute vor[…]

Ralf-Christoph Arnoldt

Aktuelle Payment-Trends im Zuge der Digitalisierung

Bargeldlose Zahlungen gewinnen in Deutschland stetig an Bedeutung.[…]

Dr. Heike Winter

100 Tage Instant Payments – eine erste Bilanz

Überweisungen in Echtzeit könnten etablierte Zahlverfahren überflüssig machen[…]

Gerhard Bystricky

Quo vadis, Payment?

„Beklage nicht, was nicht zu ändern ist, aber[…]

Nicole Jonat

PSD2: Strengere Anforderungen an das Meldewesen

Es ist richtig, dass die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2)[…]

Christoph Schmidt

Multibanking – neue Finanzzentrale vor Herausforderungen

Der Begriff Multibanking beschreibt die Aggregation von Konten[…]

Marten Ahrens

„Bei der Pflicht sicher, bei der Kür am Anfang“

Vernetzung ist einer der Kernaspekte der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2.[…]

Philipp Scherber

7 Gründe, warum Kryptowährungen auch 2018 steigen werden

Nicht einmal die größten Optimisten hätten zu Beginn[…]

Marko Mahler

„Will ich der digitale Löwe sein oder das Schaf?“

In einer Gesellschaft, die sich im stetigen Wandel[…]

Daniel Fernandez

Den Kaufprozess anders denken

Das liebe Bargeld hat die Deutschen nach wie[…]

Patrick Urban

Chancen von PSD2 offensiv nutzen

Die meisten Finanzinstitute planen derzeit, nur die Mindestanforderungen[…]

Christian Albrecht

Mobile Payment in Deutschland: Jahresrückblick 2017

Auch in diesem Jahr spielte Mobile Payment hierzulande[…]

Rudolf Linsenbarth

Das Ei-Ei-Problem

Noch bevor paydirekt wirklich gescheitert ist, wird dem[…]

Redaktion

Der digitale Aufbruch: Geschäftsmodelle neu denken

Banken und Fintechs sind zugleich Wettbewerber, Kunden und[…]

Andreas Linke

Mobile Payment ist in aller Munde – doch kaum ein Kunde fährt darauf ab

Die Medien sind voll von neuen mobilen Bezahllösungen,[…]

Daniel Hess

„Ich sehe viel Potenzial für Partnerschaften“

Auf der dmexco 2017 sprachen wir mit PayPal-Pressesprecherin[…]

Daniel Fernandez

Können Banken Innovation?

Liest man in der Presse über Innovation in[…]

Karsten Becker

Mobile Payment in Deutschland

Deutschland bewegt sich in Richtung mobiles Bezahlen, jedoch[…]

Christian Grosshardt

Zahlungsverkehr & Online-Banking – Kunden jetzt begeistern

Der Zahlungsverkehr stellt einen wesentlichen Faktor im Wirtschaftskreislauf[…]

Sebastian Müller

Cryptocoins – Investieren in digitale Währungen

Autor: Aaron Koenig, Preis: 16,99 €, 192 Seiten,[…]

Daniel Fernandez

Eine Revolution? Ja, aber…

Am 13. Januar des kommenden Jahres wird die[…]

Christian Grosshardt

Access to Accounts (XS2A) – Herausforderung oder Chance?

Mit der Payment Services Directive (PSD2) hat die[…]

Michael Göpper

„Einer der ersten alltagstauglichen Smart-Contract-Anwendungsfälle“

Die Sutor Bank hat mit dem Start-up Motionwerk[…]

Philipp Scherber

Einkaufen ohne Portemonnaie

Jetzt können Kunden der Deutschen Bank im Supermarkt,[…]

Michael Koch

„ATM Future Trends 2017“: GAAs im Wandel

Der Geldausgabeautomat (GAA) wird 50. Zu diesem Jubiläum[…]

Redaktion
Gebühren für Bargeld Abhebungen

Hilflos

Die tradierten Erlösmodelle der Banken verschwinden allmählich. Der[…]

Thorsten Hahn

Es war einmal: Ein Anruf bei PayPal

PSD2, harte und weiche Authentifikationsmerkmale, zwei Faktoren, Biometrie[…]

Thorsten Hahn

Die Payment-Trends 2017

Was wir dieses Jahr im Bereich Payment erwarten[…]

Rudolf Linsenbarth

Kryptische Vorzeichen

Im Jahre 2008 wurde das Konzept der „Bitcoin“[…]

Christian Grosshardt

Was ist Geld? Der Geldbegriff der Kreditgeldwirtschaft

Autor: Dietrich Eckardt Euro: 34,80 170 Seiten, gebunden[…]

Christian Grosshardt

Ein Supermarkt ohne Kassen

Amazon hat bereits die Vormachtstellung im Onlinehandel für[…]

Daniel Fernandez

Auswirkung der Regulierung auf Banken

In Zeiten des digitalen Wandels und der regulatorischen[…]

Matthias Hönisch

Mobile-Banking-Lösungen als Erfolgsfaktor im Firmenkundengeschäft

In einem anspruchsvollen Marktumfeld müssen Banken ihren Kunden[…]

Christoph Radziej

Wie Unternehmen durch Digitalisierung zu Banken werden

Die Digitalisierung verändert die Welt mindestens genauso stark,[…]

Patrick Urban

Wie werden wir im Jahr 2030 bezahlen?

Dieser Frage gingen auf dem fünften Fachkongress Next[…]

Daniel Fernandez

„Wir sind noch weit entfernt vom bargeldlosen Alltag“

Anfang 2017 erhielt Auriga die Zulassung für das[…]

Philipp Scherber

ver.di ruft Geldboten zum Streik auf

Berlin – In neun Bundesländern sind am Freitag[…]

Daniel Fernandez

Warum wir eine paneuropäische Mobile-Payment-Lösung brauchen

Mobile-Payment-Lösungen wie Apple Pay aus den USA, Samsung[…]

Christian Pirkner