Donnerstag, 16. April 2026
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Sind Frauennetzwerke der Weg in die Chefetage?

Noch immer gibt es viel zu wenige Frauen in den Fรผhrungsetagen der Finanzbranche. Eine Studie des Forschungsinstituts DIW besagt, dass โ€ždie Differenz zwischen dem Anteil der berufstรคtigen Frauen an den Gesamtbeschรคftigten und an den hohen Fรผhrungspositionenโ€œ bei durchschnittlich 17 Prozentpunkten liegt. Dabei arbeiten laut Studie in der Bankenindustrie 48 Prozent weibliche Mitarbeiten. Wenn es so viele Frauen in der Finanzbrache gibt, warum erreichen dann so wenige die oberen Etagen?

Die Boston Consulting Group fand heraus, dass nicht nur 62 Prozent der deutschen Managerinnen mit der Frauenfรถrderung unzufrieden sind, sondern auch 57 Prozent der mรคnnlichen Fรผhrungskrรคfte. Der Wunsch ist also da, doch wenn es weiter so schleppend lรคuft, dauert es dem Index 2019 der BCG zufolge noch fast neun Jahre, bis deutsche Aufsichtsrรคte zu gleichen Teilen aus Frauen und Mรคnnern bestehen. Ein Gleichgewicht in den Vorstรคnden wรผrde sogar noch 40 Jahre dauern.

Leistungen von Frauen werden weniger gewรผrdigt

Oft heiรŸt es, dass der Preis der Karriere fรผr Frauen zu hoch sei. Die โ€žEllbogen-Mentalitรคtโ€œ der Mรคnner und die Vorurteile von Kollegen und Chefs schrecken ab. Auch in der Arbeitsweise von Frauen und Mรคnnern sind Unterschiede zu erkennen. Frauen zeigen gute Leistungen und kรผmmern sich vor allem um die inhaltlichen Umsetzungen. Engagement zeigen und anfallende Aufgaben gut erledigen โ€“ das mรผssen die Chefs doch sehen, oder? Immerhin sollte die Arbeitsleistung gewรผrdigt werden und damit auch der Aufstieg in hรถhere Positionen mรถglich sein.

Doch Frauen werden von ihren Chefs oft รผbersehen. Mรคnner sind lauter, nehmen sich Zeit, sich selbst darzustellen und zu profilieren, auch wenn dadurch Zeit fรผr die eigentliche Arbeit verloren geht. Das Stichwort lautet: Netzwerken. Viele Jobs werden gar nicht extern ausgeschrieben, sondern werden durch Kontakte vergeben. Mit ihren groรŸen Netzwerken haben Mรคnner daher einen Vorteil. Doch Frauen holen auch hier auf, denn es gibt immer mehr Frauennetzwerke.

Welche Frauennetzwerke gibt es?

Frauennetzwerke wie FidAR, Business and Professional Women (BPW) oder Fintech Ladies bieten Frauen die Mรถglichkeit, sich รผber Jobs, Tipps und Erfahrungen auszutauschen. Am besten funktioniert dieser Austausch, wenn erfahrene Frauen in Fรผhrungspositionen ihr Wissen teilen und karriereorientierten Talenten vermitteln, wie der Weg nach oben funktioniert.

FidAR

Gegrรผndet wurde FidAR von Frauen in Fรผhrungspositionen in der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik. Ihr Ziel: den Anteil von Frauen in deutschen Aufsichtsrรคten erhรถhen. Um das zu erreichen, fordert das Netzwerk eine gesetzliche Quote und verbindliche gesetzliche Regelungen, bis so viele Frauen wie Mรคnner in Aufsichtsrรคten sitzen.

BPW

Das Frauennetzwerk BPW gibt es in รผber 100 Lรคndern. In Deutschland sind die BPW-Clubs in rund 40 Stรคdten vertreten. Das Netzwerk bietet Clubabende und regelmรครŸige Vortrรคge zum Thema โ€žNetzwerkenโ€œ an. 2008 etablierte das Netzwerk den Equal Pay Day.

Fintech Ladies

Das Frauennetzwerk Fintech Ladies hat den Hauptsitz in Berlin und Ausleger in ร–sterreich, der Schweiz, Schweden und Belgien. Das Netzwerk bietet eine Community fรผr Frauen, die in der Finanzbranche tรคtig sind und veranstaltet Events, Workshops oder auch das jรคhrliche โ€žFintech Ladies Dinnerโ€œ, um sich auszutauschen.

Es gibt noch viele weitere Netzwerke, die Frauen untereinander verbinden. Nicht alle gehรถren der Bankenbranche an oder setzen sich fรผr Leitungspositionen ein. So gibt es zum Beispiel das Netzwerk MomPreneurs, eine Online-Community fรผr Mรผtter in der Selbststรคndigkeit.

Frauen brauchen andere Netzwerke als Mรคnner

Die Masse machtโ€˜s? Wรคhrend Mรคnner oft riesige Netzwerke aufbauen, die sehr gut fรผr sie funktionieren, benรถtigen Frauen eher kleinere Netzwerke, die aber besonders hochwertig vernetzt sind. Der Austausch sollte nicht nur รผber ein Forum oder eine Plattform laufen, sondern natรผrlich auch persรถnlich stattfinden. Denn wenn eine Frau in einer Fรผhrungsposition einen Job vergeben kann, wird sie in der Regel nur vertrauenswรผrdige Arbeitnehmerinnen dafรผr auswรคhlen โ€“ und zwar am liebsten die, die sie persรถnlich kennt.

Sind Netzwerke von Frauen heutzutage noch notwendig?

Der Kampf um die SchlieรŸung der Gender-Gap ist in vollem Gange und auch die Lรผcke zwischen den Gehรคltern (Gender-Pay-Gap) ist dank des Entgelttransparenzgesetzes fassbar geworden, auch wenn bisher nur wenige die Mรถglichkeit zur Einsicht wahrnehmen. Ist es da รผberhaupt noch zeitgemรครŸ, abgeschlossene Frauennetzwerke zu nutzen? Stรคrkt das nicht erst recht die Spaltung der Geschlechter?

Die Funktion, die Frauennetzwerke haben, ist trotz der Abgrenzung wertvoll. Denn Frauen kรถnnen untereinander nicht nur Erfahrungen รผber das Topmanagement in der Finanzbranche austauschen, sondern sich auch gegenseitig dabei unterstรผtzen, in einer Mรคnnerdomรคne Durchsetzungsvermรถgen zu zeigen.

Egal, ob die Ausgrenzung von Frauen oder Mรคnnern in einem Netzwerk besteht โ€“ es ist lรคngst an der Zeit das verstaubte Denken aufzugeben und gemeinsame Netzwerke entstehen zu lassen.

Tipp: Hier erfahren Sie mehr zum Thema โ€žFlagge zeigen fรผr Diversityโ€œ und was Kinder รผber die Lohngleichheit denken.

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