Donnerstag, 05. Mรคrz 2026
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Das Geld und die Sache mit der Wahrheit

Was real ist und was nicht, wird von manchem Philosophen, Theologen oder Spirituellem zwar mitunter in Frage gestellt, doch meist gibt es doch eine Trennung zwischen dem, was wirklich existiert und dem, was der Phantasie entsprungen ist.

Doch das heiรŸt nicht, dass Fiktion nicht zur Realitรคt werden kann. Das Leben inspiriert die Kunst und die Kunst das Leben. Letzteres ist in Holland geschehen. Denn die fantastischen Bauwerke, die der ร–sterreicher Robert Kalina sich ausgedacht hat, sind nachgebaut worden. Kalinas Architekturen sind uns allen bekannt, denn er ist fรผr das Design der Euro-Banknoten verantwortlich.

Bewusst verzichtete man fรผr die Geldschein-Bauwerke auf reale Vorbilder. Kein europรคisches Land sollte sich unterreprรคsentiert fรผhlen. Die Brรผcken auf den Banknoten stehen dabei jeweils symbolisch fรผr eine kunstgeschichtliche Epoche Europas. Der 5-Euro-Schein bildet die griechische und rรถmische Antike ab, der 500-Euro-Schein die moderne Architektur des 20. Jahrhunderts. Er wird allerdings seit 2019 nicht mehr in Umlauf gebracht.

Real gewordene Euro-Banknoten

Insgesamt sind es also sieben Bauwerke, die Kalina fรผr die Banknoten entworfen hat. Sie brachten Robin Stam auf eine Idee. Der niederlรคndische Designer wollte die Stadt Spijkenisse in Sรผd-Holland mit diesen bunten Brรผcken zu verschรถnern. Denn Stam hat sich in der Farbgestaltung treu ans Original gehalten.

Das gilt allerdings nicht fรผr die GrรถรŸe, denn die realen Banknoten-Brรผcken mรผssen keine tiefe Schluchten oder breite Flรผsse รผber-Brรผcken. Einen praktischen Nutzen erfรผllen sie aber trotzdem: 2011 ist das Wohnviertel โ€žDe Elementenโ€œ gebaut worden, das von Grachten umgeben war. Da bot sich das Geldschein-Bauprojekt besonders gut an, um FuรŸgรคnger-, Auto- und Radverkehr zu ermรถglichen.

Mit der Unterstรผtzung des Bรผrgermeisters und der Europรคischen Zentralbank wurde es dann bis 2013 fertiggestellt. Allerdings wurde dabei ein wenig โ€žgemogeltโ€œ, denn der 5-Euro- und der 10-Euro-Schein wurden in einer Brรผcke realisiert, deren Seiten zwei verschiedene Anstriche bekamen. So sind es eigentlich nur sechs Brรผcken, รผber die man gehen muss, um auf sieben Geldscheinen zu stehen.

Tipps fรผr die besten Schnappschรผsse

Dennoch: Das Projekt bracht dem Vorort von Rotterdam einige Aufmerksamkeit. Dass es fรผr touristisches Aufkommen Sorgen wรผrde, haben sich Bauherren und Bewohner hรถchstwahrscheinlich erhofft und haben vorsorglich mitgedacht: An jeder Brรผcke gibt nรคmlich ein Schild Auskunft darรผber, aus welchem Winkel man das Bauwerk am besten fotografieren kann – damit man mรถglichst originalgetreue Abbildungen der echten Brรผcken machen kann, die den Abbildungen der fiktiven Brรผcken auf den Euro-Banknoten entsprechen. Und da soll nochmal einer sagen, dass Kunst nicht die Wahrheit abbildet.

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Laura Kracht ist ehemalige Redakteurin beim BANKINGCLUB.

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