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Wir korrumpieren eine Welt, die uns nicht gehört.

Von Julian Achleitner - 13. November 2015

Bildnachweis: Creativeye99 via istockphoto.de

Die Sonne ist nicht über uns. Wir werden von der Schwerkraft gehalten, weil das Rund des Bodens sich um eine Achse dreht. Damit bleibt unser kugeliges Umfeld in der Nähe der Sonne, um die es sich dreht und das alles nicht zu langsam, um nicht auf die Sonne zu stürzen und nicht zu schnell, damit es nicht tangential abdriftet, weg von der Sonne.

Sollen wir an unsere vermeintliche Macht glauben, dass wir Gutes oder Böses unterscheiden und tun können, um unsere Kugel zu beeinflussen? Kann es sein, dass unsere Kugel alles abschüttelt, was wir tun und wollen – nach Jahrtausenden, mit und ohne uns? Es gibt Dinge, die nicht rund sind und Probleme bereiten. Korruption ist eines davon.

Jedes Ideal verlangt Störendes – z. B. den Teufel, verkörpert in Mephisto, der „stets das Böse will und stets das Gute schafft“ (im Studierzimmer von Faust I). Böses wird erkannt, wenn es als solches verstanden wird – bevorzugt in den Komplexen anderer. Die Psyche erkennt Sensibilisierung auf andere, wenn Bezug auf eigene Schwächen genommen werden kann.

Die Hirnforschung hat bei gleichzeitigem Altruismus für mehr als 60% der Männer Schwächen für Böses und keine Furcht davor nachgewiesen (Niels Birbaumer, Universität Tübingen 2015). Versuche von Stanley Milgram bestätigten diese Quote 1961 in New Haven (Coop mit Yale). Für Institutionen ergibt sich kein anderes Bild, denn die Führung erfolgt durch Menschen.

Der Umkehrschluss: Wozu wären Roboter bereit und fähig?

JP Morgan, das Bankinstitut in den USA, hat Maßnahmen eingesetzt, um Verfehlungen von Mitarbeitern mindestens einen Tag vorher zu erkennen. Die in Deutschland entwickelte Psyware kann dies realisieren. Wenn die Gedanken für das Handeln in Banken (= Ethik) weitergeführt werden, sollte nicht vergessen werden, dass es Planungen offizieller Stellen gibt auf diesem Weg Verbrechen zu verhindern.

Korruption kann so differenziert werden, dass es „fast keine Straftat“ mehr ist. Diebstahl und Untreue stehen dem gleich, wenn ein Bleistift des Arbeitgebers getrost nach Hause mitgenommen wird. Aufrechnen ist ein „deutscher Weg“, nach dem das Individuum dem Arbeitgeber (vorher) viel gebracht hat.

Der Finanzkrise 2008 werden falsche Entscheidungen in Auslandsgeschäften zugeschrieben. Eine Studie der Deutschen Bundesbank zeigt Interessen erwartete Vergütungen zu steigern. Dazu war „fast keine“ Korruption erforderlich. Soziale Verschleierung beinhaltet den Versuch mehr Darlehen herauszugeben als rechtlich vertretbar und wirtschaftlich sinnvoll war, z. B. an US-Institute, die gute Renditen für mit subprime definierte Darlehen versprachen. In Nordamerika haftet nur die Immobilie für Darlehen. Darlehensnehmer haben ihr Eigenkapital verloren, wenn sie es jemals aufgebracht haben, Banken die Darlehensforderung.

Bankinstitute werden nach dieser Praxis bevorzugt durch ihre Mitarbeiter gefährdet. Hohe Darlehensvergaben mit dem Ziel den individuellen Bonus am Ende des Jahres zu erhöhen sind nicht nur schlechtes Geschäftsverhalten gegenüber dem Arbeitgeber, sondern Untreue. In der Presse schaudert uns oft die Höhe der verhängten Strafen auf der Basis angelsächsischen Rechts.

Die zukünftigen Verdienste von Bankinstituten liegen nicht bei ihnen selbst. Die Entwicklung von FinTechs lässt sich mit eigenen Systemen in den Banken nicht realisieren. Dort werden sie versuchen das Feld abzudecken. Irgendwann wird das nicht mehr funktionieren – denn Banken arbeiten mit hohen Kosten und legal gierigen Mitarbeitern. FinTechs brauchen weder Geld für ihre Gründung noch quantifizierte Renditen in den Kellern von Berlin und London. Das ist bestechend! (Stefan Krause, Vorstandsmitglied Deutsche Bank AG, in der Goethe-Uni im Juli 2015)

Auf Wachstumsfinanzierungen und Venture -Kapital für Events sei als Beispiele verwiesen. Diese öffnen die ereignisorientierte Korruption. Events sind ein Teil unseres Lebens – Olympische Spiele, Weltmeisterschaften aller Sportarten sind Ansatzpunkte für Finanzdienstleister gegen eine nette Einladung etwas mehr neben der Linie zu gewähren als in der Firmenphilosophie und im Gesetz vorgegeben ist.

Es gibt Institutionen, die so etwas nicht wollen – um ihre eigene Macht zu festigen. Schwächen und Korruption werden gefunden und bekämpft. Die mit den Transaktionen der FIFA befassten Banken werden den mental in den USA entstandenen Schaden bezahlen. Die Deutsche Bank hat Rückstellungen gebildet – darin hat sie seit einiger Zeit Übung!

Wie viele Publikationen brauchen wir, um zu glauben, dass die FIFA mit den befassten Banken wegen korrumpierender Aktionen mithilfe von Whistleblowing hunderte Millionen USD an die USA gemäß Gesetzen, die seit 12 bzw. 40 Jahren gelten, zahlen werden? Und für die USA, die sich als kassierender Weltpolizist freut!

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