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Blockchains, Plattformen und Maschinen

Neue Technologien können die Effizienz steigern und Kosten senken. Doch welche Risiken bringen sie mit sich?

Von Dr. Guido Zimmermann - 02. April 2019

Vor allem mit dem Einsatz der Blockchain könnte der Plattformgedanke den Bankensektor transformieren. Bildnachweis: iStock.com/a-image

Heute besteht Konsens darüber, dass der Bankenmarkt in der nahen Zukunft durch drei Technologien bestimmt wird: Künstliche Intelligenz (KI), Blockchain und Plattformen. Bei KI geht es in erster Linie darum, Muster in gigantischen Datenmengen zu erkennen, daraus logische Schlüsse zu ziehen und Erkenntnisse zu gewinnen, die dann wiederum beim Entscheiden nützlich sein können. Der im Business-to-Consumer-Bereich schon lange gelebte Plattformgedanke transformiert nun auch den Bankensektor. Nicht zuletzt durch Blockchains, denn diese stellen quasi dreiseitige Plattformen dar, auf der sich Käufer und Verkäufer von Finanzprodukten sowie die Organisatoren der Blockchain, die sogenannten Miner, treffen. Blockchains können als im Netz verteilte manipulationssichere Datenbanken verstanden werden, über die via Tokens ein Wertetransfer sowie über Smart Contracts die Abbildung von automatisierten Geschäftsprozessen stattfinden kann. In der digitalen Welt ist jedoch nichts hundertprozentig sicher – und das gilt auch für Blockchain, KI und Plattformen.

Auch KI ist nicht sicher vor Cyber-Angriffen

Der Einsatz von KI hilft bei der Verteidigung gegen Cyber-Risiken, indem sie automatisiert bedingte Wahrscheinlichkeiten für den Eintritt von Angriffen berechnet. Denn KI kann drei Dinge besser als andere Systeme: Algorithmen sind in der Lage, aus Inhalten, die unter Cybersicherheitsaspekten riskant sind und mit denen das KI-Modell trainiert wird, zu lernen und damit cyber-riskante Sachverhalte zu detektieren. KI-Systeme sind in der Lage, neue Angriffe basierend auf zuvor beobachteten zu identifizieren und drittens kann die Technologie alle Detektionssignale optimal kombinieren, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Doch auch KI ist nicht vor Cyber-Angriffen gefeit. Zu diesen gehören zum Beispiel feindliche Dateninputs, die mit dem Ziel entwickelt wurden, vom Modell zuverlässig falsch klassifiziert zu werden, um damit der Erkennung zu entgehen. Zweitens können die Rückkopplungsmechanismen im Modell missbraucht werden, um so das System dahingehend zu manipulieren, dass gute Inhalte falsch klassifiziert werden. Techniken des Modell-Diebstahls stellen einen dritten Angriffstyp dar. Methoden der KI werden zudem immer öfter von Angreifern eingesetzt.

Es drohen massive Reputationsrisiken

Es ist zudem ein Mythos, dass Blockchain per se sicher ist. Denn die Sicherheitsrisiken von Blockchain lauern praktisch in allen Schichten dieser Technologie. Insbesondere bei den in der Praxis relevanten Blockchains mit Zugangsberechtigung wird die Validierung von Transaktionen von einem lediglich kleinen Kreis von Minern durchgeführt. Im Prinzip könnten diese die Inhalte der Blockchain modifizieren. Auch ist das Einschleusen bösartiger Smart Contracts von Dritten in die Blockchain möglich. Die zukünftig höhere Bedeutung von Quantencomputern macht beim gegenwärtigen Stand der Technologie Blockchain ebenfalls anfällig für Attacken.

Der Bau von Plattformen birgt im Wesentlichen zwei große Risiken in sich. Zum einen ist durch nichts garantiert, dass sich die finanziellen Aufwendungen ihres Baus lohnen. Zweitens können massive Reputationsrisiken dadurch entstehen, dass Nutzer der Plattformen die Bank für mehr verantwortlich machen, als der Plattformbetreiber kontrollieren kann. Ist aber das Vertrauen in die Plattform erst einmal verspielt, so hat die Plattform am Markt kaum noch eine Existenzchance.

Dr. Guido Zimmermann

LBBW

Dr. Guido Zimmermann ist Senior Economist bei der LBBW. Er ist hier für Fragen der Makroökonomik und der Digitalisierung verantwortlich.

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