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Ungarn ist Rekordhalter für die größte jemals erreichte Inflation der Geschichte

Jeden Tag verdoppelten sich die Preise im Durchschnitt in 15 Stunden, die Wirtschaft war lahmgelegt, die tägliche Preissteigerungsrate lag bei 207 Prozent. Die Hyperinflation in Ungarn in den 1940er Jahren und wie es dazu kommen konnte.

Von Redaktion - 02. März 2020
Grafik zum daily Kopf oder Zahl Hyperinflation in Ungarn

Mit einer maximalen monatlichen Rate von 4,19 Billiarden Prozent ereignete sich 1945 und 1946 in Ungarn die größte jemals erreichte Inflation. Es handelte sich um eine Hyperinflation. Genau definiert ist der Begriff Hyperinflation zwar nicht, aber allgemein hat sich die von Phillip D. Cagan aufgestellte Formel durchgesetzt. Sie besagt, dass man bei einer monatlichen Inflationsrate von 50 Prozent von einer Hyperinflation spricht.

Obwohl es schon im 12. Jahrhundert im Kaiserreich China oder auch während der Französischen Revolution Hyperinflationen gab, schreibt das 20. Jahrhundert die meisten von ihnen. Damit haben auch die Weltkriege etwas zu tun. So ereignete sich die größte Inflation aller Zeiten in Ungarn nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch wie kam es dazu?

Hyperinflation: Ungarn in der Krise

Kaum waren die Ungarn die deutschen Soldaten los, wurde das Land 1945 durch die Rote Armee besetzt. Eine Übergangsregierung war an der Macht. Hohe Kriegsschulden lasteten auf dem Staat und die Wirtschaft konnte nur langsam wieder aufgebaut werden. Vieles war zerstört, neue Güter konnten nur mühsam produziert werden. Die Lage in Ungarn war also mehr als „günstig“ für eine Inflation.

Ende 1945 war der 1.000 Pengő-Schein nicht mehr der Schein mit dem höchsten Wert. Denn es war bereits der Eine-Million-Schein notwendig geworden. Die Ironie an der Geschichte: Der Pengő wurde nach dem Ersten Weltkrieg als neue Währung eingeführt, um die weitere Inflation der Krone zu verhindern. Mit der neuen Währung sollte Ungarn jedoch die schlimmste Hyperinflation der Geschichte erleben.

Obwohl die neugewählte Kleinlandwirte-Partei die Bauern förderte, verarmte das Volk immer mehr. Die Inflation war nicht mehr aufzuhalten. Die Bezeichnungen Milpengő und Bilpengő wurden von der Notenbank in Umlauf gebracht. Am 11. Juli 1946 wurde ein 100-Millionen-Billiionen-Pengő-Schein, also 100 Trillionen, gedruckt.

Da half auch die Einführung der Steuerpengő, im Ungarischen Adópengő, nichts mehr: Die Währung war verloren. Jeden Tag wurde der Kurs zwischen Pengő und Adópengő neu ermittelt. Im Durchschnitt verdoppelten sich die Preise alle 15 Stunden. Die ungarische Bevölkerung ließ unterdessen den Tauschhandel wiederaufleben.

Währungsreform: Die Lösung des Problems

Wie so oft, konnte das Problem nur mit einer Währungsreform gelöst werden. Durch die Einführung des Forint am 1. August 1946 kehrte nach einem Jahr der Hyperinflation wieder Stabilität in die ungarische Wirtschaft. Bei der Einführung wurde der Forint zu 400 Quadrilliarden Pengő beziehungsweise zu 200 Quadrilliarden Steuerpengő gewechselt und die alte Währung entwertet. Normale Wirtschaftspolitik wurde wieder möglich.

Auch wenn die Hyperinflation in Ungarn den Rekord hält: Solche Situationen waren besonders in den Nachkriegszeiten in Europa nicht selten. Deutschland erlebte 1922 und 1923 eine der fünf größten Inflationen der Geschichte. Hier lag die monatliche Inflationsrate in ihrem Hoch bei rund 30 Prozent.

Aber auch das neue Jahrtausend ist nicht frei von Inflationen. Simbabwe hat es besonders schwer getroffen. 2006 bis 2009 ereignete sich hier die zweitgrößte jemals erreichte Inflation. Und nicht nur in Venezuela herrscht eine massive Hyperinflation, sondern auch in Simbabwe. So befindet sich das afrikanische Land wieder in einer wirtschaftspolitischen Krise – mitten in der zweiten Hyperinflation in etwas mehr als zehn Jahren. Hier wurde eine Inflationsrate von über 400 Prozent angegeben und eine neue Währung eingeführt.

Da kann Deutschland mit einer Quote von 1,7 Prozent (Stand Januar 2020) nur lächeln – und dennoch ist der Begriff hierzulande nach wie vor so gefürchtet wie eh und je.

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