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1930: 90 Jahre Warren Buffett

Warren Buffet, der die Fundamentalanalyse optimiert hat, feiert am 30. August 2020 seinen 90. Geburtstag. Sein langfristiger Ansatz hat ihn zu einem der reichsten Menschen aller Zeiten werden lassen.


Daily Zeitreise 1930 Geburtstag Warren Buffet

„Wir wollen wirklich auf alles vorbereitet sein. Die Position ist nicht so riesig, wenn ich mir die Worst-Case-Möglichkeiten anschaue“, sagte Warren Buffett über den Börsensturz infolge der Corona-Krise. Zwar ist die Weltwirtschaft einem Stresstest ausgesetzt, doch Buffett hat etliche Blasen und Crashs überlebt und ist dank seiner Strategien immer noch reicher aus jeder Krise hervorgekommen.

Sein Geheimnis? Es ist die Fundamentalanalyse, die sich auf den inneren Wert eines Unternehmens bezieht. Diese hat er optimiert und wurde damit zu einem der bedeutendsten Investoren unserer Zeit.

Wer ist Warren Buffett?

Warren Edward Buffett wurde am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, als Sohn eines Brokers geboren. Schon in frühen Jahren war er zahlenbegeistert. Mit elf Jahren erwarb er seine ersten Aktien, und zwar des Unternehmens Cities Services für 120 Dollar. Dieses Geld hat er selbst gespart und er bewies Geschäftssinn als er trotz fallender Kurse nicht verkaufte, sondern abwartete, bis er Gewinn daraus schlagen konnte. Für sein Grundkapital trug er Zeitungen aus, verkaufte gebrauchte Golfbälle und vermietete einen selbst reparierten Rolls-Royce.

Er kaufte als Jugendlicher 16 Hektar Ackerland zur Verpachtung und verkaufte zudem sein lukratives Flipper-Verleihgeschäft. Mit 20 Jahren verdiente er schon etwa 12.000 Dollar pro Jahr, das Vierfache des durchschnittlichen Gehalts einer amerikanischen Familie zu der damaligen Zeit.

Buffett studierte an der Columbia University in New York und einer seiner Lehrer sollte ihn ganz besonders inspirieren: Benjamin Graham, Vater der Fundamentalanalyse. Graham ist Autor des auch heute noch angesehenen „The Intelligent Investor” und vertrat die Ansicht, dass beim Erwerb von Aktien der innere Wert ausschlaggebend sei und nicht die kurzweilige Entwicklung.

Buffett übernahm dieses Denken und bezeichnet sich nicht als Spekulant, sondern blickt auf die Gesamt-Performance eines Unternehmen und ob er es für lange halten kann. Er ist in seinen Börsengeschäften wie sein Vater konservativ und fasst seine Denkweise so zusammen: „Jemand sitzt heute im Schatten, weil jemand vor langer Zeit einen Baum gepflanzt hat.“

Mit dem Master für Volkswirtschaft in der Tasche stieg er in Grahams Versicherungsgesellschaft GEICO ein und gründete 1956 seine Firma Buffett Partnership. Buffett konnte das Wachstum über Jahre so weit steigern, dass schließlich der Dow Jones das Unternehmen in die Liste aufnahm.

1969/70 gelang ihm ein Börsen-Kunststück: Er sah den Abbau der amerikanischen Textilwirtschaft voraus und kaufte billig das Unternehmen Berkshire Hathaway und wurde 1970 dort Chairman. Kluge Investitionen ließen das Unternehmen zu einem Konglomerat aus über 80 Firmen wachsen. Ebenso ist ihre Aktie eine der teuersten der Welt geworden.

Buffett heute

In den 1970er Jahren war Buffett eher unter Kennern bekannt. Erst das Buch „Supermoneyvon Adam Smith mit einem ihm gewidmeten Kapitel erhöhte seinen Bekanntheitsgrad enorm.

In den folgenden Jahren lernte Buffett seine rechte Hand Charlie Munger kennen. Der heute 96-jährige Vize-Chairman und Jurist der Harvard-Universität kommt wie Buffett aus Omaha und hat ein Händchen für Zahlen. Schnell wurden die beiden nach ihrer ersten Begegnung 1959 Freunde, Ende der 1970er Jahre wurde die berufliche Partnerschaft offiziell. Trotz gegensätzlicher Charaktere wurde das Investoren-Team zum bekanntesten der Finanzwelt – Munger ist der ernste Kopf zu Buffetts lustiger Art.

Buffetts dauerhafter Ansatz tat in der Zwischenzeit seinen Dienst und auch mithilfe des Zinseszinses wuchs sein Privatvermögen ins Gigantische – auf über 70 Milliarden US-Dollar. 2008 war er der reichste Mensch der Welt und zuvor ist er in der Top 10 der Reichen gewesen.

Warren Buffett ist trotz allem Reichtum für seine Bescheidenheit bekannt: Er wohnt immer noch in dem Haus in Omaha, das er für 31.500 Dollar gekauft hatte. Sein Frühstück besteht oft aus einer Cola und Eiscreme. Er hat drei Kinder mit seiner ersten Frau Susan und ist seit 2006 mit Astrid Menks verheiratet. Daneben hat das „Orakel von Omaha“ eine große Fangemeinde.

Heute gilt Buffett als Finanz-Guru, der jedes Jahr Essays über seine Ansichten in der Finanzwelt schreibt . Er und Bill Gates gründeten The-Giving-Pledge-Kampagne, der sich 200 Superreiche versprochen haben. Ziel ist es, zu Spenden für Gesundheit und Bildung zu animieren.

Buffett hat versprochen, nach seinem Tod 99 Prozent seines Privatvermögens wohltätigen Zwecken zu stiften. Er sagt, dass ein gutes Geschäft nur mit einem guten Menschen möglich ist. Denn als Angehöriger der „alten Schule“ beruft er sich auf Integrität bei Finanzgeschäften.

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